Deutschlands größte Arztempfehlung

Zahnfleischerkrankung: Risikoerhöhung für Herz-Kreislauf und Diabetes

Dr. Peschel

von
verfasst am

©AndreyPopovErkrankungen im Mundraum können sich schnell auf andere Körperbereiche auswirken. (©AndreyPopov)In den letzten Jahren wurde viel darüber, inwiefern eine Erkrankung des Zahnfleisches mit anderen Erkrankungen zusammenhängt. Fest steht, dass eine Erkrankung des Zahnhalteapparates u. a. Auswirkungen auf Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat.

Wie erkenne ich eine Zahnfleischerkrankung?

Eine Zahnfleischerkrankung, die im Fachjargon als Parodontitis bezeichnet wird, ist gekennzeichnet durch Bildung von Zahnfleischtaschen, Rückgang des Zahnfleisches und den Abbau des Kieferknochens. Diese chronische Erkrankung führt unbehandelt, meist über Jahre, zu Zahnlockerung und Zahnverlust. Hauptursache sind Bakterien, wie sie bei jedem Menschen zu Millionen in der Mundhöhle vorkommen.

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Zahnfleischerkrankungen und dem Blutzuckerspiegel?

Neben den Bakterien gibt es aber auch weitere Ursachen, die zu einer Zahnfleischerkrankung führen können bzw. sich negativ auf eine bereits bestehende Erkrankung auswirken können. An erster Stelle ist da der Diabetes mellitus zu nennen, also ein chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel im Blut. Parodontitis und Diabetes können sich gegenseitig beeinflussen. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel verstärkt entzündliche Vorgänge, so wie sie bei einer Zahnfleischerkrankung vorliegen. Somit haben Diabetiker ein erhöhtes Risiko, an einer schweren Form der Parodontitis zu erkranken.

Umgekehrt können aber auch die entzündlichen Vorgänge bei Zahnfleischerkrankung den Blutzuckerspiegel erhöhen und somit den Diabetes verschlechtern. Daraus lässt sich schließen, dass Patienten, die einen gut eingestellten Blutzucker haben, bessere Chancen für eine erfolgreiche Parodontitistherapie haben. Auch die Pardontitistherapie an sich verbessert den Blutzuckerspiegel und wirkt sich somit positiv auf den Diabetes aus.

Weiterhin konnte in zahlreichen Studien ein Zusammenhang zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hergestellt werden. Es gibt verschiedene Formen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die bekannteste ist wohl die Arteriosklerose, die durch Ablagerungen in den Blutgefäßen und mit einer damit einhergehenden Gefäßverengung gekennzeichnet ist. Daraus können Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall entstehen.

Mit der Parodontitisbehandlung Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen

Wie eingangs erwähnt, liegen bei einer Zahnfleischerkrankung Taschen vor, über die Bakterien aus der Mundhöhle in die Blutbahn geraten können. Bakterien aus den Zahnfleischtaschen konnten in den Gefäßablagerungen nachgewiesen werden. Dort können die Bakterien die Erkrankung verstärken, beispielsweise durch Schädigung der Gefäßwände. So ist es möglich, dass eine Behandlung von Zahnfleischerkrankungen zu einer Vorsorge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen kann.

Sobald eine Erkrankung des Zahnfleisches festgestellt worden ist, sollte eine Behandlung erfolgen. In der Fachsprache wird diese Behandlung als Parodontitistherapie bezeichnet und besteht in der Entfernung von Zahnstein und Bakterien auf der Zahnwurzeloberfläche. In schweren Fällen wird eine begleitende Antibiotikatherapie verordnet.

Was kann ich zur Vorbeugung tun?

Um einer Erkrankung des Zahnhalteapparates vorzubeugen und somit auch anderen Allgemeinerkrankungen, empfiehlt sich eine Professionelle Zahnreinigung, die mindestens zwei Mal pro Jahr durchgeführt werden sollte. Dabei werden Beläge und Zahnstein entfernt, die selbst bei einer guten Mundhygiene vom Patienten selbst nicht entfernt werden können.

Diese Professionelle Zahnreinigung stellt somit eine Vorsorge dar, dient gleichzeitig aber auch als Basis für eine erfolgreiche Parodontitistherapie. Sie sollte der Behandlung von Zahnfleischerkrankungen stets vorrausgehen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
2
Interessante Artikel zum Thema „Parodontose”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
 
Ich akzeptiere die Nutzungsrichtlinien und AGB der jameda GmbH und habe die Datenschutzerklärung gelesen.
  

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete