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Fettleber

In der Leber, dem "chemischen Zentrallabor" des Körpers, laufen auf kleinstem Raum unzählige chemische Reaktionen ab. Wird dieses hochspezialisierte System überlastet, kann die Leber ihre zahlreichen Aufgaben nicht mehr ordnungsgemäß erfüllen. Bleiben die störenden Einflüsse über längere Zeit bestehen, können sich daraus Lebererkrankungen mit schwer wiegenden Folgen entwickeln.

Eine der häufigsten Lebererkrankungen ist die Verfettung der Leber durch die Ablagerung von Fetttröpfchen in den Leberzellen. Eine Fettleber (Steatosis hepatis) liegt vor, wenn mindestens 50 Prozent der Leberzellen von der Verfettung betroffen sind. Die Fettleber an sich ist keine Krankheit, sondern eine Begleiterscheinung anderer Grunderkrankungen wie Alkoholkrankheit oder Diabetes mellitus. Schätzungsweise leiden in Deutschland bis zu 30 Prozent der Patienten einer Arztpraxis an einer Fettleber.

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Diagnostik

Auf der Suche nach der Grunderkrankung ergibt sich bei der Erhebung der Krankengeschichte meist schon der Hinweis auf einen Alkoholmissbrauch.

Bei der körperlichen Untersuchung tastet die Ärztin eine vergrößerte Leber, bei einer Fettleberhepatitis häufig auch eine vergrößerte Milz. Dieser Tastbefund kann durch eine Ultraschalluntersuchung bestätigt werden. Im Ultraschallbild erscheint die Leber aufgrund der veränderten Leberstruktur "heller".

Genauere Erkenntnisse über das Ausmaß der Leberschädigung ergibt die Blutuntersuchung, bei der die Konzentrationen verschiedener Leberenzyme gemessen werden. Immer werden dabei auch die Blutzuckerwerte bestimmt, um einen Diabetes mellitus als Ursache der Leberverfettung auszuschließen.

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Symptome und Beschwerden

Bei Fettleber:

  • Uncharakteristische Schmerzen, Druck- und Völlegefühl im Oberbauch

Bei Fettleberentzündung:

  • Diffuse Schmerzen und Druckgefühl im rechten Oberbauch, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Gelbsucht, Fieber

Patienten, die unter einer Fettleber leiden, haben häufig zunächst keine oder nur geringfügige Beschwerden. Diese äußern sich in Form von uncharakteristischen Oberbauchbeschwerden, Druck- und Völlegefühl sowie diffusen Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen. Der Tastbefund bei der körperlichen Untersuchung ergibt auch beim beschwerdefreien Patienten eine vergrößerte, jedoch wenig druckschmerzhafte Leber. In den Anfangsstadien der Erkrankung ist das Lebergewebe relativ weich, im weiteren Verlauf verhärtet es sich zunehmend. Auch bei der Fettleberhepatitis ist die Hälfte der Patienten im Anfangsstadium der Erkrankung beschwerdefrei. Später treten Appetitlosigkeit, Oberbauchbeschwerden, Erbrechen, Gewichtsverlust und hohes Fieber auf. Bei 50 Prozent der Erkrankten kommt es zu einer Gelbsucht (Ikterus) und anderen typischen Leberhautzeichen. Begleiterkrankungen wie Durchfall, Bauchwassersucht, Nierenversagen und/oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung können den schlechten Allgemeinzustand der Patienten zusätzlich beeinträchtigen.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Wenn die Ursache für die Erkrankung rechtzeitig beseitigt wird, bildet sich die Fettleber ziemlich rasch und vollständig zurück, denn die Leber verfügt über eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit. Die wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung einer Fettleber sind strikter Alkoholverzicht, Gewichtsreduktion und/oder die Umstellung auf eine mineralstoff- und ballaststoffreiche Ernährung.

Schwieriger gestaltet sich die Behandlung bei der Fettleberhepatitis, wenn entzündliche Prozesse und eventuell der Untergang von Lebergewebe (Nekrosen) hinzukommen. Da es keine wirksame medikamentöse Behandlungsmöglichkeit gibt, ist das Vermeiden der auslösenden Faktoren, also z.

Ein Patient mit akuter Fettleberhepatitis wird anfangs über Infusionen ernährt. Auf diesem Weg erhält er auch alle Stoffe, die ihm aufgrund der gestörten Synthesefunktion der Leber fehlen (wie z.

Prognose

Trotz der Behandlung im Krankenhaus ist die Prognose der alkoholischen Fettleberhepatitis nicht günstig: 30 Prozent der Erkrankungen verlaufen tödlich. Bei den übrigen 70 Prozent der Erkrankten sind die Heilungsaussichten davon abhängig, ob der Patient im weiteren Verlauf auf den Alkoholkonsum verzichtet. Absolute Alkoholkarenz kann sogar bei dieser Erkrankung noch zu einer Ausheilung führen. 40 Prozent der Patienten, die nicht auf den Alkoholkonsum verzichten, entwickeln im weiteren Verlauf eine Leberzirrhose. Dieses Endstadium vieler Lebererkrankungen ist gekennzeichnet durch die Zerstörung und den knotigen Umbau von Lebergewebe sowie eine fortschreitende Funktionseinschränkung des Organs.

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Ursachen

Zu einer Fettleber führen vor allem Giftstoffe und Stoffwechselstörungen.

Alkohol
Die häufigste Ursache für eine Fettleber ist der chronische Alkoholmissbrauch. Alkohol wird, wie viele andere Giftstoffe, überwiegend in der Leber abgebaut. Dabei wird als Zwischenprodukt Azetaldehyd gebildet, das in größeren Mengen die Leberzellen direkt schädigt. Parallel dazu entsteht im Lebergewebe ein Sauerstoffmangel, weil durch den Alkoholabbau der Sauerstoffbedarf gesteigert wird. Dieser Sauerstoffmangel wirkt sich negativ auf den Fettstoffwechsel aus: Die Fettsäuren können nicht mehr in ihre Transportform umgewandelt und über das Blut aus der Leber entfernt werden. In der Folge lagern sich zunächst kleine Fetttröpfchen in den Leberzellen ab, die später zu größeren Tropfen zusammenfließen und die Zellfunktionen erheblich beeinträchtigen.

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Links

Deutsche Leberhilfe
Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin


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