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Metallfreier Zahnersatz mit Keramikimplantaten

Dr. Kienzle

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© Obencem iStockDie eingesetzten Keramikimplantate sind kaum sichtbar und stellen somit, nicht nur für Allergiker, eine Alternative dar. (© Obencem iStock)Mit allergischen Reaktionen und Material-Unverträglichkeiten müssen sich immer mehr Menschen auseinandersetzen. Deshalb legt auch die Zahnmedizin Wert auf den Einsatz von Materialien, die so neutral sind, dass sie beim Patienten keinerlei Irritationen hervorrufen. Zirkondioxid, eine Keramik, die u. a. bei der Herstellung von Inlays, Kronen und Brücken Anwendung findet, erfüllt eben diese Anforderungen. Bei Keramikimplantaten aus Zirkondioxid sind so viele Vorzüge nachzuweisen, dass sie inzwischen eine echte Alternative zu Titanimplantaten darstellen.

Verträglichkeit

Zirkondioxid besitzt beispielsweise eine hervorragende Biokompatibilität und ist so neutral, dass sich an entsprechenden Versorgungen weniger Plaque anlagern kann, als an den vorhandenen eigenen Zähnen. Damit sind Keramikimplantate weniger anfällig für Infektionen und minimieren das Risiko von Zahnfleischentzündungen.

Einheilung

Bei der so genannten Osseointegration eines metallfreien Implantats aus Zirkondioxid zeigt sich darüber hinaus eine ganz erstaunliche Qualität. Das Material wächst nicht nur gut in den Knochen ein, sondern verbindet sich auch hervorragend mit dem Weichgewebe, der so genannten Gingiva. Damit wird der ästhetische Gesamteindruck zusätzlich gestärkt. Vor allem aber erhöht diese Form des Einwachsens auch die Erfolgsquote der Implantation und sorgt dafür, dass mögliche Entzündungsherde, die einen Verlust des Implantats zur Folge hätten, gar nicht erst entstehen können.

Belastungsfrei und ganzheitlich

Wenn die Versorgung mit Keramikimplantaten nicht nur eine ästhetische Rolle spielt, sondern eine medizinische Notwendigkeit darstellt, gestaltet sich die Zahnbehandlung oft zu einer Kooperation zwischen den verschiedenen Fachrichtungen. Neben dem Hausarzt und einem für spezielle Analysen ausgestatteten Labor arbeiten wir dann auch mit Naturheilkundlern zusammen. Auf diese Weise erhalten wir differenzierte Perspektiven auf den Versorgungsbedarf des Patienten. Die üblichen Diagnosemaßnahmen erweitern wir in diesem Fall um diverse Tests und ein spezielles Programm zur Vor- bzw. Nachbehandlung der eigentlichen zahnärztlichen Maßnahmen. Mit Hilfe eines Blutbildes spüren wir Belastungen und Defizite (u. a. im Mineralstoffhaushalt) auf. Auch immunologische Tests und eine ausgiebige Analyse per 3-D-Röntgenaufnahmen stehen auf dem Programm.

©nenetus - fotoliaMit metallfreien Zahnimplantaten aus Keramik zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gelangen. (©nenetus - fotolia)Ästhetik

Auch aus rein ästhetischen Überlegungen sind Keramikimplantate unübertroffen. Ihre Elfenbeinfarbe entspricht dem Aussehen natürlicher Zähne und kann entsprechend individuell angepasst werden. Jegliches Durchschimmern eines Metallkerns ist von vornherein ausgeschlossen, weil Keramikimplantate wirklich zu 100 % metallfrei sind.

Die Behandlung mit Keramikimplantaten lässt sich nicht eins zu eins auf das Vorgehen bei Titanimplantaten übertragen. Aber es ist heutzutage möglich, jede Zahnlücke auch mit Keramikimplantaten zu versorgen. Das moderne Verfahren hierfür hat Praxisreife erreicht, wenngleich Langzeitstudien noch nicht in dem Maße vorhanden sind, wie für Behandlungen mit klassischen Titanimplantaten.

Zumindest können Sie sicher sein, dass die komplett metallfreie Versorgung Ihrer Zähne möglich ist. Keramikimplantate können zwar nur in gesundem Knochen gut einheilen. Dafür eignen sie sich aber auch für solche Fälle, in denen es bereits zu Knochenabbau gekommen bzw. der Knochenkamm bereits recht schmal geworden ist.

Keramikimplantat statt Wurzelbehandlung?

Wir sprechen hier von einem Sonderfall der Behandlung, der sich am allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten orientiert. Sind die Entzündungsherde durch die Infektion einer Zahnwurzel so gravierend, dass wir nicht davon ausgehen können, dass die Wurzelbehandlung baldige Besserung verspricht, entscheiden wir u. U. für eine Extraktion des betroffenen Zahnes. Im Anschluss daran versorgen wir die Lücke mit einem Keramikimplantat. Im konkreten Fall kann das für einen Patienten der optimale Weg zur Heilung sein. Um diese Entscheidung diagnostisch zu untermauern, verfahren wir nach einem ähnlichen Konzept wie in solchen Fällen, in denen Patienten unter Allergien und Materialunverträglichkeiten leiden.

Fazit

Die Entscheidung für eine Versorgung mit Keramikimplantaten ist, wie grundsätzlich in der Implantologie, bei jedem Patienten individuell zu treffen. Zahlreiche Faktoren wie Metallunverträglichkeiten oder der Wunsch nach weitgehender Belastungsfreiheit für den Körper können deutlich dafür sprechen. Beraten Sie sich am besten mit einem spezialisierten Zahnarzt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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