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Diabetes mellitus Typ II

Der Diabetes mellitus Typ II wird auch als insulinunabhängiger Diabetes bezeichnet, da bei dieser Störung des Glukosestoffwechsels häufig genügend oder sogar vermehrt Insulin gebildet wird. Dadurch lässt er sich auch vom Typ I unterscheiden, bei dem ein absoluter Insulinmangel vorliegt. Zum Typ II gehören ca. 90 Prozent der Diabetiker. Die Krankheit betrifft alle sozialen Schichten.

Bevorzugt erkranken ältere Menschen zwischen 50 und 70 Jahren mit gleichzeitigem Übergewicht. Darum wurde die Krankheit früher oft auch Altersdiabetes genannt. Inzwischen wird Diabetes II aber auch immer häufiger bei jüngeren Menschen und sogar Kindern diagnostiziert.

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Akute Komplikationen

Auch beim behandelten Diabetes mellitus Typ II können ausgeprägte Unter- oder Überzuckerungen zu lebensgefährlichen Komplikationen führen.

Unterzuckerung
Bei Zeichen der Unterzuckerung, die in erster Linie durch Diabetesmedikamente ausgelöst werden, müssen die Patienten rechtzeitig Traubenzucker einnehmen.

Eine detaillierte Beschreibung der körperlichen Abläufe, die zu einer Unterzuckerung führen, findet sich im Kapitel "Diabetes mellitus Typ I".

Hyperosmolares Koma
Das so genannte hyperosmolare Koma tritt bevorzugt bei Typ-II-Diabetikern auf und ist durch starke Blutzuckererhöhungen bei relativem Insulinmangel gekennzeichnet. Ausgelöst wird es vor allem durch gravierende Diätfehler und bei Unterdosierung der Diabetesmedikamente, aber auch in Situationen mit gesteigertem Insulinbedarf wie Infektionen und außergewöhnlichen Belastungen.

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Diagnose

Etwa ein Drittel der Krankheitsfälle wird bei ärztlichen Untersuchungen aus anderem Anlass diagnostiziert. Häufig fällt nur zufällig ein erhöhter Blutzuckerspiegel oder Zucker im Harn auf.

Erstdiagnostik
Wenn typische Diabetessymptome vorliegen, genügt oft eine einzelne Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Wenn er über 200 mg/dl liegt, gilt die Diagnose Diabetes mellitus als gesichert. Liegt der Wert unter 200 aber über 100 mg/dl, sind Kontrolluntersuchungen notwendig.

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Schwangerschaftsdiabetes und schwangere Diabetikerinnen

Von Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) spricht man, wenn erstmals während der Schwangerschaft erhöhte Blutzuckerwerte auftreten oder diagnostiziert werden (laut Schätzungen bei etwa fünf Prozent der Schwangeren). Die Zuckerstoffwechselstörung verursacht keine Beschwerden und verschwindet in der Regel nach der Schwangerschaft wieder. Sie wird daher meist nur durch gezielte Suche entdeckt. Beim Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes besteht ein erhöhtes Risiko, später an Diabetes mellitus zu erkranken.

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Symptome und Beschwerden

  • Schleichender Beginn ohne typische Beschwerden
  • Übergewichtigkeit
  • Symptome der Unterzuckerung wie Heißhunger, Schwitzen, Kopfschmerzen
  • Symptome der Überzuckerung wie allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Leistungsminderung, große Harnmengen, gesteigerter Durst, Gewichtsabnahme trotz gesteigerten Appetits
  • Allgemeine Symptome wie trockene Haut und Juckreiz, Sehveränderungen oder -störungen, Muskelkrämpfe, Infektanfälligkeit, Neigung zu Hauterkrankungen und Libidoverlust
  • Symptome der diabetischen Spätschäden wie Sehverlust, Empfindungsstörungen der Füße oder Beine, Fuß- und Unterschenkelgeschwüre, Herzinfarkt oder Schlaganfall

Der Typ-II-Diabetes verläuft schleichend und häufig über Jahre unbemerkt. Die meisten Patienten sind übergewichtig (ca. 80 Prozent).

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Therapie

Insulin

Konventionelle Medizin

Nichtmedikamentöse Therapie

Beim Diabetes mellitus Typ II ist die beste Therapie eine gesunde Lebensweise mit viel körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung. Durch Erreichen des Normalgewichts können der Zuckerstoffwechsel wesentlich verbessert und Medikamente eingespart werden. Bei der Ernährungsberatung z.

Um das Risiko der Arteriosklerose, des Herzinfarkts oder des Schlaganfalls möglichst gering zu halten, sollte insbesondere der Blutdruck gut überwacht und streng eingestellt werden.

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Ursachen

Das Hormon Insulin hat die Aufgabe, die Körperzellen zur Aufnahme von Glukose aus dem Blut anzuregen. Es senkt dadurch den Blutzuckerspiegel.

Am Anfang der Diabetes-II-Erkrankung steht oft eine Insulinüberproduktion. Sie kann die Folge einer dauerhaften Fehlernährung sein, durch die der Blutzuckerspiegel permanent erhöht ist und durch die die Insulinausschüttung permanent angeregt wird.

Durch die jahrelangen großen Anforderungen an die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin bilden, kann es zu einer Erschöpfung dieser Zellen und damit zu einer Verminderung der Insulinausschüttung kommen.

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Links

Deutscher Diabetiker Bund
Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher
Deutsche Diabetes-Gesellschaft
Deutsche Diabetes-Stiftung
www.diabetesweb.de
Diabetesgate
Diabetesinfo
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie


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