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Schlafapnoe-Syndrom

Unter Schlafapnoe versteht man eine Atempause im Schlaf, die länger als zehn Sekunden anhält. Beim Schlafapnoe-Syndrom kommen definitionsgemäß mehr als zehn solcher Atempausen pro Stunde vor. Diese Atemunterbrechungen führen zu Aufwachreaktionen, die aber von den Betroffenen selbst nicht wahrgenommen werden. Dennoch zerreißen sie den Tiefschlaf, so dass diese Menschen sich morgens unausgeruht, teils wie "zerschlagen" fühlen.


Diagnostik

Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine häufige Erkrankung. Seit Einführung der Geräte für die ambulante Diagnostik nächtlicher Atemstörungen weiß man, dass vier Prozent der Männer und ein bis zwei Prozent der Frauen über 30 Jahre daran leiden.

Der Verdacht auf Schlafapnoe ergibt sich aus der Vorgeschichte und dem Bericht der geplagten Partner. Die Patienten selbst weisen einen erhöhten Blutdruck auf, in ausgeprägten Fällen auch Herzrhythmusstörungen und Zeichen einer Herzschwäche mit Atemnot bei geringer Belastung. Um den Verdacht zu untermauern, wird als Erstes ein nächtliches ambulantes Schlafmonitoring durchgeführt. Dazu wird dem Patienten in der Arztpraxis ein tragbares Gerät angelegt, das er mit nach Hause nehmen kann. Es hat etwa die Größe eines Walkmans und registriert kontinuierlich die Herzfrequenz, die explosionsartigen Schnarchgeräusche nach den Atempausen, den Sauerstoffabfall im Blut und die Schlafposition während der gesamten Nacht. Die gespeicherten Daten werden in der Praxis vom Computer ausgewertet.

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Symptome und Beschwerden

  • Starkes, unregelmäßiges Schnarchen und häufige Atempausen
  • Nachtschweiß
  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen bis zur Arbeitsunfähigkeit
  • Herzrhythmusstörungen
  • Depressive Verstimmung
  • Libidoverlust, Potenzstörungen

Meist führen die Klagen der Partnerin, die durch das laute Schnarchen und die Sorge wegen der vielen Atempausen ebenfalls um ihre Nachtruhe gebracht wird, den Patienten zum Arzt. Der Betroffene selbst gibt oft Wohlbefinden an. Bei genauerem Nachfragen finden sich jedoch Symptome wie Leistungsnachlass, Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Mundtrockenheit, Impotenz und Depressionen. Häufig findet sich auch ein unwiderstehlicher Schlafdrang. Der Patient nickt bei passenden und unpassenden Gelegenheiten gleichermaßen ein, z.

Therapie

Konventionelle Medizin

An erster Stelle steht die Änderung der Lebensgewohnheiten: Übergewichtige Patienten sollten ihr Gewicht reduzieren. Auf Rauchen, Alkoholkonsum, Schlafmittel und Betablocker - Medikamente, die häufig gegen Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden - ist möglichst ganz zu verzichten. Eine Verbesserung der Schlafgewohnheiten mit regelmäßigen Schlafzeiten in einem dunklen, kühlen Raum trägt ebenfalls zur Verminderung der Atemstörungen bei. Der Patient sollte möglichst in Seitenlage schlafen und sich während des Tages angemessen körperlich bewegen.

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Ursachen

Polysomnografie

Die eigentliche Ursache des Phänomens ist unbekannt. Diskutiert wird eine genetisch bedingte Instabilität des Rachens mit Zurücksinken der Zunge, die den Rachen verschließt und die Einatmungsluft stoppt. Diese Form nennt man obstruktive Schlafapnoe (Obstruktion = Blockade). Sie macht etwa 90 Prozent der Schlafapnoen aus.

Das Aufwachen beruht auf einer Reaktion des sympathischen Nervensystems auf den daraus folgenden Sauerstoffmangel des Körpers (Hypoxie). Da Apnoeiker häufig übergewichtig sind, geht man davon aus, dass Übergewicht die Apnoe zumindest fördert. Auch die tiefe Muskelentspannung nach Alkoholgenuss oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln begünstigt die Atemstörung.

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Links

Bundesverband Schlafapnoe Deutschland
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin
Bundesverband der Pneumologen
Deutsche Atemwegsliga
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin
Deutsche Lungenstiftung
Patientenliga Atemwegserkrankungen


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