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Zum Zahnarzt? Auf keinen Fall!

Herr Bärenklau

von
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© stokkete - fotoliaWoher kommt tief sitzende Zahnarztangst? Und wie lässt sie sich überwinden? (© stokkete - fotolia)Wer kennt sie nicht, die „Frühaufdreher“ in Bayern 3? Das muntere Radio-Moderatorentrio alias Bernhard "Fleischi" Fleischmann, Claudia Conrath und Axel Robert Müller sorgt allmorgendlich weit über die Grenzen des Freistaats hinaus für gute Laune - und widmete erst vor einigen Tagen nahezu die ganze Radiosendung einem Thema, das für viele leider bitterer Ernst ist: der Angst vor dem Zahnarztbesuch!

Um es deutlich zu machen: Die Rede ist hier nicht von jenem Unwohlsein, das fast jeden Patienten kurz vor der Behandlung überfällt, wenn er etwa den üblichen Geruch in einer Zahnarztpraxis wahrnimmt oder die typischen Bohrgeräusche hört. Ein solches Unbehagen ist ganz normal. Etwa jeder zehnte Deutsche hat allerdings - und das ist ungewöhnlich - so ausgeprägte Zahnarztangst, dass er selbst bei stärksten Zahnschmerzen den Besuch meidet. Unter 40-Jährige leiden dabei viermal so sehr unter dem als Dentalphobie bezeichneten Phänomen wie über 6-Jährige; Frauen etwas mehr als Männer. Der Gedanke an den Zahnarzt genügt, um Herzrasen oder Schweißausbrüche, Zittern, Schwindel oder gar Übelkeit auszulösen.

Woher kommt diese ausgeprägte Angst vor einem Zahnarztbesuch - und vor allem: Was kann man dagegen tun? Oftmals sind bei Zahnarztangst negative Berichte über schlimm verlaufene Zahnbehandlungen im sozialen Umfeld (Verwandtschaft, Freunde), eigene schlechte Erfahrungen (z.B. sehr starke Schmerzen nach einer nicht geglückten Behandlung) oder aber das schlechte Vorbild der Eltern entscheidend, sagen Psychologen. Viele Dentalphobiker glauben auch, ihre Zähne seien so schlecht, dass sie sofort gezogen gehörten - oder im Mindesten eine lange, schmerzhafte Behandlung anstünde. Die Angst hat weitere teils rationale, teils irrationale Ausprägungen: Angst vor den Gerätschaften, Angst vor Schmerzen bei Zahnabdrücken oder aber Angst vor den mitleidigen Blicken der anderen Patienten im Wartezimmer.

Man muss sich vor Augen führen, dass zahlreiche Dentalphobiker aus Angst vor Schmerzen bei einer Zahnarztbehandlung enorme Schmerzen in Kauf nehmen - jene, die von nicht behandelten Zähnen verursacht werden! Hierin liegt womöglich aber auch der Keim für eine Lösung des Problems, bei der es immer darum gehen wird, zunächst einmal „das Eis zu brechen“:

  • Trauen Sie sich und vereinbaren Sie mit einem Zahnarzt einen ersten Termin. Offenbaren Sie sich als Angstpatient. Bitten Sie nur um ein unverbindliches Gespräch - es geht tatsächlich erst einmal um Ihre Schwellenangst. Stellen Sie sich bitte darauf ein, dass nicht gleich die erste telefonisch kontaktierte Praxis ein Volltreffer sein wird: Wer keine Zeit hat, am Telefon hektisch reagiert oder Sie rasch abfertigen möchte ist für Ihr Problem nicht geeignet. Womöglich können Ihnen Lebenspartner oder Freunde bei der Auswahl behilflich sein.
  • Idealerweise sollten Sie auch ein erstes Zahnarztgespräch in Begleitung führen - eine Person, die Sie positiv motivieren, antreiben und bei der Stange halten kann. Nehmen Sie sich Zeit, sorgen Sie für entspannte Atmosphäre und eine Belohnung hinterher - etwa einen ausgedehnten Shoppingbummel oder Restaurantbesuch.
  • Gegenstand eines Gesprächs ist beispielsweise eine ausführliche Aufklärung über alle Maßnahmen. Bei Angstpatienten werden Sie sich den Themen mögliche Schmerzen und Betäubung widmen. Sehr wichtig ist natürlich auch der entspannte Umgang aller Mitarbeiter mit Ihnen, dem Angstpatienten.
  • Ein freundliches Ambiente einer Praxis trägt für klassische Angstpatienten ebenso zur Beruhigung bei wie ein möglichst leeres Wartezimmer. Vereinbaren Sie also möglichst Ihren Termin nicht zur „Stoßzeit“!
  • Glückwunsch, wenn Sie sich zu einer Behandlung entschlossen haben! Wichtig ist für Angstpatienten in diesem Stadium, die Kontrolle über eine Behandlung zu behalten. Ein guter Zahnarzt wird Sie stets nach Pausen fragen, Ihnen Analgetika (Schmerzmittel) anbieten und jeden Schritt der Behandlung einzeln erklären.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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