Zahnwurzelbehandlung: Hohe Erfolgsrate dank OP-Mikroskop

Dr. Basel, MSc

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© psdesign1 - fotoliaDas OP-Mikroskop ermöglich noch präzisere Eingriffe. (© psdesign1 - fotolia)Eine Wurzelbehandlung rettet natürliche Zahnsubstanz, wenn die Wurzel von Bakterien befallen ist. Der Eingriff kann gewisse Komplikationen mit sich bringen. Denn bei stark verästelten Zahnwurzeln ist eine Reinigung schwierig.

Dank des OP-Mikroskops steigt die Erfolgsrate in vielen Fällen auf bis zu 95 Prozent. Das Risiko für eine erneute Entzündung sinkt so und eine Revisionsbehandlung bzw. eine Wurzelspitzenresektion ist nicht notwendig.

Wie funktioniert das OP-Mikroskop?

Das OP-Mikroskop ermöglicht eine bis zu 25-fache Vergrößerung. Der behandelnde Zahnarzt kann so das Behandlungsgebiet einsehen und die Arbeit am Zahn präzise durchführen. Das OP-Mikroskop sitzt dabei an einem schwenkbaren Arm neben dem Stuhl des Patienten.

Ähnlich wie die Lampe, die bei einer Kontrolle über die Mundhöhle des Patienten geschwenkt werden kann, verhält es sich auch mit dem OP-Mikroskop. Dadurch ist es dem Zahnarzt möglich, bei einer Zahnwurzelbehandlung präzise zu arbeiten.

Einsatz des OP-Mikroskops während der Wurzelbehandlung

Zu Beginn der Behandlung wird über ein kleines Loch in der Kaufläche des Zahns ein Zugang geschaffen. Mit Hilfe des OP-Mikroskops tastet sich der Zahnarzt anschließend zum betroffenen Bereich vor.

Eine gründliche Reinigung mit kleinen rotierenden Feilen und verschiedenen Desinfektionsflüssigkeiten entfernt die geschädigte Zahnsubstanz sowie die Bakterien.

Wie lang ein Wurzelkanal tatsächlich ist, kann vorab mit einer sogenannten elektronischen Längenmessung (Endometrie) ermittelt werden.

Mit dem OP-Mikroskop kann der Behandler nicht nur den Bereich sehr gut einsehen, sondern auch die Instrumente gezielt einsetzen. Meist kann damit mehr natürliche Zahnsubstanz erhalten werden.

Nach dem Eingriff verschließt der Endodontologe den Zahn mit einer speziellen Füllung. In den meisten Fällen ist es notwendig, nach der Zahnwurzelbehandlung eine stabilisierende Krone oder Teilkrone einzusetzen.

Übernehmen die Krankenkassen den Einsatz des OP-Mikroskops?

Die Behandlung mit dem OP-Mikroskop ist leider eine reine Privatleistung, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen wird. Das OP-Mikroskop ist dabei aber einer der wichtigsten Faktoren, um die Wurzelbehandlung zum langfristigen Erfolg zu führen und mögliche stark verästelte Zahnwurzeln aufdecken zu können.

Entsprechend kann der Zahnarzt die Behandlung besser steuern und verschiedene Maßnahmen treffen. Damit wird die Behandlung auch für Sie als Patienten sicherer und das Resultat leichter vorhersehbar.

Revisionsbehandlung & Wurzelspitzenresektion mit OP-Mikroskop

Auch bei einer erneuten Wurzelbehandlung ist ein OP-Mikroskop ein sinnvolles Instrument. Das gilt vor allem dann, wenn bei der ersten Behandlung ohne Mikroskop gearbeitet wurde. Oft kann das Zahninnere dann im Rahmen einer weiteren Behandlung noch gründlicher gereinigt werden.

Ist auch eine Revisionsbehandlung fehlgeschlagen, hilft in den meisten Fällen nur eine Wurzelspitzenresektion. Das kann vorkommen, wenn Patienten sehr stark verästelte und feine Zahnwurzeln haben, die selbst mit präzisesten Instrumenten nicht zufriedenstellend gereinigt werden können.

Da auch bei einer Wurzelspitzenrevision Fingerspitzgefühl gefragt ist, leistet das OP-Mikroskop auch hier sehr gute Dienste. Dadurch wird das OP-Gebiet für den Endodontologen sehr gut einsehbar und es ist möglich, wirklich nur die entzündete Wurzelspitze zu entfernen, ohne, dass das umliegende Gewebe stark geschädigt wird. Aufgrund dieser Vorteile kommt ein OP-Mikroskop in der Endodontologie fast immer zum Einsatz.

Auf einen Blick

Indikation:  entzündete Zahnwurzel, Revisionsbehandlung, Wurzelspitzenresektion
Behandlungsdauer: etwa 60-120 Minuten – abhängig vom Fall
Schmerzen: können auftreten, sind jedoch mit Schmerzmittel gut behandelbar
Anästhesie: lokale Betäubung, Dämmerschlaf, Lachgas, Vollnarkose
Verhaltenstipps nach der Behandlung: kühlen, erst essen und trinken, wenn die Betäubung abgeklungen ist
Risiken: Verletzung von Nervenbahnen, Blutungen, Schwellungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen
Erfolgsraten: bis zu 95 %
Nachsorge: durch den Zahnarzt
Wirksamkeit der Ergebnisse (Dauer): sofort
Folgen bei ausbleibender Behandlung: Verschlimmerung der Beschwerden, Ausfallen des Zahns
Kostendeckung der Krankenkasse: Nicht für die Behandlung mittels OP-Mikroskop

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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