Artikel 13/05/2018

Wie Sie Zahnstein selbst entfernen und vorbeugen können

Team jameda
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Backpulver, Radierer, Scaler & Co.: Was Sie gegen Zahnstein tun können und wie Sie wirkungsvoll vorbeugen, lesen Sie in diesem jameda Gesundheitsspecial.

Definition: Was ist Zahnstein?

Zahnstein entsteht, wenn sich weicher Belag (Plaque) und Mineralstoffe aus dem Speichel, z. B. Calcium und Phosphat, zu harten Auflagerungen verbinden. Zahnstein ist anfangs hell, später gelb bis gräulich, da sich färbende Substanzen aus der Nahrung oder aus Tabakrauch anheften.

Er entwickelt sich besonders an Stellen, die bei der Mundhygiene vernachlässigt werden oder schlecht erreichbar sind, beispielsweise an verwinkelt stehenden Zähnen. Auch im Bereich der Austrittsöffnungen der Speicheldrüsen findet man Zahnstein vermehrt, so an der Außenseite der hinteren Backenzähne und an der Rückseite der unteren Frontzähne.

So erkennen Sie Zahnstein

Normalerweise fällt Zahnstein bei der regelmäßigen Zahnarztkontrolle auf und wird dann entfernt. Vernachlässigt man Mundhygiene und Zahnarztbesuche, können millimeterdicke Schichten an Zahnstein entstehen, die die Zahnzwischenräume wie Zement ausfüllen. Bei schlechter Zahnpflege ist der Zahnstein irgendwann auch von außen als gelblich-grauer Belag zu sehen.

Ursachen und Folgen von Zahnstein

Ursache Nr.1 für Zahnstein ist schlechte Mundhygiene. Auch wer wenig trinkt und oft klebrige kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel isst, fördert Zahnbeläge. Ein besonders mineralstoffreich zusammengesetzter Speichel lässt ebenfalls vermehrt Zahnstein entstehen.

Zahnstein ist an sich nicht gefährlich, doch an seiner rauen Oberfläche können sich Bakterien leicht anheften. Das führt zu entzündetem, geschwollenem Zahnfleisch, das leicht blutet und schmerzt. Es drohen Karies und Parodontitis, die beide ansteckend sind. Die Folgen von Parodontitis betreffen den gesamten Körper, wenn sich Keime und Entzündungsstoffe über die Blutbahn ausbreiten. Hier steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sich verschlechternden Diabetes, Fehlgeburten und Infektionskrankheiten.

Zahnstein entfernen lassen bei der zahnärztlichen Kontrolle

Um die Zahn- und Mundgesundheit zu erhalten, sollte man regelmäßig mindestens einmal jährlich zum Zahnarzt gehen. Für Kinder ab sechs Jahren werden zwei Zahnarztbesuche im Jahr empfohlen wie auch für Patienten mit Neigung zu Karies, Zahnfleischentzündung und Parodontose.

Hier kann der Zahnarzt u. a. Zahnstein feststellen und einmal im Jahr auf Kassenkosten entfernen. Dabei wird er zur regelmäßigen professionellen Zahnreinigung raten, ein Reinigungsprogramm, das in der Praxis von einer Prophylaxe-Assistentin oder Dentalhygienikerin durchgeführt wird.

Richtig sauber dank professioneller Zahnreinigung

Bei einer professionellen Zahnreinigung werden Zahnbeläge entfernt, die der Patient in der täglichen Mundhygiene nicht erreicht. Gleichzeitig bekommt der Patient Tipps für eine effektive Mundhygiene im Alltag.

Die Behandlung kann, je nach Ausmaß der Zahnbeläge, bis zu einer Stunde dauern. Dabei wird Zahnstein mit einem Ultraschallgerät oder Air Scaler entfernt, die engen Zahnzwischenräume werden mit beschichteten Kunststoffstreifen von Belägen befreit. Mit Hilfe von rotierenden Bürsten oder Gummikörpern oder mit einem Pulver-Wasser-Strahlgerät lässt sich Plaque entfernen. Abschließend findet eine Politur und Fluoridierung der Zähne statt.

Abhängig vom Zustand der Mundgesundheit und der Mitarbeit des Patienten wird die professionelle Zahnreinigung zwei- bis viermal pro Jahr empfohlen. Sie ist eine Prophylaxe-Maßnahme und wird von den meisten gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernommen, private Krankenversicherer bezahlen oft die gesamte Behandlung. Je nach Aufwand kann sie zwischen 40 und 150 Euro kosten.

Zahnstein selbst entfernen

Die Zahnreinigung sollte Speisereste, Bakterien, Säuren, Plaque und Zahnstein gründlich entfernen, ohne dabei Zahnfleisch und Zahnschmelz zu verletzen. Da Zahnstein sehr hart ist, fest am Zahnkörper haftet, oft an verwinkelten Stellen sitzt und mit bloßem Auge schwer zu erkennen ist, ist seine Entfernung für den Laien gar nicht so einfach. In gewissen Grenzen kann man Zahnstein selbst beseitigen, eine umfassende Reinigung der Zähne kann jedoch nur eine medizinische Fachkraft vornehmen.

Putzkörper in Pasten und Pulvern

Zahncremes, Zahnpulver und Zahnputztabletten enthalten meist Putzkörper, die zusammen mit der mechanischen Bewegung der Zahnbürste Zahnbeläge abschmirgeln. Eingesetzt werden z. B. Carbonate, Salzkristalle und Kohle- oder Kunststoffpartikel.

Auch wer Backpulver zum Zähneputzen verwendet, macht sich die abrasive Wirkung des Natrium-/Kaliumcarbonats zunutze. Zwar lassen sich damit weiche Beläge und leichte Verfärbungen auf den Zähnen entfernen, harten Zahnstein beseitigen die Putzkörper jedoch nicht.

Zahnstein wegradieren

Um Zähne punktuell von Auflagerungen wie Zahnstein zu befreien, werden Zahnstein-Radierer angeboten. An der Spitze einer stiftförmigen Halterung sitzt ein Gummikörper, in den Siliziumkristalle eingearbeitet sind. An sichtbaren, zugänglichen Stellen kann man damit Beläge abradieren, enge Bereiche wie verwinkelte Zahnzwischenräume bleiben jedoch unerreichbar. Empfindliche Bereiche wie das Zahnfleisch und freiliegende Zahnhälse werden durch den schmirgelnden Effekt außerdem gereizt.

Zahnstein entfernen mit Ultraschall

Ultraschallzahnbürsten erzeugen durch nicht hörbare Schallwellen sehr hoher Frequenz feine Luftblasen im Gemisch aus Wasser und Zahnpasta. Zerplatzen die winzigen Blasen, lösen sich Beläge, Zahnstein und Verunreinigungen. Die feinen Bläschen erreichen auch enge Zwischenräume und verwinkelte Bereiche. Da diese Bürsten ohne Reibung arbeiten, eignen sie sich für Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch und freiliegenden Zahnhälsen.

Scaler für die vorderen und hinteren Zähne

Scaler sind zahnmedizinische Handinstrumente aus Metall, die u. a. zur Entfernung von Zahnstein dienen. Ihre Enden sind gerade für die Reinigung der vorderen Zähne und hakenartig geformt zur Anwendung an den hinteren Zähnen. Ihre Spitzen sind schmal und scharf. Man kann die Instrumente auch als Laie erwerben, beim Einsatz muss man jedoch sehr vorsichtig sein, damit Zahnfleisch, Zahnschmelz und Kronen beim Abkratzen unversehrt bleiben. Mangels Fingerfertigkeit und Fachwissen wird eine Zahnsteinentfernung zu Hause jedoch nicht so effektiv wie eine professionelle Zahnreinigung sein.

Beugen Sie vor: Ohne Plaque kein Zahnstein!

  • Putzen Sie regelmäßig zweimal am Tag mit einer fluoridhaltigen Zahncreme zwei Minuten lang die Zähne, um Zahnstein zu vermeiden.
  • Nutzen Sie eine weiche bis mittelharte Zahnbürste. Dabei mit sanften rüttelnden Bewegungen von rot nach weiß putzen.
  • Vergessen Sie die Zahnzwischenräume nicht: Interdentalbürste, Zahnseide und Munddusche befreien von Speiseresten und Belägen.
  • Verwenden Sie keimreduzierende, zahnschmelzhärtende und zahnfleischtonisierende Mundspülungen. Produkte aus der Schulmedizin enthalten z. B. Fluoride und Chlorhexedin, die Naturheilkunde verwendet antimikrobielle und adstringierende Pflanzenextrakte, die eine Schutzschicht bilden.
  • Nehmen Sie die Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt wahr und lassen Sie Ihre Zähne auch professionell von einer Fachkraft reinigen.

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