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Ess-Brech-Sucht

Die Ess-Brech-Sucht (Bulimie) ist eine psychisch bedingte Essstörung mit regelmäßigen Heißhungerattacken und anschließendem, selbst herbeigeführtem Erbrechen. Im Gegensatz zur Magersucht (Anorexie) liegt das Körpergewicht oft im Normalbereich, in anderen Fällen schwankt es in Abhängigkeit vom Essverhalten: Gewichtsabnahme und -zunahme wechseln sich ab. Wie bei der Magersucht sind jedoch vorwiegend junge Frauen betroffen, die meist zwischen dem 15. und dem 22. Lebensjahr erkranken. Bei der Ess-Brech-Sucht ist das Verhältnis zwischen erkrankten Frauen und Männern mit 20 zu 1 sogar noch höher als bei der Magersucht, die in vielen Fällen einer Bulimie vorausgeht. Die Bulimie führt nicht zu lebensbedrohlichen Zuständen.


Diagnostik

Die Diagnose einer Ess-Brech-Sucht gestaltet sich häufig schwieriger als die der Magersucht, da die Patientinnen seltener durch extremes Untergewicht auffallen. Ohne diese äußeren Zeichen und weil die Erkrankung von den Betroffenen verheimlicht wird, kann eine Bulimie über lange Zeit im Verborgenen bleiben. Auch wenn die Eltern oder andere Familienangehörige bemerken, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt, vergehen bis zum Beginn einer Therapie in den meisten Fällen mehrere Jahre. Der Grund: Die Diagnose kann erst dann gestellt werden, wenn die Betroffenen von ihren Heißhungerattacken oder dem selbst herbeigeführten Erbrechen erzählen können und Vertrauen zu einer Therapeutin gefasst haben.


Symptome und Beschwerden

  • Selbstwahrnehmung als übergewichtig oder "fett"
  • Heißhungerattacken, bei denen große Mengen an Nahrung verzehrt werden
  • Anschließendes, selbst herbeigeführtes Erbrechen

Das Essverhalten von Menschen mit einer Bulimie zeichnet sich durch regelmäßige Heißhungerattacken mit regelrechten "Fressanfällen" aus. Die Betroffenen nehmen dann extrem große Nahrungsmengen zu sich. Im Anschluss an eine solche Attacke stellt sich starke Angst vor einer Gewichtszunahme ein. Deshalb wird nach dem Essen das Erbrechen der Nahrung herbeigeführt, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Der Konsum von riesigen Nahrungsmengen wechselt sich mit zeitweiligen Hungerperioden oder Diäten ab.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Die Behandlung der Ess-Brech-Sucht setzt zum einen an den seelischen Ursachen, zum anderen an den gestörten Essgewohnheiten an. Sind schwer wiegende medizinische Folgen der Ess-Brech-Sucht aufgetreten, sollte eine Behandlung in spezialisierten Kliniken stattfinden.

Psychotherapeutische Hilfe
Hier verbindet man verschiedene therapeutische Ansätze aus den Bereichen der kognitiven Verhaltenstherapie und der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.

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Ursachen

Die Ursachen dieser seelischen Erkrankung beruhen meist auf familiären Erfahrungen. Dabei spielt der Umgang mit Essen in der frühen Kindheit eine Rolle. Werden Kinder mit Süßigkeiten oder Nahrungsmitteln getröstet oder gelobt, kann sich diese Gewohnheit im Jugendalter verfestigen. Essen wird auf diese Weise dauerhaft zum "Seelentröster".

Der Krankheit zugrunde liegende seelische Konflikte haben ihren Ursprung meistens in einer schwierigen Mutter-Kind-Beziehung. Oft ist die Mutter fürsorglich, verwöhnend und schützend gewesen, so dass die Patientinnen wenig selbst ausprobieren und eigene Erfahrungen machen konnten, was die Entwicklung einer eigenen Identität behindert hat. Häufig hatte die Mutter selbst eine gestörte Entwicklung in der Kindheit und gibt diese an die Tochter weiter.

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Links

Essstörungen - Umfassende Informationen der der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Beratungs- und Informationsserver zu Essstörungen
Kinder stark machen… für ein Leben ohne Sucht und Drogen - Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Cinderella - Beratungsstelle für Essstörungen des Aktionskreises für Ess- und Magersucht
Bundes Fachverband Essstörungen
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen
NAKOS - Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen


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