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Lungenembolie

Die Lungenembolie ist eine in der Regel akute Erkrankung des Blutkreislaufs in der Lunge. Man versteht darunter die Verstopfung der Lungenarterie oder eines ihrer Äste durch einen Embolus, einem Blutgerinnsel (Thrombus), das sich von einer Venenwand gelöst und mit dem Blutstrom auf die Wanderschaft begeben hat. Das meist plötzliche Ereignis verläuft umso schwerer, je größer der Embolus und damit das verschlossene Lungengefäß ist. Die Lungenembolie ist eine der häufigsten "plötzlichen" Todesursachen. Die Lungengefäße können auch schrittweise verlegt werden.


Diagnostik

Zunächst wird eine Lungenszintigrafie durchgeführt, die zwar eine Embolie nicht beweist, aber bei einem normalen Befund eine Lungenembolie als Ursache für die Beschwerden ausschließt. Krankhafte Veränderungen in der Szintigrafie, eine typische Vorgeschichte (z.

Der eigentliche Nachweis einer Lungenembolie gelingt durch eine Röntgenkontrastdarstellung der Lungenarterie (Pulmonalisangiografie), mit der auch der betroffene Gefäßabschnitt identifiziert und die Schwere der Embolie abgeschätzt werden kann. Die Untersuchung ist jedoch nicht ohne Risiken, so dass man sie erst durchführt, wenn andere Untersuchungen den Verdacht auf eine Lungenembolie untermauert haben.

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Symptome und Beschwerden

  • Plötzliche Atemnot, Schmerzen im Brustkorb und Husten
  • Beschleunigung von Puls und Atmung
  • Blauverfärbung der Haut
  • Unruhe und Todesangst durch Atemnot
  • Gestaute Halsvenen
  • In sehr schweren Fällen Schock und Kreislaufstillstand

Die klinischen Auffälligkeiten richten sich nach der Größe der verschlossenen Lungenarterie und dem Ausmaß ihres Versorgungsgebiets. Ist nur ein kleiner Seitenast verlegt, fällt die Symptomatik milde aus mit leichter Atemnot und geringen Schmerzen. Manchmal treten auch gar keine Beschwerden auf. Ist eine Lungenarterie verschlossen, die ein ganzes Lungensegment versorgt, sind Atmung und Puls beschleunigt, die Atemnot und die Schmerzen ausgeprägter. Bei Verschluss eines Arterienastes, der direkt vom Lungenarterienhauptstamm abgeht (Lappenarterie), kommt es zu akuter, schwerer Atemnot, Blauverfärbung der Haut (Zyanose) und Unruhe durch den Sauerstoffmangel sowie zu sehr starken Schmerzen. Von einer fulminanten Lungenembolie spricht man, wenn der Hauptstamm der Lungenarterie oder mehrere Lappenarterien verschlossen sind. Dann kommt es zum Kreislaufschock und auch zum Herzstillstand.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Das erste Behandlungsziel liegt in der Auflösung des Gerinnsels und der Vermeidung weiterer Embolien. Je nach Schwere der Embolie wird deshalb die Gerinnung durch die kontinuierliche Infusion von Heparin (ein gerinnungshemmender Wirkstoff) für fünf bis zehn Tage herabgesetzt. Außerdem sind eine medikamentöse Beruhigung (Sedierung) des Patienten, Schmerzbekämpfung und Sauerstoffgabe erforderlich.

Zur Atemerleichterung wird der Patient besonders gelagert. Die Gabe leichter, nicht blähender und nicht stopfender Kost soll die Notwendigkeit des Pressens vermeiden. Wegen der Gefahr einer möglichen Lungenentzündung werden atemtherapeutische Übungen durchgeführt.

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Ursachen

Embolus
Die Lungenbläschen

Die Risikofaktoren für eine Thrombose sind also auch Risikofaktoren für eine Lungenembolie. Dazu gehören langfristige Bettlägerigkeit, langes Sitzen, z.

Die häufigste Ursache für eine Lungenembolie ist ein Gerinnsel, das sich aus den tiefen Bein- oder Beckenvenen losgerissen hat (etwa 90 Prozent), seltener aus dem rechten Herzen oder der oberen Hohlvene.

Lungenembolien durch Fett (z.

Durch den Gefäßverschluss kommt es zu einem Anstieg des Drucks im Lungenkreislauf. Das rechte Herz, das unvermindert sauerstoffarmes Blut aus dem Körperkreislauf erhält, pumpt gegen den Widerstand der verschlossenen Lungenarterie an. Es kommt zu einem Blutrückstau in das rechte Herz, was dort zunächst mit einer vermehrten Pumpleistung und einer Erweiterung von Vorhof und Kammer kompensiert wird.

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Links

Deutsche Atemwegsliga
Patientenliga Atemwegserkrankungen
Deutsche Lungenstiftung
Bundesverband der Pneumologen
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin


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