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Grüner Star

Der grüne Star (Glaukom) ist eine weit verbreitete Augenkrankheit. Etwa zwei Prozent aller Menschen über 45 Jahre leiden an einem Glaukom. Der grüne Star wird durch eine Schädigung des Sehnervs mit darauf folgendem Gesichtsfeldausfall bei relativ zu hohem Augeninnendruck charakterisiert. Zum Druckanstieg im Auge kann es plötzlich (akutes Glaukom) oder schleichend (chronisches Glaukom) kommen. In jedem Fall besteht die Gefahr, dass der hohe Druck im Innern des Auges den Sehnerv schädigt und so die Sehkraft schwer beeinträchtigt oder - im schlimmsten Fall - zur Erblindung führt. Der grüne Star gehört zu den häufigsten Ursachen für eine Erblindung in der westlichen Welt.

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Diagnostik

Die Messung des Augeninnendrucks ist das wichtigste diagnostische Verfahren. Stellt der Augenarzt mehrfach einen Augeninnendruck von mehr als 21 mmHg fest, liegt der Verdacht auf ein beginnendes Glaukom nahe. Bei Werten ab 25 mmHg gilt die Diagnose als gesichert, sofern sich bei der Untersuchung des Gesichtsfelds Einschränkungen ergeben und die Inspektion des Augenhintergrunds eine Papillenexkavation ergibt, die Austrittsstelle des Sehnervs also verstärkt ausgebuchtet ist.

Darüber hinaus kann der Augenarzt durch genaue Betrachtung des Kammerwinkels Rückschlüsse auf die Ursache der Augendruckerhöhung ziehen und zwischen einem Engwinkel- und einem Weitwinkelglaukom differenzieren.


Symptome und Beschwerden

  • Zunehmende Gesichtsfeldeinschränkung
  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Im Glaukomanfall Schleiersehen, tränende, rote Augen, heftige Kopfschmerzen und plötzliche, starke Übelkeit
  • Gefahr der Erblindung

Das chronische Weitwinkelglaukom ist oft eine Zufallsdiagnose, die bei einer augenärztlichen Routineuntersuchung gestellt wird, da eine mäßige Erhöhung des Augeninnendrucks keine Beschwerden verursacht. Dagegen führt ein Glaukomanfall (Winkelblockglaukom) mit plötzlichem Anstieg des Augeninnendrucks von normalen 10 bis 22 auf 50 bis 80 mmHg zu Schleiersehen, Gesichtsfeldausfällen, starken Kopfschmerzen, roten und tränenden Augen sowie heftiger Übelkeit bis zum Erbrechen. Ein Glaukomanfall muss sofort behandelt werden, weil er bereits nach wenigen Stunden zur Erblindung führen kann.


Therapie

Konventionelle Medizin

Der erhöhte Augeninnendruck kann medikamentös durch Tabletten oder Augentropfen gesenkt werden, die entweder die Kammerwasserbildung hemmen, die Abflusswege erweitern oder das überschüssige Kammerwasser über Nebenwege abfließen lassen.

Reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus, kommen operative Maßnahmen oder eine Lasertherapie zur Behandlung in Betracht.

Beim Engwinkelglaukom werden Teile der Iris entfernt, um eine größere Verbindung zwischen der Vorder- und der Hinterkammer des Auges zu schaffen. Das Kammerwasser kann dann wieder direkt in den Kammerwinkel fließen.

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Ursachen

Abfluss des Kammerwassers

Beim grünen Star kommt es durch eine Abflussbehinderung des Kammerwassers zu einem Stau in der vorderen Augenkammer und damit zu einem erhöhten Augeninnendruck. Da der gesamte Augapfel von einer festen, wenig dehnbaren Haut, der Lederhaut, umgeben wird, übt die zunehmende Flüssigkeitsmenge immer größeren Druck auf alle Strukturen im Auge aus. Über den Glaskörper, der hinter den Augenkammern liegt, wird der Druck an die Netzhaut und die Fasern des Sehnervs weitergegeben. Auf längere Sicht führt der Druck beim chronischen Glaukom zu einer Schädigung des Sehnervs und ohne Behandlung irgendwann zur Erblindung.

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Links

Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe
Initiativkreises zur Glaukomfrüherkennung
Initiative Glaukom-Kinder
www.augen.de - Informations- und Kommunikationsservice für Augenärzte und Patienten
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands
Deutsche Ophtalmologische Gesellschaft


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