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Thrombose

Thrombos ist griechisch und bedeutet dicker Tropfen oder auch Blutpfropf. Eine Thrombose ist ein vollständiger oder teilweiser Verschluss einer Vene, einer Arterie oder einer Herzkammer. Sie wird durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) verursacht, das durch einen Gerinnungsprozess innerhalb eines Blutgefäßes entstanden ist. Am häufigsten entstehen Thrombosen in Venen - vor allem Beinvenen - und in den Herzhöhlen. Seltener sind die Arterien betroffen.

Wird ein Thrombus oder ein Teil davon mit dem Blutstrom in ein anderes Organ getragen und verstopft er dort ein Gefäß, spricht man von einer Embolie. Der weggespülte Teil des Thrombus wird in diesem Fall Embolus genannt.


Diagnostik

Es ist schwierig, eine Thrombose zu diagnostizieren, weil sie bei bettlägerigen Patienten oft ohne Beschwerden verläuft. Auch bei nicht bettlägerigen Menschen finden sich nur bei ca. der Hälfte der Betroffenen klinische Zeichen und Beschwerden, die auf eine Thrombose hinweisen. Andererseits entwickeln etwa genauso viele Menschen klinische Thrombosezeichen, ohne dass eine Thrombose vorliegt.

Wegen der großen Gesundheitsgefahr, die von einer Thrombose und einer eventuell dadurch verursachten Lungenembolie ausgeht, muss darum bei jedem Verdacht auf eine Thrombose sofort eine sorgfältige Untersuchung vorgenommen werden.

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Komplikationen

Die wichtigste Frühkomplikation stellt die Lungenembolie dar. Bis zu 30 Prozent der Betroffenen mit Oberschenkel- und Beckenvenenthrombosen entwickeln diese Komplikation, die bei manchen harmlos und sogar ohne Beschwerden, bei anderen hingegen tödlich verläuft, je nach Größe und Lokalisation des Embolus.

Die wichtigste Spätkomplikation ist das postthrombotische Syndrom mit chronischen Rückflussstauungen in den Beinen. Es entwickelt sich meistens erst nach Monaten, oft sogar erst fünf bis zehn Jahre nach der akuten Thrombose.


Symptome und Beschwerden

  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Spontane, belastungsabhängige Schmerzen sowie Schwere- und Spannungsgefühl in der betroffenen Extremität
  • Schmerzen in der Wade bei Beugung des Fußes und bei Druck auf die Wade
  • Schwellung und warme, glänzende, bläulich-rot verfärbte Haut
  • Umfangszunahme des betroffenen Beins
  • Schmerzhafte Schwellung des Arms bei Thrombosen in den Armvenen

Besonders gefährdet sind Patienten, die sich nicht bewegen können, z. B. aufgrund eines Oberschenkelhalsbruchs. Bei ihnen verursacht eine Beinvenenthrombose fatalerweise oft nur wenig oder gar keine Beschwerden. Die Thrombose wird in solchen Fällen oft erst diagnostiziert, wenn sie eine Lungenembolie ausgelöst hat, also eine lebensbedrohliche Verlegung eines Lungengefäßes durch einen mit dem Blutstrom mitgerissenen Thrombus.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Primäres Ziel der Therapie einer Thrombose ist es, das Risiko einer Embolie zu reduzieren, den Thrombus zu verkleinern bzw. ihn aufzulösen und ein postthrombotisches Syndrom zu verhindern.

Medikamentöse Maßnahmen
Bei gesicherter Diagnose oder wenn noch nicht alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, auch schon bei sehr hoher Wahrscheinlichkeit einer Thrombose, sollte sofort mit einer medikamentösen Gerinnungshemmung begonnen werden (in der Regel mit Heparin).

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Ursachen

Darstellung eines Thrombus

Die Blutgerinnung hat die Aufgabe, den Körper nach Verletzungen zu schützen, indem sie die Wunde verschließt und dadurch größere Blutverluste und auch Infektionen vermeidet. Wenn jedoch ein Thrombus entsteht, ist das die Folge einer fehlerhaften Blutgerinnung, denn in unverletzten Blutgefäßen sollte Blut normalerweise nicht verklumpen.

Für die Entstehung einer Thrombose gelten drei Faktoren als begünstigende Auslöser. Dazu zählen erstens Gefäßwandveränderungen, die z.

Weitere Risikofaktoren für das Entstehen einer Thrombose sind neben dem ansteigenden Alter und familiärer Vorbelastung auch Nikotinkonsum, Übergewicht, Krampfadern und eine angeborene gesteigerte Gerinnbarkeit des Bluts. Auch längeres Sitzen mit angewinkelten Knien (z. B. bei langen Flurgreisen), was zu einem Abknicken der Venen führt, begünstigt die Entstehung. Man unterscheidet zwischen einer tiefen und einer oberflächlichen Venenthrombose.

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Links

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Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen
Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz- und Kreislauferkrankungen
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin
Deutsche Gesellschaft für Phlebologie
Deutsche Venen-Liga
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