Wie entstehen Zahnschmerzen? Mögliche Ursachen & Behandlungen

Langanhaltende Zahnschmerzen können sich zu einer großen Belastung im Alltag entwickeln. (© luckybusiness - PantherMedia)

Zahnschmerzen sind nicht nur unangenehm, sondern können den Alltag von Betroffenen stark beeinträchtigen. Die Ursachen sind ebenso vielfältig wie die Behandlungsmöglichkeiten.

Für viele sind Zahnschmerzen der Horror, denn sie treten in der Regel spontan auf. Kranke Zähne sind häufig die Ursache, jedoch nicht immer. Welche Gründe es für die Schmerzen gibt und welche Behandlung helfen kann, erklären wir in diesem Beitrag.

Warum schmerzt der Zahn?

Zahnschmerzen können sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Von stark pulsierend über spontan bis hin zu stechenden Schmerzen ist alles möglich. Die Beschwerden werden oftmals von einer geschwollenen Wange begleitet.

Das sind die häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen

  • Karies
    Karies, auch bekannt als „Zahnfäule“, ist eine der häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen. Eine schlechte Mundhygiene und häufiger Zuckerkonsum greifen den Zahnschmelz an und schädigen ihn. Wenn tiefere Zahnschichten durch Karies verletzt werden, kommt es zu einer Schädigung der Zahnnerven und der Zahnwurzel.
  • Entzündungen
    Auch Entzündungen des Zahnfleisches sind ein häufiger Grund für Zahnschmerzen. In manchen Fällen handelt es sich aber um eine Entzündung des Zahnhalteapparates, auch Parodontitis genannt. Häufiges Zahnfleischbluten ist ein erstes Indiz. Eine Parodontitis wird durch bakteriellen Zahnbelag ausgelöst und tritt besonders häufig im höheren Alter auf.

  • Zähneknirschen
    Viele Menschen knirschen in der Nacht unbewusst mit den Zähnen. Wem das nicht auffällt, riskiert seine Zahngesundheit. Denn das Zähneknirschen kann den Zahnschmelz angreifen oder den Zahnersatz schädigen. Eine Zahnschiene für die Nacht kann die Zähne sichern und so vor unangenehmen Schmerzen schützen.

  • Zahnfraktur
    Eine Zahnfraktur ist auf einen Unfall beziehungsweise ein Trauma zurückzuführen. Der Zahn bricht oder zersplittert durch einen äußeren Einfluss, auch Risse können die Folge sein. Bei einer Fraktur sollte zeitnah ein Zahnarzt aufgesucht werden, um Risiken wie das Eindringen von Bakterien zu minimieren, die wiederum Entzündungen hervorrufen.

  • Entzündeter Zahnnerv
    Eine Folge einer unbehandelten Zahnfraktur kann eine Pulpitis, also eine entzündliche Veränderung des Zahnnervs, sein. Doch auch Karies kann der Auslöser sein. Wird ein entzündeter Zahnnerv nicht behandelt, kann es zum Absterben des Nervs kommen und so zum Tod des Zahns.

  • Durchbrechende Weisheitszähne
    Wenn die Weisheitszähne durchbrechen oder auch durch eine Schiefstellung auf andere Backenzähne drücken, kann es nicht nur zu Schwellungen und Rötungen, sondern auch zu Schmerzen oder einem Spannungsdruck kommen. Bei vielen Erwachsenen werden die Weisheitszähne deshalb durch einen kleinen operativen Eingriff entfernt.

  • Kopfschmerzen und Migräne
    Migräne verursacht neben starken Kopfschmerzen auch Schmerzen im Nacken, Gesicht oder am Kiefer.

  • Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich
    Muskelverhärtungen in den Schultern und insbesondere im Nacken führen häufig auch zu Verspannungen im Kiefer, die sich als Zahnschmerzen äußern.

Hilfe und Behandlung bei Zahnschmerzen

Zahnschmerzen haben immer einen Grund, daher ist ein Besuch beim Zahnarzt in jedem Fall unumgänglich. Die Einnahme von Schmerztabletten lindert die Symptome meist nur für einen gewissen Zeitraum, ist aber als Erste Hilfe für Betroffene eine echte Erleichterung.

Die Behandlung von Zahnschmerzen ist individuell auf die Ursache abzustimmen und vom Zahnarzt festzulegen. So sind je nach Grund Wurzelbehandlungen, Kariesbehandlungen oder andere zahnmedizinische Verfahren nötig, um den Zahnschmerz wirksam und dauerhaft zu lindern.

Zahnschmerzen treten leider meist unverhofft auf. Beschwerden in der Nacht, an Feiertagen oder im Urlaub bedürfen einer vorübergehenden Lösung. Hat der Zahnarzt gerade geschlossen oder ist keiner in der Nähe, können Hausmittel bei der Schmerzlinderung unterstützen.

Hausmittel gegen Zahnschmerzen

Hausmittel helfen nicht jedem Menschen bei Zahnbeschwerden. Jeder sollte deshalb für sich ausprobieren, ob und inwiefern die Mittel gegen die Schmerzen helfen.

  • Eisbeutel
    Eine Kühlung wirkt nicht nur Schwellungen entgegen, sondern lindert auch die Zahnschmerzen. Denn die Kälte verursacht eine Art Betäubung. Falls keine Kalt-Kompresse im Gefrierfach zur Hand ist, kann auch ein Waschlappen mit eiskaltem Wasser oder ein Glas Wasser helfen.
  • Pflanzlicher Tee
    Kamille und Salbei haben eine entzündungshemmende Wirkung. Ein pflanzlicher Tee als Mundspülung kann bei akuten Zahnfleischentzündungen hilfreich sein. Wichtig ist, dass der Tee nicht mehr warm ist, da Wärme die Schmerzen in der Regel verstärkt.
  • Salzwasser
    Ähnlich wie pflanzliche Teesorten kann auch Salzwasser helfen, Entzündungen zu lindern. Das Salz wird in einem Glas mit lauwarmem Wasser aufgelöst und anschließend als Mundspülung genutzt. Salz entzieht die Bakterien aus der erkrankten Stelle und löst Spannungen.
  • Nelken
    Das Kauen auf Gewürznelken hilft bei starken Zahnschmerzen, denn Nelken enthalten Eugenol. Eugenol ist ein schmerzlinderndes Mittel und wird durch das Beißen auf die Nelke freigesetzt.
  • Knoblauch
    Knoblauch enthält ätherische Öle, die Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Dazu sollte die Knoblauchzehe aufgeschnitten und auf die schmerzende Stelle gelegt werden. Alternativ kann auch eine Zwiebel verwendet werden.

 

Welche Vorteile kann eine Zahnzusatzversicherung mit sich bringen? (© AllaSerebrina - PantherMedia)
Zahnvorsorge statt böser Überraschung

Die richtige Mundhygiene unterstützt die Zahngesundheit und verlängert in vielen Fällen das Leben der Zähne. Doch auch die natürliche Veranlagung hat Einfluss, denn nicht jeder kommt mit kräftigen und robusten Zähnen auf die Welt.

In jedem Fall sorgen Zahnschmerzen nicht nur für eine physische, sondern immer wieder auch für eine finanzielle Belastung. Wer beim Zahnarzt mehr will als die kassenfinanzierte Standardversorgung, muss oft tief in die eigene Tasche greifen. Denn für Zahnersatz erhalten Sie von der gesetzlichen Krankenkasse nur einen festgelegten Zuschuss, der meist nicht die vollen Kosten deckt. Eine Zahnzusatzversicherung schützt vor teuren Überraschungen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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