Volkskrankheit Zähneknirschen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Welche Therapieoptionen kommen bei Bruxismus in Frage? (© gangliu10 - iStock)

Zähneknirschen oder auch Zähnebeißen ist ungesund für die Zähne. Doch in den meisten Fällen geschieht das nicht absichtlich, sondern vollkommen ungewollt. Ursachen können Stress und Nervosität sein, so dass Betroffene es selbst gar nicht merken, wenn sie mal wieder mit den Zähnen knirschen oder auch beißen. Besonders tückisch: Vor allem im Schlaf knirschen und beißen manche Menschen mit den Zähnen.

Zähneknirschen, auch Bruxismus genannt, hat in den meisten Fällen negative Folgen. Die Zähne verschleißen, können Schmerzen verursachen, Schäden nehmen und eine Behandlung beim Zahnarzt notwendig werden lassen. Es kommt häufig zu Muskelverspannungen, Kiefergelenksschmerzen und Nackensteifigkeit. Auswirkungen von Bruxismus können außerdem sein: Schwindel und Kopfschmerzen oder Tinnitus.

Ursachen: Deshalb knirschen manche Menschen oft unfreiwillig mit den Zähnen

Betroffene pressen ihre Zähne immer wieder aufeinander oder bewegen den Kiefer bei zusammengebissenen Zähnen und reiben so immer wieder über die Oberflächen. Folgende Ursachen können Bruxismus zugrunde liegen:

  • Stress und Nervosität: In Stresssituationen – privat oder beruflich – reagieren viele Menschen nervös und gestresst. Jeder zweite neigt dann dazu, die Zähne häufig und fest zusammenzubeißen. Daraus kann ein chronisches Problem entstehen.
  • Zahnfehlstellungen: Ist der Zusammenbiss gestört, kann daraus Zähneknirschen resultieren. Kieferprobleme können unter anderem durch herauswachsende Zähne hervorgerufen werden. Stößt ein Zahn dann nicht mehr auf das entsprechende Gegenstück, kann dieser weiterwachsen, was Fehlstellungen des ganzen Kiefers zur Folge hat. Fehlstellungen können sich darüber hinaus auch durch schlecht passende Kronen oder Füllungen ergeben, was dann zu Bruxismus führen kann.
  • Erkrankungen: Auch zum Teil ernstzunehmende Erkrankungen können hinter Bruxismus stecken. So kann Schlafapnoe, also das Aussetzen des Atmens im Schlaf, ein Grund sein. Weitere denkbare Erkrankungen, die Bruxismus begünstigen können, sind: Minderdurchblutungen, Epilepsie oder das Parkinson-Syndrom. Um diese Krankheiten auszuschließen, ist eine Untersuchung eines Facharztes empfehlenswert.

Liegen eine neurologische oder psychiatrische Störung bzw. eine Erkrankung vor, sprechen Mediziner von sekundärem Bruxismus. Primärer Bruxismus liegt dann vor, wenn das Zähneknirschen durch Stress, unbewusste Angewohnheit oder Nervosität auftritt.

Symptome: Das sind die unschönen Folgen von Bruxismus

Beim Zähneknirschen üben Betroffene starken Druck auf Zähne und Kiefergelenke aus. Mehrere hundert Kilo sind so pro Quadratzentimeter möglich – sogar deutlich mehr Druck, als üblicherweise beim Kauen entsteht. Neben unangenehmen Folgen für die Zähne sind folgende Symptome nicht unüblich:

  • Verspannungen im Kieferbereich: Schmerzen beim Kauen, Zubeißen oder auch im Ruhezustand sind die Folge.
  • Kopfschmerzen & Nackenschmerzen: Durch die Verspannungen im Kieferbereich können Kopfschmerzen und Nackenschmerzen die Folge sein.
  • Rückenschmerzen: Auch die Rückenmuskulatur kann durch die Verspannungen im Mund und Kieferbereich beeinträchtigt werden und schmerzen.
  • Tinnitus: Lästiges Pfeifen im Ohr, Tinnitus, kann durch Verspannungen entstehen oder verstärkt werden.

Viele typische Symptome werden in erster Linie nicht mit Beschwerden im Mundraum in Verbindung gebracht. (© Jeanette Dietl - fotolia)
Behandlungsmöglichkeiten: Was hilft wirklich gegen Bruxismus?

Oft ist Bruxismus nur ein Symptom anderer Probleme. Ist Bruxismus etwa die Folge einer Erkrankung, ist es wichtig, dass sie exakt diagnostiziert und behandelt wird. Auch wenn Stress und Nervosität die Ursache für das Zähneknirschen sind, sollten genau diese Punkte treffend behandelt werden. Hierbei können Entspannungsübungen wie Tai-Chi oder Yoga helfen. Auch Meditation und Massagen können Erfolge versprechen.


Weitere Möglichkeiten, Bruxismus zu behandeln, sind:

  • Aufbissschiene: Sind die Zähne und eine Fehlstellung dieser die Ursache für die Probleme, sollte das mit einem Zahnarzt abgeklärt werden. Unter Umständen kann es genügen, in der Nacht eine Beißschiene zu tragen, um die Fehlstellungen auszugleichen und ein Knirschen der Zähne zu verhindern.
  • Physiotherapie: Bei Verspannungen können nicht nur Entspannungsübungen helfen, sondern auch gezielte Übungen bei einem Physiotherapeuten. So können Kieferbewegungen koordiniert und trainiert werden.
  • Medikamente: Schmerzlindernde Medikamente zur Muskelentspannung können eingesetzt werden – allerdings sollten sie nicht über einen langen Zeitraum angewendet werden.

So kann die moderne Plastische und Ästhetische Chirurgie helfen

Mithilfe von Botox lässt sich der große Kaumuskel entspannen. Durch das Spritzen der muskelentspannenden Flüssigkeit – die in geringen Mengen für den Menschen völlig ungefährlich ist – bleibt zwar die Kaufunktion bestehen, die Muskelaktivität wird bei der Behandlung jedoch gedämpft. Das minimiert das Zähneknirschen. Der Patient hat wieder einen ruhigen und entspannten Schlaf und kann sich wieder gut erholen.

Auch die Zähne werden deutlich entlastet – dauerhaft, Tag und Nacht. Um dieses effektive Verfahren gegen Bruxismus anzuwenden, sollten sich Betroffene an einen erfahrenen und qualifizierten Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie wenden. Er verfügt über die nötige Expertise, um den Wirkstoff unter Verwendung feiner Spritzen zu injizieren. Die Behandlung dauert lediglich 10 bis 20 Minuten und verursacht kaum Schmerzen, sodass eine Betäubung nicht notwendig ist. Die Behandlung ist äußerst risikoarm und erfolgversprechend. Das Ergebnis hält einige Monate an.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 0

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Kommentare (0)

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?