Zahnarztangst: Das ist der richtige Umgang mit Angstpatienten

Dr. Benetatos

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© VladimirFLoyd_iStockBei Patienten, die unter Zahnarztangst leiden, spielt der richtige Umgang eine große Rolle (© VladimirFLoyd_iStock)Ein ungutes Gefühl im Bauch, zittrige Hände, Schweißperlen auf der Stirn. Diese Erscheinungen machen Ihnen zu schaffen, wenn Sie nur an Ihren bevorstehenden Zahnarzttermin denken? Sie sind damit nicht alleine: Viele Patienten leiden unter Zahnarztangst und schieben selbst medizinisch notwendige Termine beim Zahnarzt so lange auf, bis sie es vor Schmerzen nicht mehr aushalten. Um diese Phobie zu überwinden, braucht es einen einfühlsamen Zahnarzt, der sich die notwendige Zeit für Sie nimmt und Ihre Ängste ernst nimmt. Glücklicherweise gibt es heute Zahnärzte, die sich auf ängstliche Patienten und deren Bedürfnisse spezialisiert haben.

Woher kommt die Angst vor dem Zahnarzt?

In den meisten Fällen liegt die Ursache der Zahnarztangst in einem traumatischen Erlebnis während der Behandlung. Diese Traumatisierung kann schon im frühen Kindesalter geschehen sein und Sie dann das ganze Leben lang begleiten. In manchen Fällen haben Betroffene allerdings selbst nie schlechte Erfahrungen mit dem Zahnarzt gemacht. Stattdessen entsteht die Angst durch Erfahrungsberichte von Betroffenen, sie wurde in diesem Fall also „gelernt“. Für Betroffene ist die zweite Form der Zahnarztangst jedoch nicht weniger schlimm als die erste, die auf eigenen Erfahrungen basiert.


Angst und Scham: Therapie mit Respekt und Einfühlungsvermögen

Ein weiterer Kernpunkt, der bei der Entstehung von Zahnarztangst eine Rolle spielt, ist die Scham. Viele Patienten berichten, dass die Scham ein noch stärkerer Faktor ist als die Angst vor der Behandlung. Scham entsteht stets durch den gleichen Auslöser: Man fühlt sich entblößt - sei es körperlich oder psychisch. Auf dem Behandlungsstuhl fühlen sich viele Betroffene ausgeliefert. Überspitzt gesagt scheint es, als würden ihre Geheimnisse zutage treten. Gerade wenn Patienten durch ein solches „Vorgeführtwerden“ traumatisiert wurden, ist es besonders wichtig, dass sie sich in Zukunft beim Zahnarzt sicher und verstanden fühlen.

Ein auf Angstpatienten spezialisierter Zahnarzt wird immer versuchen, den Ursprung Ihrer Zahnarztangst zu verstehen und Sie dann individuell behandeln - immer mit Respekt und Ruhe. Sie müssen sich Ihrer Ängste und Zähne nicht schämen. Ihr Zahnarzt möchte Sie behandeln beruhigen und nicht be- oder gar verurteilen.


© fotolia - Igor MojzesEin offenes Gespräch mit Ihrem Zahnarzt kann eine Vertrauensbasis schaffen, noch bevor die Behandlung begonnen hat (© fotolia - Igor Mojzes)Soziale und gesundheitliche Auswirkungen der Zahnarztangst

Heutzutage werden die Zähne als die Visitenkarte eines Menschen angesehen. Wer schöne Zähne hat, sie auch gerne zeigt und dabei viel lacht, gilt als offen, freundlich und sympathisch. Das gilt im privaten Umfeld ebenso wie im beruflichen. Bei Vorstellungsgesprächen achten Personalchefs ganz unweigerlich auf das äußere Erscheinungsbild der Bewerber. Wer sich seiner Zähne schämt und darum kaum lächelt oder lieber mit halb offenen Mund spricht, wirkt gehemmt und weniger kompetent. 

Aus gesundheitlicher Sicht sind natürlich vor allem die Zähne betroffen. Bleiben Zahnkrankheiten unbehandelt, können sie noch weitere Probleme verursachen. Eine unbehandelte Karies kann beispielsweise starke Schmerzen sowie Infektionen und Entzündungen des Mundraumes nach sich ziehen. Eine Parodontitis, die nicht behandelt wird, kann chronisch werden, Knochenabbau verursachen und so auf lange Sicht für den Verlust ansonsten intakter Zähne verantwortlich sein. In besonders schweren Fällen können unbehandelte Zahnerkrankungen sogar Auslöser für andere organische Erkrankungen oder Herzleiden sein. Auch Diabetes steht in einer gefährlichen Wechselwirkung mit Parodontitis.


Behandlung von Angstpatienten: Ohne Schmerz und Angst

Die zahnmedizinische Behandlung ängstlicher Patienten sollte in jedem Fall frei von Hektik und Druck sein. Viele auf Angstpatienten spezialisierte Praxen bieten betroffenen Patienten an, den Zahnarzt zuerst einmal in einem entspannten Ambiente fernab des Behandlungsstuhls kennenzulernen. In einem ersten Gespräch können Sie dem Arzt Fragen stellen und Wünsche und Erwartungen äußern. So entsteht eine Vertrauensbasis, von der Sie während der Behandlung nachhaltig profitieren. Zusätzlich bieten viele Zahnärzte ihren (Angst-)Patienten die Möglichkeiten der Sedierung an. Sie ist gut zu steuern und überaus sicher. Patienten verschlafen die Behandlung und wachen danach entspannt auf.

Bei einem guten auf Angstpatienten spezialisierten Zahnarzt wird nichts ohne Ihre Einwilligung geschehen. Alles passiert in dem Tempo, mit dem Sie sich wohlfühlen. Auf Wunsch kann die Behandlung jederzeit unterbrochen werden. So können Sie Schritt für Schritt Ihre Angst überwinden und wieder Vertrauen zu Ihrem Zahnarzt fassen. Nehmen Sie die Gelegenheit eines unverbindlichen Beratungsgesprächs bei einem spezialisierten Zahnarzt in Anspruch. Für Ihre Zahngesundheit!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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