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Zahnersatz und Invisaligns: Ist die Behandlung trotzdem möglich?

Dr. Maria Niki Aigyptiadou

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© Nick Freund - fotoliaStellt Zahnersatz ein Problem für eine anstehende Invisaligns-Behandlung dar? (© Nick Freund - fotolia)Nicht nur für Teenager ist eine Korrektur von Zahnfehlstellungen möglich. Auch Erwachsene können sich noch die Zähne richten lassen. Doch für ein ebenmäßiges Gebiss monatelang mit metallfarbenen Klammern herum laufen möchte in fortgeschrittenem Alter kaum jemand. Deshalb sind dann Invisaligns-Zahnspangen oft die erste Wahl.

Die transparenten Schienen fallen kaum auf und können zum Essen und Zähneputzen herausgenommen werden. Doch anders als bei Kindern und Jugendlichen hat ein erwachsenes Gebiss im Laufe der Jahre meist schon einiges mitgemacht. Oft sind nicht mehr alle eigenen Zähne, sondern auch Zahnersatz wie Brücken, Kronen oder Implantate vorhanden. 

Gibt es Zahnersatz, der eine Kontraindikation für Invisaligns ist?

Doch das muss kein Grund sein, sich vom Traum zu verabschieden, mit Invisaligns zu einem makellosen Lächeln zu kommen. Denn generell kann auch Erwachsenen mit vorhandenem Zahnersatz mit Invisaligns-Schienen geholfen werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass besonders im Frontbereich noch eigene Zähne vorhanden sind. Und der Behandler muss im Einzelfall entscheiden, wie und ob Brücken & Co für den Behandlungserfolg hinderlich sind oder eine Behandlung erst gar nicht möglich machen.

Welche Arten sind betroffen?

Überkronte Zähne beispielsweise stellen bei der Invisaligns-Therapie überhaupt kein Hindernis dar. Denn mit ihnen lässt sich ein Zahn genauso gut bewegen wie ein natürlicher Zahn. Bei Kronen muss lediglich beachtet werden, dass an ihnen sogenannte „Attachments“ nicht so gut haften. Diese kleinen „Höcker“ werden manchmal zusätzlich zu den Invisaligns-Schienen auf den Zahn geklebt, um den Behandlungserfolg zu unterstützen. 

Anders kann die Situation sein, wenn bereits Brücken als Zahnersatz vorhanden sind. Solch eine Brücke verbindet ja zwei Zähne fest miteinander. Deshalb kann diese Art des Zahnersatzes der gewünschten Korrektur im Wege stehen, muss es aber nicht. Ob eine Brücke ein Hindernis für die kieferorthopädische Invisaligns-Behandlung ist, kann demnach nicht pauschal gesagt werden, sondern muss vom jeweiligen Behandler vor Therapiebeginn geprüft werden.

Welche Alternativen gibt es?

Dies ist auch der Fall, wenn bei einem Patienten bereits Implantate eingesetzt worden sind. Denn diese sind ja im Gegensatz zu den eigenen Zähnen ganz fest im Kiefer verankert. Sie sollen und dürfen sich nicht lockern oder verschieben. Ob Invisaligns und Implantate sich bei der Kieferkorrektur „vertragen“ hängt davon ab, in welche Richtung sich die Zähne verschieben sollen. In einigen Fällen kann ein Implantat durchaus ein Hindernis darstellen.

In anderen sogar eine Stütze sein. Für Patienten, denen aufgrund ihres Zahnersatzes nicht mit Invisaligns geholfen werden kann, gibt es jedoch auch noch andere unauffällige Mittel zur Zahnkorrektur. In Frage kommen dann zum Beispiel zahnfarbene Klammern. Oder die Lingualtechnik, bei der die Zahnspange an der Innenseite der Zähne sitzt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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