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Schmerzen beim Zahnarzt - Nein Danke

Herr Safavi-nab

von
verfasst am

© .shock - Fotolia.com© .shock - Fotolia.comImmer noch sehr weit verbreitet ist der Irrglaube eine Behandlung beim Zahnarzt müsse weh tun. Klassiker hierbei sind die Wurzelbehandlung, die Zahnfleischbehandlung und immer wieder gerne gehört, das "Zahnreissen"!

Seit Jahren funktioniert die lokale Anästhesie (Betäubung mit Spritze) hervorragend und schaltet zuverlässig die Schmerzfortleitung aus. Zugegeben, das funktioniert manchmal nicht mit der ersten Injektion, aber kein Behandler sollte auf eine 2., 3. oder sogar 4. Spritze verzichten und dadurch wissentlich und meiner Meinung nach auch vorsätzlich, seinem Patienten Schmerzen zufügen.

Wenn die Betäubung wirkt, ist es völlig egal, welche Behandlung in dem Gebiet durchgeführt wird, denn der Schmerzreiz wird nicht an das Gehirn fortgeleitet. Das Einzige was Sie als Patient weiterhin spüren ist der ausgeübte Druck, bzw. die Vibrationen, da diese über andere Nervenbahnen übertragen werden. Bleiben nur noch die unangenehmen Geräusche, die es zugegeben niemals in die Charts schaffen werden. Hier wird auch fieberhaft an Alternativen gearbeitet und kleine Erfolge fließen immer wieder in die tägliche Arbeit in der Praxis als Innovationen ein.

Spritzen können abgesehen von einem kleinen Piks völlig schmerzfrei gegeben werden und halten in der Regel über die gesamte Behandlungsdauer das zu behandelnde Gebiet taub. Ist eine weitere Injektion doch einmal notwendig merkt man davon rein gar nichts.

Weitverbreitet ist auch das Gerücht, das man bei bestehender Schwangerschaft keine Betäubungsspritze bekommen darf… Irrtum! Gerade hier ist es unglaublich wichtig eine Schmerzfreiheit zu erreichen, da sonst der Fötus mit einer unglaublichen Menge des Schmerzhormons Adrenalin überschüttet wird. Das Betäubungsmittel hingegen ist nicht plazentagängig und kann somit keinen Schaden anrichten.

Bei Spritzenphobie hilft ein einfühlsamer Behandler zu dem man ein gutes Vertrauensverhältnis aufbaut mehr als Vollnarkosen. Diese sollte man alleinig aus medizinischen Gründen machen, denn eine Vollnarkose löst nie das Angstproblem, sondern verschiebt dieses nur bis zur nächsten Behandlung. Hypnose ist eine Alternative, welche aber in Relation zu einer Spritze immense Kosten produziert und leider auch nicht bei jedem durchführbar ist.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es beim Zahnarzt keine Behandlung gibt die schmerzhaft ist, wenn das Behandlungsgebiet optimal betäubt ist. Dies braucht manchmal ein wenig Geduld von Ihnen und Ihrem Behandler. Achten Sie darauf, bei der Auswahl Ihres Zahnarztes und bestehen Sie auf absolute Schmerzfreiheit während der Behandlung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (2)


07.12.2017 - 18:20 Uhr

Eine Gaumen Spritze ist sehr schmerzhaft, da hilft...

von Holler A.

... auch vorher kein vereisen!

25.04.2013 - 15:57 Uhr

Man sollte die Patienten nicht belügen und...

von Horst

... behaupten, die Spritzen könnten völlig schmerzfrei gegeben werden. Es gibt Spritzen, die extrem schmerzhaft sind, z.B. Schneidezahn oben, und daran kann der Zahnarzt wenig ändern. Neulich fragte ich meine Zahnärztin, wie die Spritze auf einer Skala von 1 bis 10 sein wird. Sie meinte, eine 11, und das stimmte auch. Ich war kurz vor der Ohnmacht.Also bitte nicht ständig wiederholen, Zahnarztspritzen wären (so gut wie) schmerzlos. Das gibt es, ist aber leider nicht die Regel.

Herr Safavi-nab

Antwort vom Autor am 25.04.2013
Armin Safavi-nab

Man sollte aber auch nicht die Panik schüren. Es gibt durchaus Techniken bei denen auch die Spritzen in den Gaumen schmerzfrei sind, es handelt sich hierbei um computergestützte Injektiongeräte. Auch kann viel durch eine Vorbetäubung vermieden werden. Fragen Sie Ihre Zahnärztin doch einfach mal nach Alternativen zu der "11". Beste Grüße A. Safavi


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