Zahnimplantate nach der Chemotherapie: Risiken & Behandlungsalternativen

Für das erfolgreiche Setzen eines Implantats nach einer Chemotherapie ist eine gute Planung notwendig. (© rommma - fotolia)

Mit der Zeit können krankhafte Zustände an Zahn und Zahnfleisch zum Verlust von Zähnen und Knochen führen und die eigene Lebensqualität einschränken. In seltenen Fällen sind Zähne gar nicht erst angelegt. Die Essgewohnheiten, das Lächeln oder auch die normale Aussprache sind ungewollt verändert und legen den Wunsch nach einer adäquaten Lösung nahe.

Mit Zahnimplantaten werden Ziele zur Wiederherstellung der Kaufunktion, der Ästhetik und der Sprache realisiert:
Die Nachfrage nach Zahnimplantaten zur Wiederherstellung und Verbesserung der Kaufunktion wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Dabei spielen Erkrankungen, wie zum Beispiel Osteoporose oder Krebs, eine entscheidende Rolle zur Planung und Umsetzbarkeit von Zahnimplantaten.

Zahnimplantate nach Chemotherapie?

Die Chemotherapie stellt eine wichtige Säule zur Behandlung verschiedener Krebsleiden dar. Die dazu verwendeten Medikamente beeinflussen u.a. die Abwehrlage. Unter Beachtung spezieller Handlungsempfehlungen profitieren Patienten auch nach einer Chemotherapie von Zahnimplantaten.

Mögliche Risiken und Behandlungsstrategien:

Die knöcherne Einheilung solcher Implantate und der damit verbundenen Verankerung im Kieferknochen ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Versorgung mit beispielsweise Kronen. Durch ein herabgesetztes Immunsystem kann die Einheilung eines Implantats erschwert, verzögert oder gar ganz verhindert werden.

Deswegen sind eine genaue Indikationsstellung, die enge Absprache mit den zuständigen Onkologen und eine antibiotische Therapie während und nach der Operation bis zum Abschluss der Wundheilung Grundpfeiler einer erfolgreichen Implantation.

Knochenaufbaumaßnahmen, die bei reduzierten Kieferkämmen angewendet werden, sind unter Beachtung einer sorgfältigen Risiko-Nutzen-Abwägung und mit einer möglichen 3D-Planung ebenfalls umsetzbar. Dazu bespricht der Zahnarzt oder Chirurg mit Ihnen das Vorgehen Schritt für Schritt und klärt Sie über die Notwendigkeit zusätzlicher Therapiemaßnahmen und die dafür verwendeten Materialien auf. Patienten können durch eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Kontrollen und eine sorgfältige Mundhygiene einen wichtigen Beitrag zur Therapie leisten.

Grundsätzlich sollte eine Implantation erst einige Monate nach dem letzten Zyklus der Chemotherapie erfolgen.

Gibt es Alternativen?

Herausnehmbare Arbeiten, wie zahn- und zahnfleischgetragene Prothesen, oder auch festsitzende Versorgungen, wie Brücken, können Behandlungsalternativen darstellen. Schon bestehende Versorgungen können vom Zahnarzt angepasst oder auch erweitert werden, um Druckstellen oder Verletzungen des Zahnfleisches und der Schleimhäute im Mund zu vermeiden.

Grundsätzlich überprüft der Zahnarzt alle Zähne und das Zahnfleisch und bespricht mit Ihnen jede mögliche Behandlungsoption.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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