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Herzmuskelentzündung

Eine Herzmuskelentzündung, fachsprachlich Myokarditis genannt, tritt meist als Komplikation einer anderen Grundkrankheit auf und gehört somit zum Formenkreis der sekundären Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien). Sie kommt eher selten vor, kann aber schwere Verläufe aufweisen, die sogar zum Tod führen. Durch die anatomische Nähe kann sich eine Herzmuskelentzündung immer auch bis in Herzinnenhaut und Herzbeutel ausbreiten.


Diagnostik

Beim Abhören des Herzens findet sich eine Abschwächung des ersten Herztons, ein Galopprhythmus oder Herzgeräusche durch einen unvollständigen Schluss der linken Herzklappe. Charakteristischerweise sind die Geräusche wechselhaft.

Auch im Elektrokardiogramm finden sich vielfältige und wechselhafte Veränderungen, so dass Verlaufsbeobachtungen aufschlussreich sind. Neben den genannten Rhythmusstörungen finden sich Störungen der Erregungsausbreitung und -rückbildung sowie Veränderungen wie bei einem Herzinfarkt (Pseudoinfarkt).

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Symptome und Beschwerden

  • Schwäche und rasche Ermüdbarkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Appetitlosigkeit und Übelkeit
  • Eventuell Fieber
  • Eventuell Atemnot, Engegefühl über der Brust, Herzrhythmusstörungen mit Pulsbeschleunigung oder -verlangsamung

Die klinischen Auffälligkeiten sind bei einer begleitenden Myokarditis eher unspezifisch und treten hinter die Symptome der Grundkrankheit zurück. Andererseits können bei schweren Verlaufsformen Schwäche, rasche Ermüdbarkeit, Abgeschlagenheit, eventuell Fieber, ferner Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Appetitlosigkeit und Übelkeit auftreten.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Da die Herzmuskelentzündung meist als Komplikation einer anderen Grundkrankheit auftritt und nur selten spezifische Symptome verursacht, wird sie oft erst spät erkannt.

Die Therapie richtet sich nach der Grundkrankheit. Auf jeden Fall ist körperliche Schonung erforderlich, bei schwereren Fällen sogar strikte Bettruhe, solange Entzündungszeichen nachweisbar sind. Fieber sollte medikamentös gesenkt werden. Alle zugrunde liegenden Infektionen müssen, sofern möglich, behandelt werden. Bei bakteriellen Infektionen ist eine konsequente Antibiotikatherapie erforderlich.Bei der rheumatischen Myokarditis erhält der Patient hochdosiert Penizillin als Langzeittherapie, um Rückfällen vorzubeugen, und Cortison zur Entzündungshemmung.

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Ursachen

Bei der Myokarditis führen die Entzündungsherde zum Untergang (Nekrose) einzelner Muskelzellen oder ganzer Verbände. Je ausgedehnter der Zelluntergang, desto schwerer der Krankheitsverlauf. Nach ihrer Entstehung unterscheidet man mehrere Formen der Herzmuskelentzündung:

Virusmyokarditis
Eine Virusmyokarditis ist die häufigste Form der Herzmuskelentzündung und kann als Komplikation jeder Virusinfektion auftreten. Neben Coxsackie-, Echo- und Influenzaviren kommen auch Hepatitis-, Herpes- und Poliomyelitisviren (Kinderlähmung) als Ursache in Betracht.

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Links

Deutsche Herzstiftung
Selbsthilfeorganisation Herzkind
Kompetenznetz Herzinsuffizienz
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz-Kreislauf-Forschung
Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin


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