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Zahnprophylaxe mit Konzept - Was PZR und UPT unterscheidet

Dr. Wienands

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© karelnoppe - fotoliaEine UPT kann nicht mit einer gewöhnlichen PZR gleichgesetzt werden. (© karelnoppe - fotolia)PZR steht für „Professionelle Zahnreinigung“ und ist ein Baustein der zahnmedizinischen Prophylaxe. Dabei ist das Zahnsteinentfernen nur ein kleiner Teil der PZR. Eine gute und gründliche PZR beinhaltet unterschiedliche Maßnahmen, wobei der Zeitaufwand hier wesentlich höher ist. 


Was wird bei der PZR gemacht?

Bei der PZR werden die gesamten Zahn- und erreichbaren Wurzeloberflächen sowie die Zahnzwischenräume intensiv gereinigt. Ziel ist, Verfärbungen und Beläge gründlich zu entfernen, die vor allem aus schädlichen Bakterien bestehen.

Zunächst wird der festanhaftende Zahnstein mit einem Ultraschallgerät oder auch mit Handinstrumenten gelöst. Anschließend werden Verfärbungen und Ablagerungen mit einem Pulverstrahlgerät beseitigt. Wichtig ist die anschließende Politur aller Zähne mit einem rotierenden Bürstchen oder Kelch und einer speziellen Polierpaste. 

Wie unterscheidet sich die UPT von der PZR?

Unter UPT versteht man die „Unterstützende Parodontitis-Therapie“. Lassen Sie mich zuerst kurz die Parodontitis-Therapie erläutern:

Parodontitis ist eine Erkrankung des Zahnbettes. Häufige Symptome, die Patienten bemerken, sind Zahnfleischbluten und eine Entzündung des Zahnfleisches mit Rötung. Im Verlauf der Erkrankung wird der Knochen um die entzündete Zahnwurzel abgebaut, sodass sich hier das Zahnfleisch zurückzieht. Die Zahnbeläge, in denen sich Bakterien befinden, sind der wichtigste Faktor für diese Erkrankung.

Nach einer speziellen Parodontaldiagnostik und einer PZR beginnt die eigentliche Behandlung. Sie besteht aus einer Reinigung der entzündeten, tiefen Zahnfleischtaschen und Wurzeloberflächen von Bakterien und deren Ablagerungen. Dabei kommen verschiedene Handinstrumente, sogenannte Küretten, Ultraschall- oder Pulverstrahlgeräte zur Anwendung.

Die Parodontalerkrankung wird somit in erster Linie durch Plaque ausgelöst. Nach der Behandlung würden sich über die Zeit wieder Plaque und Zahnstein anlagern. Hier kommt dann die „Unterstützende Parodontitis-Therapie“, kurz UPT, zum Tragen. Die UPT schließt sich somit an die Parodontitis-Behandlung an. So soll verhindert werden, dass die Entzündung wieder aufflammt.

Wie läuft die UPT ab?

Die UPT umfasst Elemente der PZR, geht aber weit darüber hinaus. Zunächst wird der individuelle Mundhygienestatus festgestellt. Darauf aufbauend wird der Patient motiviert und über die richtige häusliche Pflege aufgeklärt. Insbesondere der Zahnseide oder Interdentalbürstchen wird hier Rechnung getragen. Der Patient übt auch, die Zahnzwischenräume zu reinigen.

Anschließend werden parodontale Befunde mit Gingival-Indizes erhoben und Zahnfleischtaschen gemessen. Auf diese Weise kann der Erfolg der Parodontitis-Therapie beurteilt werden. Es schließt sich eine professionelle Zahnreinigung mit zusätzlicher Instrumentierung der subgingivalen Zahnfleischtaschen an. 


© Maksym Yemelyanov - fotoliaBesonders Parodontitis-Patienten können von einer UTP-Behandlung profitieren. (© Maksym Yemelyanov - fotolia)Für welche Patienten ist die PZR und für welche die UPT geeignet?

Weit über die Hälfte aller über 30-Jährigen haben eine leichte oder schwere Parodontitis. Für die Nachsorge ist die UPT das Mittel der Wahl. Somit ist die PZR nur für wenige, meist junge Patienten, als alleinige Maßnahme geeignet.

In der tagtäglichen zahnärztlichen Praxis wird dennoch oft von der PZR gesprochen, auch wenn eigentlich die UPT gemeint ist.

Wer führt die PZR und UPT aus?

In der Zahnarztpraxis sollten PZR und UPT ausschließlich von fortgebildeten zahnmedizinischen Fachangestellten durchgeführt werden. Dafür gibt es eine spezielle Weiterbildung mit Qualifikationen. Die Angestellten führen dann die Titel „Zahnmedizinische Prophylaxe-Assistentin“, ZMP, „Zahnmedizinische Fachassistentin“, ZMF, und „Dental-Hygienikerin“, DH.

Wie lange dauern PZR und UPT?

Der Zeitaufwand richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten. Die PZR nimmt bei sehr einfachen Fällen sicherlich eine gute halbe Stunde in Anspruch. Im Normalfall wird oft bis zu eine Stunde benötigt. Da die UPT weitaus umfangreicher als die PRZ ist, ist hier meist mit einer zusätzlichen halben Stunde zu rechnen.


Warum ist die UPT so wichtig?

Neben der häuslichen Mundhygiene ist die UPT Voraussetzung für die Langzeitstabilisierung des Behandlungsergebnisses nach einer Parodontitis-Therapie. Hauptursache für Karies und Parodontitis sind die Plaques mit Bakterien. Diese Plaques werden bei der UPT professionell entfernt, sodass der Erfolg der vorangegangenen Parodontitis-Therapie beurteilt werden kann. Dadurch können kleinere Eingriffe, die meist im Rahmen der UPT erfolgen, einen erneuten Ausbruch der Parodontalerkrankung verhindern.


Wie oft sollte eine UPT durchgeführt werden?

Das ist individuell unterschiedlich und hängt vom persönlichen Erkrankungsbild der Parodontitis ab. In der Regel werden halbjährliche UPT-Sitzungen empfohlen, in schweren Fällen auch ein dreimonatiger Abstand. Hier sollte der Patient durch Erinnerungen seines Praxisteams unterstützt werden. Da die Parodontitis eine chronische Erkrankung ist, kommt die UPT ein Leben lang zur Anwendung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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