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Verletzungen der Bänder und Sehnen

Bänder- und Sehnenverletzungen entstehen oft im Rahmen der Über- oder Fehlbelastung eines Gelenks wie Prellung, Verdrehung, Überdehnung und Auskugeln (Luxation). Neben den Schäden am Kapselbandapparat entstehen möglicherweise auch Verletzungen an den Zwischengelenkscheiben (Menisken), am Knorpel und an den knöchernen Gelenkflächen.


Achillessehnenriss

Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskeln mit dem Fersenbein. Ist sie schon vorgeschädigt, kann es bei indirekter Gewalteinwirkung zu einem Riss kommen. Unter maximaler Belastung, z.

Bei der Untersuchung ist eine Delle wenige Zentimeter oberhalb des Ansatzes der Achillessehne tastbar. Beim Drücken der Wade in Bauchlage bewegt sich der Fuß nicht mehr nach unten. Der Riss wird durch eine Kernspintomografie gesichert. Durch eine Operation kann die Sehne rekonstruiert werden.


Außenbandverletzungen des Sprunggelenks

Bei allen Laufsportarten können Verdrehungen und Verletzungen durch Umknicken im oberen Sprunggelenk vorkommen. Das Außenband kann beim Umknicken reißen. Der Arzt erkennt den Außenbandriss daran, dass sich das Sprunggelenk seitlich aufklappen lässt.

Bei Außenbandverletzungen schmerzt das Sprunggelenk und wird durch einen Bluterguss dick. Die Akutbehandlung erfolgt durch Hochlagerung, Bandagierung und Kälteanwendung. Der Außenbandriss kann konservativ oder operativ behandelt werden. Bei der konservativen Therapie, die meist schneller zum Erfolg führt, wird der Fuß mittels Zinkleimverband und Halterungen (Orthese) ruhig gestellt.


Bänderriss am Kniegelenk

Kniebandverletzungen treten typischerweise durch Rotation im Gelenk bei feststehendem Unterschenkel auf (Verdrehtrauma). Komplexe Verletzungen sind häufig, besonders die Kombination Innenbandriss, Riss des vorderen Kreuzbands und Riss des Innenmeniskus. Seltener wird der isolierte Riss eines vorderen Kreuzbands oder eines Seitenbands beobachtet.

Bei einem frischen Bänderriss fällt der Bluterguss im Gelenk auf (Hämarthros). Das Gelenk kann wegen der starken Schmerzen häufig nur in Narkose untersucht werden.

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Diagnostik

Durch die Tastuntersuchung kann der Arzt meist feststellen, welche Anteile des Gelenks betroffen sind. Röntgenaufnahmen, Gelenkspiegelung (Arthroskopie) und Computer- oder Kernspintomografie geben weiteren Aufschluss. Mit dem Ultraschall lassen sich v.

Meniskusriss im Kniegelenk

Zwischengelenkscheiben (Menisken) gibt es im Kniegelenk, am Schulter-Schlüsselbein-Gelenk und den Wirbelgelenken. Sie bestehen aus gefäßlosem Faserknorpel.

Verletzungen der Menisken entstehen meist durch Gewalteinwirkung, z.

Der Arzt kann mit verschiedenen Provokationsuntersuchungen feststellen, ob es sich um einen Meniskusriss handelt. Dabei wird der Gelenkspalt des Kniegelenks durch verschiedene Beugungen des Unterschenkels zusammendrückt. Die besonders schmerzenden Stellungen geben Aufschluss darüber, ob das Vorder- oder Hinterhorn des Meniskus betroffen ist.

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Sehnenverletzungen

Muskel und Knochen sind über die Sehnen (Tendon), bestehend aus parallelfaserigem Bindegewebe, miteinander verbunden. Eine Sehnenverletzung ist zumeist identisch mit einem Sehnenriss. Ein Muskel, der seinen Ansatz am Knochen verloren hat, hat auch seine Funktion verloren, obwohl er selbst nicht geschädigt ist. Sehnen reißen zumeist aufgrund von Gewalteinwirkung. Als Folge von Rückbildungsprozessen können Sehnen auch spontan reißen, beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen. Bei jeder Durchtrennung einer Sehne kommt es zu einer Durchblutungsstörung am Sehnenende, die zu Vernarbungen und Verwachsungen führt.

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Symptome und Beschwerden

  • Schmerzen
  • Schwellungen
  • Bluterguss
  • Eingeschränkte Belastungs- und Funktionsfähigkeit des mitbetroffenen Gelenks
  • Eventuell Gelenkerguss

Bei schweren Verletzungen des Gelenks wird dieses in seiner Belastungs- und Funktionsfähigkeit eingeschränkt, es schwillt häufig an und schmerzt bei jeder Bewegung. Der Gelenkerguss - eine Flüssigkeitsansammlung im Gelenk - ist ein Zeichen für eine Verletzung des Gelenks, kann jedoch auch ausbleiben, z.

Therapie

Verletzungen des Kniegelenks

Konventionelle Medizin

Die Behandlung von Verletzungen eines Gelenks oder seiner anteiligen Strukturen ist abhängig vom betroffenen Gelenk, der Ausdehnung der Verletzung, dem Alter des Patienten, seiner Lebensführung und seiner Aktivität. Bei geringfügigeren Verletzungen wird konservativ behandelt. Bei gravierenden Verletzungen muss operiert werden. Wichtig ist eine Entlastung oder Ruhigstellung der Bandstrukturen für etwa sechs Wochen bis zur Ausheilung. Die völlige Wiederherstellung der Belastungsfähigkeit komplett gerissener Bänder lässt jedoch ein halbes bis ein Jahr auf sich warten.

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Ursachen

Verkehrs-, Arbeits-, häusliche und Sportunfälle sind Ursache zahlreicher Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparats. Besonders betroffen sind die Gelenke mit langem Hebelarm (z.

Links

www.orthinform.de - Patienteninformationsportal des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie
Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie


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