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Kehlkopfkrebs

Der Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) ist einer der häufigsten bösartigen Tumoren im Halsbereich. Er tritt vor allem bei Männern ab dem 50. Lebensjahr auf. Bei frühzeitiger Erkennung sind die Heilungschancen günstig. In Deutschland erkranken jährlich etwa 500 Frauen und 3500 Männer an Kehlkopfkrebs.


Diagnostik

Laryngoskopie

Ziel der Diagnostik ist zum einen die Feststellung der Tumorart und seiner Lokalisation. Zum anderen muss das Ausmaß der Erkrankung erfasst werden, um die Behandlungsmöglichkeiten beurteilen zu können. Dies geschieht durch eine Reihe weiterer Untersuchungen, dem sogenannten Staging.

Erste Untersuchungen
Am Anfang der Diagnostik steht - nach einem ausführlichen Gespräch - eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie). Sie erfolgt meistens zuerst mit einem einfachen und zusätzlich mit einem Lupenlaryngoskop. Die Untersuchung ist sicher, einfach und belastet den Patienten kaum.

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Symptome und Beschwerden

  • Länger als drei Wochen bestehende Heiserkeit
  • Fremdkörpergefühl im Hals
  • Schluckbehinderung
  • Schmerzen beim Schlucken, die ins Ohr ausstrahlen
  • Kloßige Stimme
  • Räusperzwang
  • Blut im Auswurf
  • Langsam zunehmende Atemnot
  • Pfeifgeräusch beim Einatmen
  • Unangenehmer Mundgeruch
  • Geschwollene Halslymphknoten
  • Gewichtsverlust

Therapie

Konventionelle Medizin

Die Behandlung des Kehlkopfkrebses richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung. In der Regel ist jedoch ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

Operative Behandlung
Je nach Ausbreitung des Tumors ist lediglich die Entfernung eines Stimmbands notwendig oder es muss ein Teil oder gar der gesamte Kehlkopf entfernt werden. Das hat weit reichende Folgen. Im Vordergrund steht der Stimmverlust. Der Patient muss daher vor der Operation in einem ausführlichen Informationsgespräch über die Konsequenzen des Eingriffs und die Kompensationsmöglichkeiten des Stimmverlusts aufgeklärt werden. Zudem muss die Operationsfähigkeit sorgfältig abgewogen werden, da Patienten mit Kehlkopfkarzinom oft zusätzlich an Herz-, Lungen- und Leberkrankheiten leiden.

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Ursachen

Ein direkter Zusammenhang zwischen bösartigen Zellveränderungen im Kehlkopf und Nikotin- sowie Alkoholkonsum gilt inzwischen als gesichert.

Auch Hitze, Verbrennungsgase, Ruß, ionisierende Strahlen (z. B. Röntgenstrahlen), Steinkohlen- und Betonstaub, Teerprodukte, Farben und Lacke erhöhen das Krankheitsrisiko.

Verschiedene Schleimhautveränderungen im Kehlkopf wurden als Krebsvorstufen (Präkanzerosen) identifiziert. Dazu gehören die Leukoplakie und die Erythroplakie. Unter Leukoplakie versteht man weißliche, unter Erythroplakie rote, abgrenzbare Schleimhautveränderungen, deren Zellen unter dem Mikroskop eine Veränderung der Zellkerne aufweisen. Die Plakien entstehen wahrscheinlich durch langfristigen Kontakt mit einem Karzinogen (Nikotin, Alkohol) und bergen eine große Gefahr, zu Krebs zu entarten.


Links

Rachen und Kehlkopfkrebs - „Blauer Ratgeber“ der Deutschen Krebshilfe
Ratgeber Kehlkopfkrebs
Bundesverband der Kehlkopfoperierten
Tracheotomie-Ratgeber der Stiftung NOAH
Berufsverband der Deutschen Hals-Nasen-Ohrenärzte
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie
Deutsche Krebshilfe
Österreichische Krebshilfe
Krebsliga Schweiz
Deutsches Krebsforschungszentrum
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
Deutsche Krebsgesellschaft


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