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Tuberkulose

Die Tuberkulose (Schwindsucht, Tb, Tbc) ist eine weltweit verbreitete, bakterielle Infektionskrankheit. Durch die allgemeine Verbesserung der Hygiene und der Ernährung sowie durch die Einführung der Impfung ist die Tuberkulose in Mitteleuropa seit Anfang des 20. Jahrhunderts stark rückläufig. Trotzdem wurden im Jahr 1995 in Deutschland noch 12000 Tuberkulosefälle gemeldet, 1500 Patienten verstarben. Damit gehört Deutschland weltweit immer noch zu den Ländern mit einer mittleren Tuberkulosehäufigkeit.

Ein immenses gesundheitliches Problem stellt die Tuberkulose in den Entwicklungsländern dar. Nach den Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die Tuberkulose heute weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten: Pro Jahr werden mindestens 22 Millionen Tb-Kranke registriert, von denen drei Millionen an den Krankheitsfolgen sterben.


Diagnostik

Aufgrund der eher untypischen Symptomatik gestaltet sich die Diagnosestellung einer Tuberkulose oft schwierig, Fehldiagnosen sind häufig. Faktoren wie die Krankheitsgeschichte, Tuberkulosefälle in der näheren Umgebung, eine Schwächung des Immunsystems aufgrund anderer Erkrankungen, die Beschwerden und Röntgenaufnahmen können erste Hinweise auf eine bestehende Tuberkulose liefern. Als beweisend gilt erst der Erregernachweis im mikroskopischen Präparat oder in der Kultur.


Symptome und Beschwerden

  • Typischerweise je nach Verlaufsform der Erkrankung stark unterschiedliche Symptomatik

Bei Tuberkulose mit Lungenbeteiligung:

  • Chronisches leichtes Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Appetitmangel
  • Hartnäckiger Husten, teilweise mit Blutbeimengungen
  • Atembeschwerden und Brustschmerzen

Die Symptome einer Tuberkulose sind sehr unterschiedlich, je nach Verlaufsform und Schweregrad der Erkrankung.

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Therapie

Konventionelle Medizin

Bei einer offenen Tuberkulose erfolgt die Behandlung zunächst stationär. Die Betroffenen werden isoliert, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Eine geschlossene Tuberkulose kann ambulant behandelt werden. Für die medikamentöse Therapie stehen mehrere, spezielle Wirkstoffe zur Verfügung (Isoniazid, Rifampicin, Ethambutol, Pyrazinamid und Prothionamid), die zur Vermeidung einer Resistenzentwicklung des Erregers in verschiedenen Kombinationen eingesetzt werden. Darüber hinaus müssen Begleiterkrankungen behandelt werden. Auch ein strenges Rauch- und Alkoholverbot gehört zur Therapie.

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Ursachen

Die Tuberkulose wird durch den Erreger Mycobacterium tuberculosis (Tuberkelbakterium) verursacht, ein sehr widerstandsfähiges, stäbchenförmiges Bakterium. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Niesende oder hustende Infizierte mit aktiver, "offener" Tuberkulose geben die Krankheit weiter. Die Erfassung und Isolierung dieser Personen ist daher sehr wichtig.

Nach erfolgter Infektion können im weiteren Verlauf der Erkrankung sehr unterschiedliche Krankheitsbilder entstehen: Ob eine Tuberkulose unauffällig verläuft oder mit schweren Krankheitserscheinungen einhergeht, ist im Wesentlichen von der Abwehrlage des Erkrankten abhängig. Bei einem guten Zustand des Immunsystems erkranken nur etwa drei Prozent der Infizierten. Bei Patienten mit einer geschwächten Immunabwehr wie etwa bei AIDS-Patienten erhöht sich das Erkrankungsrisiko auf zehn Prozent.


Verlauf

Skrofuloderm

Je nach Verlaufsform wird zwischen einer Primärtuberkulose und einer postprimären Tuberkulose unterschieden.

Primärtuberkulose
Als Primärtuberkulose bezeichnet man alle Krankheitserscheinungen, die im Anschluss an eine Erstinfektion mit Tuberkulosebakterien auftreten.

Die Erreger gelangen durch Einatmen in die Lungenbläschen (Alveolen) und werden dort von den Fresszellen (Makrophagen) aufgenommen, die eingedrungene Keime normalerweise abtöten. Aufgrund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit überleben die Bakterien jedoch in den Makrophagen und vermehren sich sogar. Wenn die Makrophagen zugrunde gehen, werden die Bakterien freigesetzt und von anderen Fresszellen aufgenommen.

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Links

Informationen des Robert Koch-Instituts über Tuberkulose
Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose
Bundesverband der Pneumologen
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin
Patientenliga Atemwegserkrankungen


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