Warum Prophylaxe und Zahnpflege in der Schwangerschaft so wichtig ist

Dr. Meissner

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© mtr_iStockLassen Sie sich regelmäßig bei Ihrem Zahnarzt untersuchen, um sowohl die Gesundheit Ihres Kindes, also auch Ihre eigene zu bewahren (© mtr_iStock)Die Schwangerschaft ist die Zeit, in der man sich auf den Familienzuwachs vorbereiten und die Vorfreude genießen sollte. Für werdende Mütter ist es aber auch wichtig, gut auf ihre Gesundheit zu achten und so optimale Bedingungen für den Nachwuchs zu schaffen.

Die hormonelle Umstellung und die zusätzliche Belastung haben Auswirkungen auf den gesamten Körper. Dazu zählen auch Zähne und Zahnfleisch. Um sie auch in der Schwangerschaft gesund zu erhalten, sollten Sie Vorsorge und Prophylaxe ernst nehmen und sich von Ihrem Zahnarzt beraten lassen.


Ist das Parodontitis-Risiko während der Schwangerschaft erhöht?

Es ist tatsächlich so, dass Schwangere ein erhöhtes Risiko haben, an Parodontitis, im Volksmund als Parodontose bekannt, zu erkranken. Etwa 30 bis 100 Prozent der schwangeren Frauen sind von der Zahnfleischentzündung betroffen.

Das liegt daran, dass erhöhte Progesteron-Werte nachhaltige Auswirkungen auf Zahnfleisch und Mundschleimhäute haben. Die Blutgefäße im Zahnfleisch erweitern sich und Giftstoffe und Plaque-Bakterien können leichter in das Gewebe eindringen. Durch diese Umstände wird eine einfache Zahnfleischentzündung schnell zu einer ernsthaften Parodontitis, die sich auf den gesamten Zahnhalteapparat ausdehnen kann.


Wodurch entsteht die Zahnfleischentzündung?

Parodontitis entwickelt sich aus einer zunächst harmlosen Zahnfleischentzündung, der Gingivitis. Sie wird von schädlichen Keimen ausgelöst, die sich im Plaque befinden. Neben Schwangeren haben auch Raucher, Diabetiker und genetisch vorbelastete Patienten ein erhöhtes Risiko zu erkranken. Eine gute Mundhygiene kann dagegen vorbeugen.

Wenn die Zahnpflege aber nicht ausreicht, sollte man schnell den Zahnarzt besuchen. Umso eher eine Parodontitis behandelt wird, desto erfolgreicher und einfacher ist die Therapie. In vielen Fällen genügt eine professionelle Zahnreinigung zur Entfernung der schädlichen Keime.

Anzeichen für eine Parodontitis, die im schlimmsten Fall zu Zahnverlust führen kann, sind unter anderem Zahnfleischbluten, die Bildung von Zahnfleischtaschen, Zahnfleischrückgang, Mundgeruch und schmerzempfindliche Zahnhälse.


Ganzheitliche Prophylaxe in der Schwangerschaft

Um eine Parodontitis und andere Zahnerkrankungen vorzubeugen, empfiehlt sich gründliche Prophylaxe während der Schwangerschaft. Dazu gehört zunächst eine gute häusliche Mundhygiene.

Verwenden Sie eine Zahnbürste mit weichen Borsten, die das Zahnfleisch schont. Die Zahnpaste sollte Wirkstoffe enthalten, die Plaque und Entzündungen vorbeugen. Besonders wirksam sind auch Mundhygieneprodukte mit der Wirkstoffkombination Aminfluorid und Zinnfluorid.

Gutes Putzen ersetzt dennoch nicht den Gang zum Zahnarzt. Ideal sind zwei Untersuchungstermine während der Schwangerschaft. Beim ersten Termin im ersten Drittel wird eine umfassende Anamnese erstellt sowie über die Ursachen von Karies und Gingivitis aufgeklärt. Außerdem ist eine professionelle Zahnreinigung mit Fluoridierung sinnvoll.


Gesunde Zähne für Sie und Ihr Kind

Ihr Zahnarzt wird Sie darüber beraten, wie Sie Ihre Zähne während der Schwangerschaft und Stillzeit bestmöglich gesund erhalten. Das führt zu einem guten Allgemeinbefinden und wirkt sich somit auch positiv auf Ihr Kind aus.

Oft wird diskutiert, ob Parodontitis in der Schwangerschaft im Zusammenhang mit Frühgeburten und einem niedrigen Geburtsgewicht steht. Die Auswirkung ist allerdings noch unklar. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall, bestmöglich vorzubeugen, damit Sie Ihre Schwangerschaft risikolos und entspannt genießen können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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