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Prostatakrebs

Der Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom (Krebs der Vorsteherdrüse) genannt, wird in Deutschland pro Jahr bei rund 40000 Männern festgestellt. Die Prostata ist damit bei Männern das Organ mit den meisten bösartigen Neubildungen. Bei den zum Tod führenden Krebserkrankungen von Männern steht das Prostatakarzinom mit etwa 10 Prozent nach dem Lungen- und Dickdarmkrebs an dritter Stelle.

Die Anzahl der festgestellten Neuerkrankungen hat seit dem Ende der 1980er Jahre stetig zugenommen, seit etwa 2001 scheint dieser Anstieg abzuflauen. Die Erhöhung der Erkrankungsrate geht wahrscheinlich auf die verbesserten Möglichkeiten zurück, die Krankheit zu diagnostizieren - z.

Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt in Deutschland bei 71 Jahren und damit fünf Jahre höher als bei Krebs insgesamt. Erste Erkrankungen treten selten vor dem 50. Lebensjahr auf.

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Diagnostik

Anatomische Lage der Prostata

Kommt der Patient bei den oben genannten Beschwerden zum Arzt, werden neben der Aufnahme der Krankheitsgeschichte verschiedene Untersuchungen durchgeführt.

Erste Untersuchungen
Zunächst wird eine Rektaluntersuchung vorgenommen. Dazu führt der Arzt einen Finger in den Mastdarm ein und ertastet von dort aus die Größe und Beschaffenheit der Prostata. Bei Verdacht auf einen Tumor in der Prostata wird eine Ultraschalluntersuchung durch den Enddarm angeschlossen. Dabei werden die Größe der Drüse und eventuelle Gewebeveränderungen bestimmt. Bei Auffälligkeiten in der Ultraschalluntersuchung werden Gewebeproben aus der Prostata entnommen und feingeweblich untersucht. Die Gewebeentnahme erfolgt dabei durch das Einführen einer Nadel in die Prostata, entweder durch den Mastdarm oder durch den Raum zwischen Hodensack und After. Ergibt der Befund einen bösartigen Tumor, folgen weitere Untersuchungen zur Stadieneinteilung, da sich die Therapie nach dem Stadium des Tumors richtet.

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Prognose

Das Alter der Patienten beträgt bei Diagnosestellung im Mittel 71 Jahre. Da Prostatatumoren in diesem Alter sehr langsam wachsen, versterben viele Patienten ohne Beschwerden von Seiten des Karzinoms an anderen Ursachen. Unter diesem Gesichtspunkt ist ein individueller Therapieplan unter Berücksichtigung der Lebenserwartung und Lebensqualität von großer Bedeutung.

Die Überlebenszeit ist abhängig von der Aggressivität des Tumors, von seiner örtlichen Ausdehnung, vom Differenzierungsgrad und von der Metastasierung.


Symptome und Beschwerden

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können die folgenden Symptome auftreten:

  • Erschwerte, eventuell schmerzhafte Blasenentleerung
  • Häufiger Harndrang mit Entleerung kleiner Urinmengen
  • Kreuz- und Rückenschmerzen
  • Allgemeiner Leistungsabfall, eventuell Gewichtsabnahme

Das Frühstadium verläuft beschwerdefrei. Erst bei erheblicher Ausdehnung des Tumors mit Kompression des Harnröhrenausgangs kommt es zu Störungen beim Wasserlassen. Die Patienten haben einen ständigen Harndrang bei abgeschwächtem Harnstrahl und unvollständiger Blasenentleerung bis hin zum vollständigen Harnverhalt mit Rückstau in die ableitenden Harnwege und einer Vergiftung des Bluts durch nicht ausgeschwemmte Stoffwechselabbauprodukte.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Die Behandlung richtet sich nach der Art und der Ausbreitung des Tumors. Entscheidend für den Behandlungsplan ist aber auch das Alter und der Gesundheitszustand des Patienten. Die wichtigsten therapeutischen Methoden sind operative Maßnahmen, Strahlentherapie, Hormontherapie und Chemotherapie. Die Verfahren können miteinander kombiniert werden.

Operative Maßnahmen
Ein auf die Prostata begrenztes Karzinom ohne Fernmetastasen ist durch eine Operation in mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar.

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Ursachen

Die Ursachen der Erkrankung sind bisher ungeklärt, allerdings sind einige Risikofaktoren bekannt. Der wichtigste ist das Alter: Je älter ein Mann ist, desto größer ist sein Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Auch eine familiäre Häufung aufgrund vererbbarer genetischer Faktoren konnte inzwischen gesichert werden. In Europa und Nordamerika tritt die Krankheit weitaus häufiger auf, als in Ostasien. Das deutet möglicherweise darauf hin, dass der Lebensstil Einfluss auf das Erkrankungsrisiko hat. Besonders der Ernährung wird eine große Bedeutung beigemessen. Eine fettreiche, kalorienreiche und vitaminarme Ernährung begünstigt möglicherweise die Entstehung von Prostatakrebs.

Insgesamt ist über die Ursachen des Prostatakarzinoms zu wenig bekannt, um Möglichkeiten der Vorbeugung gegen die Krankheit erkennen zu können.


Vorsorge

Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Bei Früherkennungsuntersuchen werden heute vor allem zwei Untersuchungsmethoden eingesetzt: die rektale Tastuntersuchung und die Bestimmung des PSA-Wertes in einer Blutprobe.

Tastuntersuchung
Der Arzt kann die Prostata mit einem Finger vom Enddarm aus gut ertasten. So kann er die Größe der Drüse beurteilen und Unregelmäßigkeiten der Oberfläche feststellen. Krebsverdächtig sind besonders eventuelle Verhärtungen des Drüsengewebes. Da bösartige Tumoren meistens auf der Seite des Organs entstehen, die vom Darm aus kontrolliert werden kann, bietet die so genannte digital-rektale Untersuchung die Chance, oberflächlich gelegene Tumoren zu entdecken. Männer ab 45 können diese Untersuchung im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms einmal jährlich durchführen lassen. Die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen.

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Links

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe
Inkontinenz Selbsthilfe
Deutsche Kontinenz Gesellschaft
www.urologenportal.de - Website des Berufsverbands der Deutschen Urologen und der Deutschen Gesellschaft für Urologie
Deutsche Krebshilfe
Österreichische Krebshilfe
Krebsliga Schweiz
Deutsches Krebsforschungszentrum
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
Deutsche Krebsgesellschaft


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