Wurzelbehandlung: Was tun, wenn die Betäubung nicht wirkt?

Schmerzen sollten während einer Wurzelbehandlung nicht auftreten und sollten dem Zahnarzt immer gemeldet werden. (© pathdoc - fotolia)

Bei einer Wurzelkanalbehandlung müssen die Zähne nicht immer betäubt werden. Das passiert nur, wenn Sie noch vital sind - so zum Beispiel bei einer Karies- oder Parodontitisbehandlung.

Wenn das Nervengewebe entzündet ist oder abstirbt, einige Zellen aber noch Restvitalität zeigen, können Schmerzen bei der Wurzelkanalbehandlung entstehen. Restvitalität kann zum Beispiel anhand von Kälte-Empfindlichkeit getestet werden. Fällt sie positiv aus, ist eine Betäubung erforderlich.


Kann es passieren, dass eine Betäubung nicht oder zu schwach wirkt?

In manchen Fällen reicht eine einfache Betäubung nicht aus. Bei einer akuten Pulpitis und bei Abszessen können Patienten unter Umständen trotz Spritze Schmerzen empfinden. Grund dafür ist, dass das Anästhetikum durch den höheren Säuregehalt im entzündeten Gewebe schneller abgebaut wird. Der behandelnde Arzt sollte die Patienten in diesem Fall vorab aufklären, dass gegebenenfalls nachgespritzt werden muss. Dann wird erst eine Medikamenten-Einlage auf dem Nervengewebe verabreicht und schließlich bei der nächsten Sitzung weiterbehandelt.

Auch Patienten, die sehr viel oder vor der Behandlung Kaffee trinken, können beobachten, dass die Betäubung bei ihnen schneller nachlässt. Das liegt daran, dass die Nieren schneller arbeiten und dadurch das Anästhetikum schneller aus dem Körper abtransportiert wird. 

Wenn Patienten aufgrund von starken Schmerzen vor dem Zahnarztbesuch mehrere Schmerztabletten eingenommen haben, kann es passieren, dass die Betäubung des Zahnes nicht sofort eintritt.

Auch bei Patienten mit übermäßigem Alkoholgenuss kann eine Betäubung schlechter wirken.

Eine weitere Ursache, weshalb eine Betäubung gegebenenfalls schlechter wirkt, ist die Einnahme von Medikamenten, z.B. bei allgemeinen, neurologischen pder psychischen Erkrankungen.


Was kann der Patient in diesem Fall tun?

Patienten müssen in jedem Fall den behandelnden Arzt sofort darauf hinweisen, dass sie trotz Spritze Schmerzen empfinden. Hier hilft es nicht, weiter den Helden zu spielen, da eine Behandlung beim Zahnarzt nicht mit Schmerzen verbunden sein sollte. Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Zahnarzt und Patienten ist wichtig, damit offen über Schmerzen und Ängste gesprochen werden kann.

Alkohol- sowie erhöhter Kaffeegenuss sollten vor einer Wurzelkanalbehandlung vermieden werden. Patienten sollten den Zahnarzt darauf hinweisen, wenn sie Medikamente einnehmen. 


Welche Möglichkeiten hat der Zahnarzt?

Die Aufgabe des Zahnarztes ist es, den Patienten vorab und während der Behandlung aufzuklären und im Falle von Schmerzen zu beruhigen. Der Grund für die nicht oder schlecht wirkende Betäubung sollte geklärt werden. Je nach Ursache (wie z.B. Medikamente oder Gewohnheiten) muss dann vom Zahnarzt entschieden werden, ob nachgespritzt und weiterbehandelt werden kann oder die Behandlung auf das Notwendigste verkürzt wird. Etwa indem eine Medikamenten-Einlage verabreicht und die Behandlung bei der nächsten Sitzung fortgesetzt wird.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (10)

Stefan, 07.03.2022 - 23:36 Uhr

Ich höre das immer wieder: Man muss es richtig machen, dann wirkt es auch. Aber was tut man, wenn es NICHT wirkt? Das mit der Entzündung verstehe ich, aber wenn eine lokale Anästhesie nicht wirkt, obwohl es nicht um Zähne geht, sondern zum Beispiel um eine Wunde im Oberschenkel durch einen Winkelschleifer? Oder um eine Star-Operation, die in Vollnarkose durchgeführt werden muss, nachdem festgestellt wurde, dass eine Lokalanästhesie nicht wirkt? Was macht man dann beim Zahnarzt? Bei mir werden in den nächsten Wochen einige Zähne gezogen, die Knochen haben sich zurückgezogen. Ok, es wird in Vollnarkose passieren, weil eben jeder Arzt, jede Kieferchirurgie sagt: Gut, dann halt Vollnarkose. Aber was ist mit den sicher schmerzvollen Behandlungen danach? Keiner fühlt sich zuständig, festzustellen, was los ist. Kein Zahnarzt, Keine Kiefer- oder Gesichtschirurgie, kein Anästhesiologe. Ich werde im Kreis geschickt.

Aua, 12.02.2022 - 14:58 Uhr

Meine Zahnärztin hat das mit der medzinischen Einlage gemacht, dann kam ich schmerzfrei wieder und habe eine Weiterbehandlung erwartet, stattdessen wurde ohne groß zu gucken einfach Zement reingeklatscht mit dem Kommentar "Weisheitszahn ziehen lassen, danach machen wir ne Krone (keine Ahnung, was der Weisheitszahn damit zu tun hat?)". Tja, jetzt ist der Nerv wieder entzündet. Mein Kiefer + Gelenk tut weh wie beim letzten Mal. Die Betäubungsspritze damals hat übrigens qualvolle Schmerzen ausgelöst, genauso wie die zweite, beide haben überhaupt nicht gewirkt. Ich freue mich darauf, nächste Woche den gleichen Schmerz nochmal durchzumachen. Hab jetzt zum ersten Mal in meinem Leben richtig Angst vor dem Zahnarzt. Alle anderen Zahnärzte sind voll und nehmen mich nicht an. Narkose gibt es bei meiner Ärztin nicht. Es ist zum Verzweifeln. Kann mir einfach einer diesen scheiß Zahn ziehen... Und mich vorher mit Beruhigungsmitteln zudröhnen? Keine Ahnung, wie ich meinen Mund offen halten soll, wenn die Spritze kommt... Übrigens hat sie mir so viel reingespritzt, dass ich eine sichtbare Beule hatte und die Stelle danach noch zwei Tage wehgetan hat, als hätte ich ein Hämatom in der Wange oder so. Also man kann ihr nicht vorwerfen, dass sie es nicht versucht hätte...

inlines, 14.12.2021 - 22:31 Uhr

Hatte schon viele Wurzelbehandlungen, wobei ich meist leichte bis mäßige Schmerzen hatte. Zuletzt war aber ein Zahn so entzündet, dass ich Fieber bekam und nicht mehr beißen konnte. Bei der darauffolgenden Wurzelbehandlung hat dann erst mal garnichts gewirkt. Es war heftig, obwohl sich der Zahnarzt wirklich Mühe gab, so dass mir der Schweiß herunterlief und ich Geräusche von mir geben musste. Heute jedoch, beim 2. Termin, habe ich so gut wie garnichts mehr gespürt. Mein Tip: Lieber gleich einen Zahnarzt aufsuchen, ehe die Entzündung zu stark wirkt. Dann sind die Schmerzen in der Regel erträglich.

Anna B., 06.08.2021 - 11:42 Uhr

Mir wurde Antibiotika beschrieben vor dem Zahnziehen wegen der Entzündung. Sonst würde die Narkose nicht wirken. Gibt es eine alternative zu Antibiotika?

Helga B., 10.03.2021 - 18:54 Uhr

Hab im Unterkiefer Zahn 3.3 eine Wurzelbehandlung gehabt vor 7 Tagen, beim Zähneputzen schmerzt der Zahn sowie beim Klopfen. War heute beim Zahnarzt, er hat mir Antibiotika verschrieben. An meiner Unterlippe habe ich leichte Schwellung, ist das jetzt gefährlich? Bitte um Ihre Meinung. Mit freundlichen Grüßen.

Meryem Y., 17.02.2021 - 00:58 Uhr

Hallo, heute wurde versucht mir ein Karies zu entfernen. Nachdem der Zahnarzt es erstmal ohne Betäubung versucht hat, und eigentlich alles noch gut war, habe ich später angefangen Schmerzen zu spüren. Ich sagte es ihm und er betäubte die Stelle. Die Betäubung hat GAR NICHTS gebracht, aalso entschied er sich, noch eine Spritze zu machen. Auch diese war erfolglos. Da ich dann angefangen habe zu zittern, musster er die Behandlung abbrechen. Das Problem war aber, dass mein Zahn ja schon angebohrt war. Also hat er mir eine vorrübergehende Füllung reingelegt und dann durfte ich gehen. Woran lag es, dass die Betäubungen nichts gebracht haben?

Melanie, 18.05.2020 - 19:15 Uhr

Mir wurden letzte Woche Dienstag versucht, 3 Weisheitszähne und 1 Backenzahn zu ziehen. Doch dazu kam es nicht, die Ärztin hatte den 1.Weisheitszahn teilen wollen, damit er besser raus geht, während sie da so am Machen war, durchzog mich ein heftig stehender, dauerhafter Schmerz und ich wäre fast vom Behandlungsstuhl gesprungen. Ich muss noch dazu sagen, dass die Ärztin, nachdem sie den Zahn teilen wollte, nochmal mit irgendwas daran rumgeschabt hat, aber die Behandlung wurde abgebrochen, das aufgeschnittene Gewebe wieder genäht und eine OP in Vollnarkose soll dann in 3Wochen erfolgen. Nun ist das Problem, dass der Weisheitszahn schon vor dem OP-Termin abgebrochen war und seit dem Versuch ihn zu ziehen, er immer mal wieder schmerzt. Was kann das sein und was wird die Ärztin morgen machen, wenn ich zum Fäden ziehen gehe und ihr das sage? Anmerkung: Ich bin totaler Angstpatient

Stefan, 13.10.2019 - 10:03 Uhr

Hallo, hatte eine Wurzelbehandlung und die nächste steht an. Bin voll der Angstpatient. Bei mir wurde 4 mal nachgespritzt, ohne Erfolg. Jetzt steht wieder eine an ,kann man da keinen Laser einsetzen? Infusion für Narkose hatte ich auch noch nie und davor hab ich voll Panik.

Marco H., 11.08.2019 - 19:23 Uhr

Also, ich hatte akut Zahnschmerzen. Wurzelbehandlung war akut. Die Zahnärztin allerdings ohne DR betäubt, wir warten, dann bohrt die und ich merke alles. Dann nimmt die eine 5 cm und 2 cm dicke Nagel und sticht damit in den Wurzelkanal und ich merke alles. Ich protestiere, doch sie sagt, das muss jetzt und wieder. Ich winde mich wie ein Aal. Es war unerträglich. Wieso hat sie weiter gemacht? Die hat 3 mal nachbetäubt.

Sonja, 27.03.2019 - 00:21 Uhr

Sehr geehrte Zahnarzt/in, Bei mir wurde vor einiger Zeit zur weiterbehandlung eines Backenzahn eine Änästesie mit Lidocain gespritz, bei der absolut keine Taubheit zu spüren war. Da war nichts obwohl der Arzt gespritzt hatte. Wie kann das sein? Haben Sie eine plausible Erklärung? Der Zahn war nicht entzündet, es war eine phrophylatsische, weil ich sehr sensibel bin. Herzliche Grüße Sonja

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