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Zahnarztangst & Dentalphobie: Das sind die Unterschiede

Dr. Ludwig

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© crossstudio - iStockGeht die Zahnarztangst so weit, dass der Zahnarzt nicht mehr aufgesucht wird, können schwere Erkrankungen die Folge sein. (© crossstudio - iStock)Ungute Gefühle wie Nervosität oder Anspannung vor einem Zahnarztbesuch sind ganz normal, denn kaum jemand betritt wirklich gern eine Zahnarztpraxis. Bei vielen Menschen bleibt es aber nicht dabei – sie haben regelrechte Zahnarztangst. Diese kann schwere körperliche Reaktionen und ein Vermeidungsverhalten auslösen. Betroffene machen dann einen großen Bogen um jeden Zahnarzt und nehmen sogar Zahnschmerzen und schleichenden Verlust der Zahn- oder Mundgesundheit in Kauf.

Scham und Verzweiflung über diese Situation ziehen dann häufig weitere psychische Probleme nach sich. Da die Zahl solcher Angstpatienten groß ist, sind inzwischen viele Zahnärzte auf Behandlungen bei Zahnarztangst vorbereitet. Gemeinsam mit den Patienten finden sie Wege zurück zu einem normalen Verhältnis gegenüber Zahnarzt und Zahnbehandlungen.


Woher kommen Zahnarztangst und Dentalphobie?

Hinter Zahnarztangst verbirgt sich in aller Regel eine Zahnbehandlungsangst, da sich Angst oder Abneigung nur selten gegen Zahnärzte als Personen richten. Die zahnärztlichen Instrumente, das Gefühl im Praxisstuhl ausgeliefert zu sein, sind eher Gründe für die Angst.

Zwar werden Begriffe wie Zahnarztangst und Dentalphobie oft synonym genannt, aber es gibt einen großen Unterschied: Die Dentalphobie richtet sich sogar komplett gegen alles, was mit Zähnen zu tun hat. Sie kann so weit führen, dass schon der Anblick der eigenen Zähne im Spiegel gemieden wird. Beides entsteht nicht von selbst.

Auslöser ist meist ein traumatisches Erlebnis in der Vergangenheit. Die damit verbundenen extremen Gefühle haften im Unterbewusstsein, auch wenn das Ereignis selbst längst vergessen wurde. Genauso sind aber auch Unsicherheit angesichts möglicher Schmerzen, der Kontrollverlust in der Behandlungssituation oder schlimme Zahnarzt-Geschichten aus dem sozialen Umfeld für viele ein Grund, nicht mehr zum Zahnarzt zu gehen.


Symptome und Folgen von Zahnarztangst

Zahnarztangst äußert sich mit vielfältigen Symptomen. Sie zeigen sich unter anderem durch

  • Nervosität
  • Gereiztheit
  • Zittern
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit
  • Herzrasen
  • Erbrechen
  • Kreislaufkollaps
  • Ohnmacht

Wer dann Jahre oder gar Jahrzehnte Zahnarztbesuche unterlässt, spürt bald weitere Folgen. Selbst bei guter, regelmäßiger Zahnpflege zu Hause breiten sich irgendwann Zahnkrankheiten aus: Zahnschmerzen, immer schlechtere Zähne, Mundgeruch oder Zahnverlust belasten dann zusätzlich. Die kranken Zähne haben auch Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit. Vermehrte Infektionen oder Schmerzen in Kopf, Schulter oder Nacken können dadurch verursacht werden. Parallel dazu steigt der psychische Druck mit sozialem Rückzug oder auch Depressionen.


Hilfe bei Zahnarztangst und Dentalphobie

Zunächst müssen Angstpatienten den Entschluss treffen, diese Entwicklung durchbrechen zu wollen. Nahestehende Menschen können dabei helfen. Diese Entscheidung ist der erste und wichtigste Schritt. Danach kann Kontakt zu einem oder mehreren spezialisierten Zahnärzten aufgenommen werden. Diese Annäherung muss nicht gleich zur Zahnbehandlung führen, sondern soll vor allem ein starkes Vertrauensverhältnis zu dem neuen Zahnarzt aufbauen.

Dabei lernen Angstpatienten dann auch Behandlungsmethoden kennen, die ihnen ein angenehmes Zahnarzterlebnis bereiten können – beispielsweise die Zahnbehandlung unter Lachgasnarkose. Dieses bewährte Sedierungsverfahren versetzt Patienten in einen Zustand tiefer Entspannung und lässt Ängste oder Schmerzen verschwinden, während sie trotzdem noch alles mitbekommen und keinen Kontrollverlust erleiden müssen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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