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Angst vor einer Zahnbehandlung? Welche Lösungen gibt es?

Dr. Schmidt

von
verfasst am

© Cube_iStock© Cube_iStockZahnbehandlungsangst oder -phobie?
Die Angst vor dem Zahnarztbesuch ist ein weitverbreitetes Phänomen. Ca. 60% der Bevölkerung geben ein unangenehmes Gefühl beim Gang zum Zahnarzt an. Eine ausgeprägte Form einer Zahnarztangst liegt bei 20% der Bevölkerung vor. Ca. 5% meiden den Gang zum Zahnarzt gänzlich.

Hier wird die Zahnarztangst auch aus medizinischer Sicht kritisch. Der dann oft entstandene desolate Zustand führt nicht nur zur gesellschaftlichen Ausgrenzung, sondern kann negative Folgen für die Allgemeingesundheit haben.

Diesen Menschen muss also unbedingt geholfen werden.

Wie therapiert man Menschen mit Zahnarztangst richtig?
Die Behandlung von Menschen mit Zahnarztangst sollte sich möglichst nicht alleine auf die Zähne konzentrieren. Vielfach werden in „schnellen“ Narkosebehandlungen in nur wenigen Sitzungen alle Zähne auf einmal behandelt. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge hat so eine schnelle Sanierung oft keine positive Auswirkung auf die Zahnarztangst selbst.

Deshalb sollten sich solche Menschen in die Hände psychologisch versierter und besonders im Umgang mit solchen Patienten spezialisierte Praxen begeben.

Dort werden Sie vor einer Behandlung in einer neutralen Umgebung erst einmal befragt und beraten. Vertrauen ist die Grundlage aller weiteren Schritte. Dieses Vertrauen kann man aber nur mit einer entsprechenden Erfahrung und mit dem nötigen Verständnis aufbauen.

Wichtig kann hier die Zusammenarbeit mit einem Fachkollegen sein. Dies zu entscheiden, liegt in den Händen eines vertrauensvollen Angstspezialisten.

Erst wenn nach Abschluss der Vorgespräche und einer klaren sauberen Therapie die Behandlung geplant ist, sollten die Arten der Behandlungsmöglichkeiten besprochen werden.

Die Arten der Behandlung
Es liegt in der Natur der Sache, dass viele Menschen mit einer Zahnarztangst erst dann zum Zahnarzt gehen, wenn der Schmerz plagt. Unter solche Bedingungen sollten nach dem Vorgespräch erst einmal die Schmerzen genommen werden. Viele Menschen wissen nicht, dass die heutige Anästhesie (lokale Schmerzbetäubung) mit modernen Methoden völlig schmerzfrei sein kann. Eine anxiolytische Medikation vor der Behandlung außerhalb eines Behandlungszimmers in ruhiger Atmosphäre reicht für eine solche erste Schmerzbehandlung in vielen Fällen absolut aus. Ob dann die weiteren Behandlungen in Lokalanästhesie, Analgosedierung (Beruhigung) bis hin zu einer Behandlung in Vollnarkose durchgeführt werden, hängt vom Zustand und dem Erfolg der ersten Gespräche ab. Vollnarkose stellt für viele Patienten die einzige Möglichkeit dar, einen großen Schritt in eine neue Zahngesundheit zu gehen.

Bei allen angstlösenden Medikationen sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass der Zahnarzt mit einem Facharzt für Anästhesiologie zusammenarbeitet. Eine Analgosedierung ohne Überwachung ist nicht ungefährlich. Deshalb sollten Patienten mit einer ausgeprägten Form der Zahnarztangst nur eine Praxis aufsuchen, die über die nötigen fachlichen und apparativen Voraussetzungen verfügt.

Was kann man selbst gegen die Zahnarztangst tun?

  • Gehen Sie rechtzeitig zum Zahnarzt und nicht erst, wenn Sie Schmerzen bekommen.
  • Informieren Sie sich vorher, ob die Praxis die Sie auswählen, die nötige Qualifikation aufweist.
  • Akzeptieren Sie Ihre Angst. Jeder Mensch hat Ängste. Sie sind normal - es fehlte in der Vergangenheit nur an Verständnis.
  • Nehmen Sie eine verständnisvolle Person zu Ihrem ersten Termin mit.
  • Nehmen Sie sich den Tag komplett frei - es geht um Ihre Gesundheit.
  • Kommen Sie etwas früher zum Termin und machen noch einen strammen Spaziergang von ca. 20 Minuten vor Ihrem Termin.
  • Sagen Sie immer sofort, wenn Sie den Eindruck haben, die Kontrolle zu verlieren.

Wenn Sie sich jetzt noch in die richtigen Hände begeben, dann können Sie mit Ihrer Zahnbehandlungsangst bald wesentlich besser leben.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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