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Fettsucht

Die Fettsucht (Adipositas) ist in den modernen Industrienationen eine weit verbreitete Erkrankung, die in den verschiedenen Altersgruppen 30 bis 70 Prozent der Bevölkerung betrifft. Sie wird üblicherweise als übermäßiger Anteil des Fettgewebes am Gesamtkörpergewicht (bei Männern mehr als 20 Prozent, bei Frauen mehr als 25-30 Prozent) definiert. Die Adipositas ist Teil des so genannten Wohlstandssyndroms (Fettsucht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus Typ II und erhöhte Harnsäurewerte im Blut). Es herrscht Übereinstimmung darüber, dass die Gefahr schwer wiegender Komplikationen mit zunehmender Dauer und dem Ausmaß des Übergewichts steigt. Hierzu zählen vorwiegend Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


Diagnostik

Neben dem Wiegen, der Berechnung des Körper-Massen-Index (BMI) und des Hüft-Taillen-Verhältnisses sucht der Arzt bei der Untersuchung nach Erkrankungen, die eine sekundäre Form der Adipositas verursachen können. Vor allem Blutuntersuchungen dienen dazu, krankhafte Hormonstörungen zu finden.

Außerdem wird der Arzt nach den Essgewohnheiten, nach körperlicher Aktivität und nach psychischen Problemen des Betroffenen fragen. Die Diagnostik wird durch die Suche nach Folgeerkrankungen vervollständigt.


Folgeerkrankungen

Neben den allgemeinen Symptomen werden Beschwerden durch die Folgeerkrankungen der Adipositas verursacht.

Bluthochdruck
Pro zehn Kilogramm Übergewicht kann sich der Blutdruck um 10 bis 20 mmHg (systolisch) bzw. um 5 bis 10 mmHg (diastolisch) erhöhen.

Blutzuckererhöhung
Mit dem Körpergewicht steigt auch die Wahrscheinlichkeit, einen Diabetes mellitus vom Typ II zu entwickeln. Die Bauchspeicheldrüse schüttet zunächst verstärkt Insulin aus (Hyperinsulinämie); das Gewebe reagiert daraufhin immer unempfindlicher auf das blutzuckersenkende Hormon.

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Symptome und Beschwerden

  • Fettleibigkeit
  • Erhöhtes Körpergewicht, Körper-Massen-Index über 25 kg/m2
  • Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Luftnot bei körperlicher Anstrengung
  • Müdigkeit
  • Antriebsmangel

Übergewichtige Patienten leiden häufig unter verminderter Leistungsfähigkeit, Luftnot bei körperlicher Anstrengung sowie schneller Ermüdbarkeit.


Therapie

Formen der Fettleibigkeit

Konventionelle Medizin

Die Behandlung der Adipositas ist langwierig, sie wird am besten durch eine nachhaltige Nahrungsumstellung und moderate Verminderung der Kalorien (1200-1600 kcal pro Tag) erreicht. Vor Diäten mit extrem niedrigen Kalorienzahlen (unter 800 kcal) muss gewarnt werden. Sie sind langfristig nutzlos und können akut schwerste Gesundheitsstörungen verursachen.

Langfristige Erfolge sind am ehesten möglich, wenn neben der Kalorieneinschränkung auch Bewegung und verhaltenstherapeutische Maßnahmen in das Diätprogramm eingebaut werden. Bei der Diätplanung müssen auch die Lebensumstände (z.

Eine medikamentöse Therapie wird nur in sehr seltenen Ausnahmefällen in Erwägung gezogen. Viele appetitzügelnde Medikamente enthalten amphetaminähnliche Substanzen und wirken innerhalb kurzer Zeit Sucht erzeugend.

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Ursachen

Hinsichtlich der Entstehung kann zwischen primären und sekundären Formen der Adipositas unterschieden werden. Die primäre Adipositas ist Ausdruck einer Anpassung an andauernde energie- und fettreiche Überernährung. Den sehr seltenen sekundären Formen liegen andere Erkrankungen zugrunde, die in der Folge das Gleichgewicht des Fettgewebes beeinflussen, z.

Wie und warum es zur primären Adipositas kommt, ist noch nicht im Detail geklärt. Voraussetzung ist jedoch, dass ein Mensch über einen längeren Zeitraum mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbrennt (positive Energiebilanz), so dass er zusätzliche Fettspeicher anlegt. Damit der Umfang des Fettgewebes konstant bleibt, müssen die Masse des Fettgewebes und der Appetit aufeinander abgestimmt werden. Es wird vermutet, dass bei der Adipositas der "Informationsfluss" von den Fettzellen zum Sättigungszentrum des Gehirns gestört ist und eine Gewichtszunahme nicht mit einer entsprechenden Abnahme des Appetits beantwortet wird.

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Links

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (Lipid-Liga)
Deutschen Adipositas Gesellschaft
Deutsches Ernährungsberatungs- und -informationsnetz (DEBInet)
Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen
Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten


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