Zahnfleischschwund: Ursachen, Folgen & Prävention

Wie kann Zahnfleischrückgang vorgebeugt werden? (© Andrey Popov - fotolia)

Zahnfleischrückgang oder auch Gingivarezession ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch ein medizinisches. Denn ein zurückgehendes Zahnfleisch entblößt freiliegende Zahnhälse, die schmerzempfindlich sein können. Aber es kann neben dem Zahnfleisch auch der Knochen zurückgehen und die Zähne können ausfallen.

Wenn das Zahnfleisch die Zahnwurzel nicht mehr schützt, liegt der Zahnhals frei: Kalte, saure oder süße Nahrung kann dann die Wurzeloberfläche erreichen und eine Schmerzempfindung auslösen. Außerdem erscheinen die Zähne länger – dies ist wiederum ein ästhetisches Thema. Wendet man nun die falsche Putztechnik an, kann man sich kostbare Zahnsubstanz wegputzen – es entstehen diese unschönen Rillen in den Zahnhälsen, die wieder Schmerzen auslösen können.

Wie entsteht Zahnfleischrückgang?

Ursachen des Zahnfleischrückganges gibt es viele.

Eine Rolle spielen unter anderem:

Eine weitere Ursache kann der übermäßige Alkoholkonsum sein. Durch den Genuss von Alkohol entsteht ein saures Milieu im Mund, das zu Zahnfleischrückgang führt.

Welche Folgen können durch Zahnfleischrückgang entstehen?

Dehydrierung und Mundtrockenheit bilden einen idealen Nistplatz für Bakterien. Somit ist hier die Möglichkeit der Entzündung des Zahnfleisches und des Zahnfleischrückganges gegeben. Die im Alkohol enthaltenen Zucker und Säuren greifen den Zahnschmelz an. Durch den übermäßigen Alkoholkonsum wird außerdem übermäßig Magensäure produziert, was häufig zu Sodbrennen führen kann. Beim Aufstoßen gelangt die Säure in den Mundraum und wirkt hier ätzend auf Zahnschmelz und Zahnfleisch.

Der Zahnschmelz ist nun durch die Säureattacken angegriffen, somit können sich die Bakterien besser anhaften und vermehren. Es kann nun zu Karies und Parodontitis bis hin zum Zahnverlust kommen.

Zu viel Alkohol bringt außerdem die Mundflora aus dem Gleichgewicht und die guten Bakterien werden von den schlechten verdrängt.

Aber auch das Aussehen der Zähne kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Durch den Genuss von Rotwein entstehen oft unschöne Verfärbungen der Zähne. Das stellt wiederum ein ästhetisches Problem dar. Diese Verfärbungen sind mit der Zahnbürste nicht wegzubekommen. Hier helfen nur eine Professionelle Zahnreinigung oder ein Zahnbleaching.

Wie kann man dem Zahnfleischrückgang entgegenwirken?

In erster Linie ist übermäßiger Alkoholkonsum zu meiden. Erste Anlaufstelle für solche Probleme ist natürlich immer der Zahnarzt, weil er die Ursache des Zahnfleischrückganges feststellen kann. Neben einer Inspektion der Mundhöhle ist es wichtig, in Form einer PZR (Professionellen Zahnreinigung) alle Beläge und Bakterien zu entfernen und den Patienten in der richtigen häuslichen Mundhygiene anzuleiten.

Des Weiteren wird der Sitz des Zahnersatzes geprüft. Ist hier eine ungenaue Passung gegeben, muss dieser erneuert werden.

Aber auch Knirschen oder Pressen können eine Ursache des Zahnfleischrückganges sein. Hier kann eine Knirscherschiene hilfreich sein. Piercings sollten ebenfalls kritisch unter die Lupe genommen werden.

Zahnfleischrückgang ist also ein Geschehen, was von vielerlei Faktoren begünstigt werden kann.
Der übermäßige Alkoholkonsum spielt dabei eine wesentliche Rolle. Dennoch braucht man auf ein Gläschen in Ehren ab und an nicht zu verzichten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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