Wurzelkaries – die unbekannte Zahnerkrankung

Eine sorgfältige Mundhygiene umfasst auch ein Mal täglich Zahnseide. (© Andrey Popov - fotolia)

Was eine Karies ist, zumindest ungefähr, lernt jedes Kind meist schon im Vorschulalter. Doch es gibt noch eine andere Form dieser Erkrankung, die nicht so bekannt ist wie die Volkskrankheit mit vielen Betroffenen. Die Wurzelkaries ist jedoch auf dem Vormarsch. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber was ist eigentlich der Unterschied zu einer herkömmlichen Karies und wie kann ihr vorgebeugt werden?

Karies vs. Wurzelkaries – wo liegen die Unterschiede?

Eine Karies entsteht immer aus Bakterien, die sich an den Zähnen ansiedeln. Diese wiederum nähren sich von Belägen, die auf den Zähnen entstehen. Oft ist eine mangelnde Mundhygiene schuld daran, dass diese sogenannte Plaque entsteht. Es gibt jedoch auch Stellen an den Zähnen, an die eine Zahnbürste einfach nicht herankommt.

Eine herkömmliche Karies entsteht immer an der sogenannten Zahnkrone, also am sichtbaren Teil der Zähne. Er ist durch den sehr harten Zahnschmelz geschützt, die Bakterien müssen ihn also erst durchdringen, um Schaden anrichten zu können.

Die Wurzelkaries hingegen entsteht an der Zahnwurzel. Sie ist zwar nicht durch den Zahnschmelz, im Normalfall jedoch durch das Zahnfleisch geschützt. Deshalb haben es Bakterien schwer, sich hier anzusiedeln. Die Voraussetzung für eine Wurzelkaries ist also ein Rückgang des Zahnfleischs.

Warum wird die Wurzelkaries auch Alterskaries genannt? 

Ein anderer Begriff für die Wurzelkaries ist Alterskaries. Das kommt daher, weil das Risiko, an ihr zu erkranken, mit zunehmendem Alter steigt. Je älter ein Mensch wird, desto mehr zieht sich sein Zahnfleisch zurück. Die Zahnhälse liegen frei und Bakterien haben leichtes Spiel.

Außerdem haben ältere Menschen häufiger chronische Krankheiten wie Diabetes, die sie anfälliger für Zahnfleischentzündungen und damit den Rückgang des Zahnfleischs machen. Da hierzulande die Lebenserwartung immer weiter steigt, steigt auch die Zahl der an Wurzelkaries erkrankten Patienten.

Wer ist noch anfällig für Wurzelkaries?

Doch nicht nur ältere Menschen können eine Wurzelkaries bekommen. Sie kann auch die Folge einer Zahnfleischentzündung sein. Sie nennt sich auch Gingivitis und entsteht ebenfalls durch Bakterien, die sich am Zahnfleischrand sammeln. Es entzündet sich und zieht sich zurück.

Weiterhin kann sich das Zahnfleisch zurückziehen, wenn die Zähne regelmäßig mit einer Zahnbürste, die über zu harte Borsten verfügt, geputzt werden. Freiliegende Zahnhälse sind stets ein Risiko für Wurzelkaries. Denn sie sind nicht durch den harten Zahnschmelz geschützt und damit besonders anfällig.

Wie kann man einer Wurzelkaries vorbeugen?

Der beste Schutz vor der Wurzelkaries ist eine optimale Mundhygiene. Sie besteht aus zweimal täglichem Zähneputzen mit einer Zahnbürste, die über weiche bis mittelharte Borsten verfügt. Mindestens einmal pro Tag sollten die Zahnzwischenräume mit Zahnseide gereinigt werden.

Wer selbst feststellt, dass seine Zähne optisch länger wirken und das Zahnfleisch sich zurückzieht, sollte eine Zahnarztpraxis aufsuchen. Dann können Sie eine eventuell entstehende Wurzelkaries frühzeitig behandeln lassen.

Auch Zahnfleischbluten kann ein Indiz für eine Zahnfleischentzündung sein, deren Folge ebenfalls der Rückgang des Zahnfleischs und somit ein erhöhtes Risiko für Wurzelkaries ist.

Zu einer perfekten Mundhygiene gehören weiterhin regelmäßige Prophylaxetermine in der Zahnarztpraxis. Mindestens einmal pro Jahr sollte eine Professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden, um Zahnbeläge und somit die Grundlage für die Bildung von Bakterien vollständig zu entfernen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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