Inhaltssuche

Suche im Experten-Ratgeber und Lexika

Fettstoffwechselstörungen

Fette (Lipide) sind neben Eiweißen, Zuckern und Salzen lebenswichtige Substanzen. Die wichtigsten Fette im Blut sind die vorwiegend mit der Nahrung aufgenommenen Triglyceride und das Cholesterin. Damit die Fette im Blut transportiert werden können, müssen sie in eine spezielle wasserlösliche Transportform gebracht werden. Dies geschieht durch Verbindung mit bestimmten Eiweißen (Proteine). Es entstehen Protein-Lipid-Komplexe, die Lipoproteine. Diese Lipoproteine nehmen unterschiedliche Transportaufgaben im Körper wahr. Je nach ihrer physikalischen Dichte werden die triglyceridreichen Chylomikronen, die Lipoproteine mit sehr geringer Dichte (VLDL), mit geringer Dichte (LDL) und mit hoher Dichte (HDL) unterschieden.

Mehr anzeigen



Diagnostik

Dyslipoproteinämien können rasch durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Zur Orientierung reicht in der Regel eine Bestimmung des Gesamtcholesterinspiegels, des HDL und der Triglyceride aus. Hieraus kann der LDL-Wert und das LDL-HDL-Verhältnis berechnet werden.

Besteht der Verdacht auf eine schwere Fettstoffwechselstörung, verhelfen genauere Untersuchungen der Blutfette zu einer gezielten Diagnose. Außerdem gibt es heute Gentests, mit denen die häufigsten krankheitsauslösenden Veränderungen des Erbgutes nachgewiesen werden können.

Der Arzt sucht außerdem nach Erkrankungen, die zu einer sekundären Fettstoffwechselstörung führen können und fragt, ob es Familienmitglieder mit Fettstoffwechselstörungen oder Herz- Kreislaufkrankheiten gibt.

Die Untersuchung wird durch die gezielte Suche nach anderen Gefäßrisikofaktoren (z.

Symptome und Beschwerden

  • Meistens treten keine unmittelbaren Beschwerden auf
  • Als Folge der Fettstoffwechselstörung Beschwerden durch arteriosklerotische Veränderungen der Blutgefäße wie Brustenge oder Atembeschwerden bei geringer Belastung
  • Gelb bis braun gefärbte Knötchen oder große Knoten an Augenlidern, Achillessehnen, Ellenbogen oder Gesäß
  • Grauweißer Trübungsring um die Hornhaut
  • Eventuell Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Bei Leberverfettung Schmerzen im rechten Oberbauch

Ein hoher Cholesterinspiegel wird meist nur zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt, weil er zunächst keine Beschwerden verursacht. Manchmal kann sich eine Hypercholesterinämie aber auch durch eine Gefäßerkrankung - Arteriosklerose - oder deren Folgekrankheiten erstmalig äußern. Dazu zählen Brustenge bei körperlicher oder seelischer Belastung durch Verengungen der Herzkranzgefäße (Angina pectoris), Herzinfarkt, Schlaganfall oder krampfartige Beinschmerzen bei längerem Gehen (Schaufensterkrankheit).

Mehr anzeigen



Therapie

Konventionelle Medizin

Die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen stimmt der Arzt auf die Schwere der Erkrankung und das Vorliegen von zusätzlichen Risikofaktoren ab.

Welche Blutfettwerte angestrebt werden, hängt nicht allein von den Ausgangswerten ab. Wichtig für die Planung der Therapie ist auch, ob eine primäre oder eine sekundäre Prävention erforderlich ist. Unter Primärprävention versteht man eine Therapie, die die Entstehung einer Arteriosklerose vermeiden soll. Wenn bereits eine Arteriosklerose vorliegt und nur noch ihr Fortschreiten verhindert werden kann, spricht man von Sekundärprävention.

Mehr anzeigen



Ursachen

Man unterscheidet zwischen primären (ca. 80 Prozent) und sekundären Fettstoffwechselstörungen (ca. 20 Prozent). Während primäre Störungen des Fettstoffwechsels meist vererbte Ursachen haben, sind die sekundären Dyslipoproteinämien Folgen einer anderen Grunderkrankung, die auch den Fettstoffwechsel beeinflusst (z.

Nur in relativ seltenen Fällen beruht ein erhöhter Blutfettspiegel allein auf einer veränderten Erbanlage. Dann kann das Problem schon im Kleinkindalter auftreten, und die Krankheit muss medikamentös behandelt werden. Bei den meisten Patienten wird die vererbte Krankheitsanfälligkeit jedoch durch äußere Faktoren verstärkt - z.

Ursache der vererbten Komponente der primären Hyperlipoproteinämien können eine Vielzahl unterschiedlicher genetischer Defekte sein. Sie führen zu Störungen in verschiedenen Bereichen des Fettstoffwechsels. Betroffen sind die Stoffe, die den Fettabbau bewirken (Enzyme), Eiweißstrukturen der Lipoproteine oder Schlüsselstellen (Rezeptoren) in der Leber und anderen Geweben, an denen die Lipoproteine normalerweise anbinden und verstoffwechselt werden.

Mehr anzeigen



Links

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (Lipid-Liga)
Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen
Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Deutsches Ernährungsberatungs- und -informationsnetz (DEBInet)


Lizenzierte Brockhaus-Inhalte.
© 2017, Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh / München

Lexikon-Inhalte zum Thema „Herz-Kreislauferkrankungen”

Weißfingerkrankheit

Die Weißfingerkrankheit, auch Raynaud-Krankheit... Mehr

Herzrhythmusstörungen

Eine Herzrhythmusstörung (auch Arrhythmie) ist eine... Mehr

Schlaganfall

Der Schlaganfall (auch Apoplexie, Gehirnschlag... Mehr

Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist ein irreversibler... Mehr

Herzmuskelerkrankungen

Unter einer Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie) versteht... Mehr

Herzinnenhautentzündung

Die dünne Haut, die das Herzinnere und die Herzklappen... Mehr

Alle Lexikon-Inhalte zum Themengebiet anzeigen
Passende Behandlungsgebiete und Lexikon-Inhalte

Ärzte für spezielle Behandlungsgebiete

jameda Behandlungsgebiete

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon