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Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit ist eine chronische, nicht ansteckende Erkrankung, bei der langsam, aber stetig fortschreitend Nervenzellen im Gehirn absterben. Betroffen sind meistens ältere Menschen, das Leiden kann aber auch schon in der Lebensmitte auftreten. Wichtigstes Symptom ist eine Demenz - also der Verlust geistiger Fähigkeiten wie zum Beispiel des Erinnerungs- und Orientierungsvermögens.

Die Erkrankung ist nach dem deutschen Arzt Alois Alzheimer (1864-1915) benannt, der sie 1906 als Erster in einem Vortrag unter dem Titel „Über eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde“ beschrieben hat.

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Diagnostik

Zu Beginn der Erkrankung fallen Alzheimer-Patienten meist durch Störungen der Merkfähigkeit, Probleme der Wortfindung, leichte Einbußen der Auffassungsgabe oder durch eine diskrete Hilflosigkeit in praktischen Dingen auf, die das zentrale Alltagssymptom der beginnenden Alzheimer-Demenz ist.

Um eine normale Altersvergesslichkeit von einer Demenz abzugrenzen, kann als Anhaltspunkt dienen, dass beim normalen Altern vor allem Dinge und Namen vergessen werden, bei einer möglichen Demenzerkrankung jedoch Ereignisse.

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Risikofaktoren

Hauptrisikofaktor für die Alzheimer-Demenz ist das Alter. Etwa 1,2 Prozent der 65 bis 69-Jährigen sind betroffen, mehr als 13 Prozent der 80 bis 84-Jährigen und mehr als 34 Prozent aller Menschen, die älter sind als 90. Neben dem Lebensalter werden auch psychosoziale Stressfaktoren, Umwelteinflüsse oder die Ernährung als Auslöser oder Ursache der Erkrankung diskutiert.

Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass auch eine Schilddrüsenunterfunktion im Laufe des Lebens, starkes Rauchen, Bluthochdruck oder Arteriosklerose in einzelnen Fällen das Krankheitsrisiko etwas erhöhen können.

Bekannt ist ebenfalls, dass zurückliegende schwere Hirnschädigungen das Krankheitsrisiko leicht erhöhen. Schutzfaktoren, die einer Demenz vorbeugen können, scheinen - auch hier ist noch vieles ungeklärt - eine gute Ausbildung, gesunde Ernährung sowie körperliche, soziale und geistige Aktivität bis ins Alter hinein zu sein.


Symptome und Beschwerden

  • Verlust des Kurzzeitgedächtnisses
  • Schwierigkeiten beim Sprechen und Schreiben
  • Verlust der Alltagskompetenz
  • Zeitliche und räumliche Orientierungslosigkeit
  • Gestörter Schlaf-Wachrhythmus, Wahnvorstellungen, Ruhelosigkeit und Niedergeschlagenheit
  • Persönlichkeitsveränderungen und psychiatrische Erkrankungen
  • Geistiger Verfall

Typische Merkmale von Demenzerkrankungen sind fortschreitende Beeinträchtigungen des Kurzzeit-, später auch des Langzeitgedächtnisses sowie Probleme bei der räumlichen und zeitlichen Orientierung. Die Erkrankten wissen nicht, wo sie sind, finden sich an einst vertrauten Orten nicht zurecht und können Tageszeit und Datum nicht bestimmen. Ein frühes Symptom der Demenz vom Alzheimer-Typ ist die Unfähigkeit, neue Informationen zu speichern.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Das Therapieziel ist, die Alltagskompetenz und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Der Verlauf der Erkrankung kann durch eine frühzeitige, konsequente Therapie verbessert werden. Während die sekundären Demenzen durch die Therapie der Grunderkrankung zum Teil geheilt werden können, ist eine ursachenbezogene Therapie und eine Heilung der Alzheimer-Demenz bislang nicht möglich.

Allgemeine Ziele
Wie bei anderen chronischen Rückbildungserkrankungen ist bereits die Verlangsamung des Krankheitsprozesses als Erfolg zu werten. Die Therapie der Demenz erfordert einen ganzheitlichen Ansatz mit Medikamenten und psychosozialer Betreuung. Die Behandlung muss individuell angepasst werden und kann eine längere Erhaltung der Kompetenz und des subjektiven Wohlbefindens bewirken. Weitere Therapieziele sind die Entlastung pflegender Angehöriger und die Verzögerung der Einweisung in Pflegeeinrichtungen. Es ist wichtig, dass der Patient sich gut aufgehoben fühlt. Seine verlangsamte Denkweise sollte nicht dazu führen, dass er von allen sozialen Aktivitäten ausgeschlossen wird.

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Ursachen

Betroffene Gehirnfunktionen

Etwa 60 bis 70 Prozent aller Demenzen werden durch die Alzheimer-Krankheit verursacht. Rund 20 Prozent gehen auf Durchblutungsstörungen im Gehirn zurück - z. B. als Folge zahlreicher kleiner, unbemerkter Schlaganfälle. Bei etwa zehn Prozent der Demenzen kann der Arzt nach genauer Diagnostik eine andere, zur Demenz führende Erkrankung ausmachen (sekundäre Demenz). Durch eine erfolgreiche Behandlung der entsprechenden Grunderkrankung kann in diesen Fällen auch die Demenz therapiert werden.

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Versorgung und Begleitung der Kranken

Patienten mit einer Demenz benötigen eine intensive Betreuung, meist rund um die Uhr. In Deutschland wird der größte Teil der Erkrankten von Angehörigen gepflegt, etwa 85 Prozent der Pflegenden sind Frauen. Die Angehörigen leiden in aller Regel unter seelischer und körperlicher Überforderung, durch die sie im Lauf der Zeit selbst erkranken können. Um hier nicht einen Kreislauf auszulösen, an dessen Ende eine zu pflegende Pflegerin steht, gibt es Unterstützung durch Pflegedienste, Angehörigengruppen und die Alzheimer-Gesellschaft.


Links

Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Alzheimer Angehörigen-Initiative
Wegweiser Demenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Alzheimer-Krankheit - eine Einführung. Informationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
DEGAM-Leitlinie Demenz - Patienteninformation
Kompetenznetz Demenzen
Deutsche Gesellschaft für Neurologie
Berufsverband Deutscher Nervenärzte
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
Demenz-Leitlinie des Universitätsklinikums Freiburg


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