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Osteoporose

Die Osteoporose ist eine systemische (den gesamten Körper betreffende) Skeletterkrankung. Sie wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch Knochenschwund genannt. Bei Osteoporose vermindert sich die Knochenmasse durch einen Abbau der Knochensubstanz, der das natürliche Maß überschreitet. Dadurch - und durch die Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes - steigt die Anfälligkeit gegenüber Knochenbrüchen (Frakturen). Die Krankheit wird anhand der Knochendichte diagnostiziert und nicht anhand von Symptomen wie zum Beispiel einer Fraktur. Ist es schon zu einer Fraktur gekommen, spricht man von einer manifesten Osteoporose.

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Diagnostik

Bei bekannten Risikofaktoren und erstmals auftretenden Beschwerden im Bereich von Brust- oder Lendenwirbelsäule muss immer eine Osteoporose angenommen werden.

Röntgendiagnostik
Beweisend ist das Röntgenbild mit den typischen Wirbelkörperdeformierungen. Es belegt das Einsinken der Wirbelkörper. Im Röntgenbild ist eine Osteoporose allerdings erst im weit fortgeschrittenen Stadium auszumachen. Dann sind meist schon 30 Prozent der Knochenmasse verloren. In diesem Stadium sind möglicherweise schon weitere folgenreiche Schäden wie Knochenfrakturen eingetreten.

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Stadien

Die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) und der Röntgenbefund dienen der Einteilung der Osteoporose in vier Stadien.

Stadium 0, Osteopenie: Knochenmineralgehalt vermindert (-1,0 bis -2,5), keine Frakturen.

Stadium 1, klinische Osteoporose: Knochenmineralgehalt vermindert (mehr als -2,5), keine Frakturen.

Stadium 2, manifeste Osteoporose: Knochenmineralgehalt vermindert, bis zu drei Wirbelfrakturen, die ohne Trauma aufgetreten sind.

Stadium 3, fortgeschrittene Osteoporose: Knochenmineralgehalt vermindert, zahlreiche Wirbelbrüche, oft zusätzlich auch Frakturen anderer Knochen.


Symptome und Beschwerden

Klinische Symptome der Osteoporose, die erkennbar sind, bevor es zu Frakturen kommt, treten nicht auf. Bei einer manifesten Osteoporose:

  • Knochendeformierungen und -brüche
  • Rückenschmerzen (akut und chronisch)
  • Größenabnahme und Rundrückenbildung ("Witwenbuckel")
  • Verlust an Mobilität

Solange sich nach und nach die Knochensubstanz zurückbildet, ohne dass es zu Frakturen oder anderen Symptomen kommt, verläuft eine Osteoporose frei von Beschwerden. In dieser Phase ist die Diagnose der Erkrankung schwierig.

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Therapie

Knochenbrüche

Konventionelle Medizin

Voraussetzung für Erfolge bei der Therapie sind Basismaßnahmen zur Osteoporose- und Frakturvorbeugung. Sie haben das Ziel, die Knochenstabilität zu verbessern und die Gefahr von Frakturen - speziell durch Stürze - zu mindern. Zu diesen Basismaßnahmen gehört die Steigerung der Muskelkraft und der Koordinationsfähigkeit durch geeignete sportliche Aktivitäten. Auf dem Gebiet der Ernährung muss auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Kalzium und die Vermeidung von Untergewicht geachtet werden. Auf Rauchen sollte unbedingt verzichtet werden. Bei der Einnahme und der Dosierung von Medikamenten, die eine Osteoporose begünstigen (z.

Die Therapie zielt darauf ab, das verloren gegangene Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und -abbau wieder zugunsten des Aufbaus zu verschieben und das Frakturrisiko zu senken. Dem behandelnden Arzt stehen Medikamente zur Verfügung, die die Anzahl der Knochenbrüche mindern können. Welches Präparat zum Einsatz kommt, hängt von den individuellen Eigenschaften der Patientin oder des Patienten und davon ab, in welcher Phase die Osteoporose erkannt wird. Folgende Wirkstoffe haben sich besonders bewährt: Bisphosphonate (z.

Der Erfolg der Basismaßnahmen sollte durch Messungen der Knochendichte im Abstand von zwei Jahren erfolgen. Bei einer medikamentösen Therapie ist es ratsam, anfangs im Abstand von drei bis sechs Monaten klinisch zu untersuchen. Später kann dieses Intervall auf sechs bis zwölf Monate heraufgesetzt werden. Knochendichtemessungen sind nur eingeschränkt dazu geeignet, einen medikamentösen Therapieerfolg zu kontrollieren.

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Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen der Osteoporose zählen der Östrogenmangel nach den Wechseljahren (postmenopausale Osteoporose) bzw. Testosteronmangel bei Funktionsstörung der Hoden (Hypogonadismusosteoporose) sowie der altersbedingte Knochendichteverlust (senile Osteoporose). Das Risiko, die Krankheit zu entwickeln, scheint außerdem durch eine genetische Veranlagung vergrößert zu werden.

Zu den weiteren Risikofaktoren für eine Osteoporose gehören eine mangelhafte Versorgung mit Kalzium und Vitamin D. Auch ein Mangel an Sexualhormonen (Östrogenen) bei Mädchen und jungen Frauen - z.

Vermutlich hängt die Wahrscheinlichkeit der Entstehung einer Osteoporose bei der langfristigen Gabe von Cortison von der Knochendichte zu Beginn der Therapie ab. Dennoch gehört Cortison immer noch zu den wichtigen Waffen im Kampf gegen das Rheuma. Patienten, die langfristig mit Cortison behandelt werden, sollten ihren Arzt auf ein möglicherweise erhöhtes Osteoporoserisiko ansprechen.

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Verbreitung

Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die Osteoporose in die Liste der weltweit zehn bedeutendsten Krankheiten aufgenommen, sowohl in Hinsicht auf die Krankheitsfolgen als auch auf die dafür aufzuwendenden Behandlungskosten.

Weltweit weisen unter der weißen Bevölkerung etwa 15 Prozent der Frauen über 65 eine sichtbare Osteoporose auf, bis zum 75. Lebensjahr haben 30 Prozent der Bevölkerung Frakturen erlitten, die auf eine Osteoporose zurückzuführen sind. In Deutschland leiden fünf bis sieben Millionen Menschen an Osteoporose. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Allerdings gleicht sich das Risiko einer Osteoporose mit zunehmendem Alter bei Frau und Mann an.


Links

Kuratorium Knochengesundheit
Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose
Netzwerk Osteoporose
Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie
www.orthinform.de - Patienteninformationsportal des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie


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