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Säuglingskoliken

Die so genannten Säuglingskoliken oder Dreimonatskoliken sind Phasen von unerklärlichem, heftigem, lang anhaltendem Schreien und Reizbarkeit, die bei Babys im Alter von wenigen Tagen oder Wochen oft täglich auftreten und nach dem dritten Lebensmonat meist verschwinden. Allerdings schreien Babys grundsätzlich in den ersten drei Monaten am meisten, im Mittel etwa zwei Stunden am Tag - es gibt jedoch große Schwankungen. Weinen ist für Säuglinge ein wichtiges und sehr wirksames Mittel, um der Umwelt zu verdeutlichen, dass sie sich nicht wohl fühlen. In normalem Maß ist das Schreien also durchaus sinnvoll für ein Kind.


Diagnostik

Um die Diagnose zu stellen, müssen die Symptome normalerweise an mehr als drei Tagen pro Woche mindestens drei Wochen lang auftreten. Jedes Ereignis dauert länger als zwei bis drei Stunden. Aber auch wenn die Kinder weniger schreien, kann dies die Eltern erheblich belasten und es ist unter Umständen sinnvoll, entsprechende Behandlungsversuche zu unternehmen.

Wenn die Entwicklung des Kindes nicht beeinträchtigt ist, die ärztliche Untersuchung unauffällig ist und die Weinanfälle die beschriebenen Merkmale aufweisen, stellt der Kinderarzt die Diagnose oft ohne große Schwierigkeiten. Weitere Untersuchungen oder Tests sind oft nicht erforderlich. Nimmt der Säugling allerdings nicht gut zu oder wächst er kaum, kann auch eine Erkrankung vorliegen. Dazu zählen z.

Symptome und Beschwerden

  • Ständige Anfälle lang anhaltenden, heftigen Schreiens
  • Beruhigungsversuche sind meist erfolglos
  • Häufiges Auftreten am frühen Abend
  • Auftreten in den ersten drei Lebensmonaten
  • Normales Wachstum und normale Entwicklung des Säuglings

Von Dreimonatskoliken sind recht viele Säuglinge betroffen, rund 10 bis 20 Prozent der gesunden Babys. Während eines Schreianfalls ziehen die Säuglinge typischerweise die Beine an, schreien heftig, verfärben sich oft rot und lassen eventuell etwas Winde ab. Der Bauch ist oft gebläht, die Babys verkrampfen sich. Alle üblichen Versuche, das Baby zu trösten, sind in der Regel erfolglos, ob die Eltern nun versuchen, es zu füttern, abzulenken oder herumzutragen. Oft kann das Baby plötzlich Stuhlgang oder Blähungen loswerden und beruhigt sich daraufhin sehr schnell. Insgesamt scheint es oft so, als habe das Kind Bauchschmerzen. Zwischen den Kolikphasen, die sehr häufig täglich auftreten und mehrere Stunden anhalten, sind die Kinder vollkommen unauffällig.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Grundsätzlich sollten die Eltern versuchen, bei Weinanfällen Ruhe zu bewahren und die Bedürfnisse des Kindes zu befriedigen, indem sie es in die Arme nehmen und streicheln.

Beruhigung des Kindes
Manchmal lassen sich die Babys auch beruhigen, indem man sie auf den Bauch legt und ihnen mit der Hand vorsichtig auf den Rücken klopft. Der leichte Druck auf den Bauch des Kindes in dieser liegenden Position sorgt manchmal für eine Linderung der Kolik. Als Alternative können auch eine sanfte Massage des Bauchs oder Wärme hilfreich sein, indem der Vater oder die Mutter die Hand oder ein warmes Kissen direkt auf den Bauch des Kindes legt. Dies alles dient dazu, das weinende Kind zu beruhigen. Gleichzeitig wird die Beziehung zwischen Eltern und Kind durch den direkten Hautkontakt verstärkt und dies ist eine Möglichkeit, die ganze Familie zu beruhigen. Ein Bad in körperwarmem Wasser kann für den Säugling sehr entspannend sein. Beruhigend wirken außerdem rhythmische und sanfte Töne, das Wiegen des Kindes oder das Singen eines Wiegenliedes.

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Ursachen

Die Ursachen der Säuglingskoliken sind nicht geklärt; man vermutet, dass mehrere verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Dazu gehören einerseits Probleme der Verdauung, beispielsweise Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder bei gestillten Kindern eine ungeeignete Ernährung der Mutter. Ein anderer Faktor, der als Auslöser für das Weinen genannt wird, ist eine schlechte Technik beim Füttern des Kindes, die zu einem übermäßigen Verschlucken von Luft führt. Die Ansammlung dieser verschluckten Luft kann beim Säugling zu Blähungen und Bauchschmerzen führen.

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Links

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin
Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin
Deutsche Liga für das Kind
Deutscher Kinderschutzbund
kindergesundheit-info - Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Förderung einer gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
www.ich-geh-zur-u.de - Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter


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