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Hodenkrebs

Die meisten Tumoren, die im Hoden entstehen, sind bösartig. In der Altersgruppe von 20 bis 34 gehören sie zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. 10 bis 20 Prozent der Hodentumoren treten allerdings bei über 50-Jährigen auf.

Die verschiedenen Zellarten des Hodens können unterschiedliche Tumoren bilden. Vereinfachend unterscheidet man die sehr gut heilbaren Seminome (Tumoren, die vom Samenbildungsgewebe ausgehen) von den Nicht-Seminomen. Insgesamt sind die Heilungschancen bei bösartigen Hodentumoren gut.


Diagnostik

Abtastung
Zunächst erfolgt das Abtasten beider Hoden. Findet man den typischen derb-knotigen Befund mit nur geringer Druckschmerzhaftigkeit, versucht man, möglichst viele Informationen über den Tumor zu bekommen: Größe, Ausdehnung am Entstehungsort und Einwachsen in Nachbargewebe sowie das Vorliegen und den Ort möglicher Lymphknoten- und Organmetastasen.

Apparative Diagnostik
Mit einer Ultraschalluntersuchung kann der Verdacht erhärtet und die Tumorgröße bestimmt werden. Auch kleine Tumoren sind so gut nachweisbar.

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Symptome und Beschwerden

  • Einseitige Hodenvergrößerung
  • Schwellung, die sich derb bis höckrig anfühlt
  • Keine oder nur geringe Schmerzen
  • Brustvergrößerung bei hormonproduzierenden Tumoren

Das häufigste Erstsymptom ist eine langsam zunehmende und schmerzlose, einseitige Hodenvergrößerung. Jede Hodenvergrößerung sollte bis zum Beweis des Gegenteils erst einmal als krebsverdächtig gelten. Eine Hydrozele, d.

Manche Patienten werden erst durch Tumorabsiedlungen (Metastasen) in anderen Körperregionen auffällig.


Therapie

Konventionelle Medizin

Wie bei den meisten bösartigen Tumoren ergänzen sich Operation, Strahlentherapie und die Infusion von Zellgiften (Chemotherapie). Die Therapie richtet sich nach der Art des Tumors, seiner Ausdehnung in benachbartes Gewebe, Vorliegen von Lymphknotenmetastasen und Metastasen in anderen Organen.

Operation
Konnte der Verdacht auf einen bösartigen Tumor nicht ausgeräumt werden, dann wird das Skrotum eröffnet und eine Gewebeprobe aus dem Tumor zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung entnommen. Diese findet noch während der Operation statt. Bestätigt sich der Verdacht auf Krebs, dann wird von der Leiste aus der gesamte Hoden und wenn nötig auch Teile des Hodensacks entfernt (hohe inguinale Semikastration). Zuvor wird der Samenstrang abgeklemmt, um der Verschleppung von Tumorzellen vorzubeugen.

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Ursachen

Die Ursachen bösartiger Hodentumoren sind weitgehend unklar. Eine Mitwirkung von Hormonen an der Krebsentstehung wird angenommen.

Hat sich der Hoden bis zur Geburt nicht ins Skrotum gesenkt, sondern steckt noch in der Leiste oder der Bauchhöhle, ist das Risiko für die Entwicklung eines Hodenkrebses um ein Vielfaches erhöht (bis zu 50fach). Trotz frühzeitiger Verlagerung des Hodens in den Hodensack durch eine Operation bleibt ein erhöhtes Risiko. Auch der Hoden der Gegenseite wird häufiger als normal befallen.


Links

Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Hodentumoren
www.urologenportal.de - Website des Berufsverbands der Deutschen Urologen und der Deutschen Gesellschaft für Urologie
Deutsche Gesellschaft für Andrologie
Deutsche Krebshilfe
Österreichische Krebshilfe
Krebsliga Schweiz
Deutsches Krebsforschungszentrum
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
Deutsche Krebsgesellschaft


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