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Stopp dem Zahnverlust: Ursachen & Therapie der Parodontitis

Dr. Possmann

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© PossmannRegelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt und professionelle Zahnreinigungen können verhindern, dass sich die Parodontitis verschlimmert. (© Possmann)Jeder kennt den Begriff der „Parodontose“ aus der Werbung für Zahnpasta: jemand putzt sich gründlich die Zähne und beim Ausspülen zeigen sich rote Blutspuren - ein Hinweis auf eine möglicherweise bestehende „Parodontose“, wie die Erkrankung weitläufig genannt wird.

In der Zahnmedizin spricht man von Parodontitis - zu Deutsch: eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates und des ihn umgebenden Zahnfleisches. 

Unbemerkt und unterschätzt 

Parodontale Erkrankungen sind sehr weit verbreitet. Rein statistisch gesehen leidet fast jeder zweite unter einer solchen Entzündung von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat - oftmals ohne es überhaupt bemerkt zu haben. 

Auffällige Alarmzeichen einer Entzündung wie Schmerzen fehlen meistens. Zu den ersten Anzeichen einer Parodontitis zählen Zahnfleischbluten, Mundgeruch, unangenehmer Geschmack im Mund sowie dunkelrotes und geschwollenes Zahnfleisch.

Unbehandelt kann die Entzündung - durch fortschreitenden Knochenabbau - zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen. Ursache der Parodontitis sind krankmachende Bakterien, die sich auf der Oberfläche der Zähne und der Mundschleimhaut befinden - z.B. auf der Zahnwurzel, dem Zungenrücken und der Wangenschleimhaut.

Wesentlichen Einfluss auf Beginn und Verlauf einer parodontalen Erkrankung haben unabhängig vom Geschlecht

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass Parodontitis auch in einem engen Zusammenhang mit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes sowie Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems steht. Parodontitis beeinflusst also die Gesundheit des gesamten Körpers.

Ebenso gilt umgekehrt: therapeutische Maßnahmen gegen Parodontitis und effektive Mundhygiene wirken sich günstig auf die Gesundheit aus. 


Früherkennung und Vorbeugung von Parodontitis 

Um frühzeitig eine beginnende Parodontitis zu erkennen, sind regelmäßige Kontrollen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut unabdingbar.

Für alle Patienten wird ein auf seine Bedürfnisse abgestimmter individueller Hygieneplan erstellt. Dieser beinhaltet die regelmäßige Professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis sowie ein Konzept zur häuslichen Mundhygiene (Putzen mit elektrischer Zahnbürste, Zahnseide/ Interdentalbürsten, Mundspülung).

Bei der Professionellen Zahnreinigung werden Zahnstein und krankmachende Bakterien von der Zahnoberfläche entfernt.

Um das Parodontitis Risiko zu erkennen, steht ein Mundgesundheitstest als Früherkennungstest zur Verfügung. Dieser schnelle, schmerzlose und unkomplizierte Speicheltest liefert innerhalb weniger Minuten ein aussagekräftiges Ergebnis, ob ein Risiko für Parodontitis besteht.


© Andrey Popov - fotoliaEine gute Mundhygiene ist das oberste Gebot bei einer Parodontitis-Therapie. (© Andrey Popov - fotolia)Moderne Therapie der Parodontitis 

Hauptbestandteil der Therapie ist die Parodontalbehandlung. Dabei werden Zahnstein und krankmachende Bakterien von der Wurzeloberfläche mit speziellen Ultraschallinstrumenten entfernt und die Wurzeloberflächen werden geglättet, um ein folgendes Anhaften von Bakterien zu verhindern und Gewebeaufbau zu fördern. Diese Behandlung ist absolut schmerzfrei. Im Falle von sehr sensiblen Zähnen kann auf ein lokal betäubendes Gel zurückgegriffen werden.

Nach der Behandlung zeigt ein Risikoprofil individuell an, wie oft eine Kontrolle nötig ist. Engmaschige Kontrollen in Abständen von drei bis vier Monaten nach einer solchen Behandlung sind sehr empfehlenswert, um die Parodontitis an ihrem Fortschreiten zu hindern.

Schwere Verlaufsformen, bei denen eine Parodontalbehandlung alleinig nicht ausreicht, um den Zahnfleischzustand zu verbessern, können medikamentös behandelt werden. Dabei gibt es - je nach Verlaufsform - verschiedene Möglichkeiten. Als Beispiele seien hier ein Gel genannt, das unter das Zahnfleisch appliziert wird und aufgrund seiner speziellen Wirkung eine Vielzahl der krankmachenden Bakterien abtötet.

Für eine Langzeittherapie bietet sich ein kleiner Chip an, der unter das Zahnfleisch gegeben wird und seinen Wirkstoff kontinuierlich über drei Monate hinweg an das umgebende Gewebe abgibt.
Hierbei ist anzumerken, dass all diese Therapien völlig nebenwirkungsfrei sind und auf die Anwendung von Antibiotika verzichten.

Ist sich der Knochen aufgrund eines schweren Verlaufs der Parodontitis bereits stark zurückgebildet hat, kann dieser zumindest teilweise chirurgisch durch Transplantation von künstlichen Knochenersatzmaterialien wiederaufgebaut werden.


Fazit 

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Wenn man einmal davon betroffen ist, muss man konsequente Mundhygiene betreiben; unterstützt durch regelmäßige Kontrollen und die Professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis - falls nötig mehrmals pro Jahr.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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