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Weißfingerkrankheit

Die Weißfingerkrankheit, auch Raynaud-Krankheit, bezeichnet eine anfallsweise auftretende Durchblutungsstörung der Finger. Sie ist benannt nach ihrem Entdecker Maurice Raynaud. Vor allem jüngere Frauen sind von ihr betroffen. Die charakteristischen Zeichen der Raynaud-Krankheit können entweder als Einzelphänomen auftreten oder zeigen sich als Symptome im Rahmen anderer Grunderkrankungen. Hiervon sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen.


Diagnostik

Zur Absicherung der Diagnose führt der Arzt eine Untersuchung durch, bei der die Hände des Patienten in kaltes Wasser getaucht werden. Daraufhin wird der Patient auf das Erscheinen der charakteristischen Symptome hin beobachtet.

Die Hauptproblematik besteht darin, mit Sicherheit abzuklären, ob es sich nur um eine reine Durchblutungsstörung handelt oder ob das Phänomen im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auftritt. Das Geschlecht des Patienten, sein Beruf und eventuell eingenommene Medikamente müssen in die Beurteilung mit einbezogen werden. Außerdem wird eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt und nach Erkrankungen der Arterien, des Nervensystems oder anderen Auslösern geforscht.

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Symptome und Beschwerden

  • Hautblässe der Finger mit anschließender Blau- und dann Rotfärbung
  • Kribbeln, stechende Schmerzen und Kältegefühl in den Fingern
  • Vermehrte Schweißabsonderung der Finger

Die am häufigsten betroffenen Körperbereiche sind die Finger mit Ausnahme der Daumen, die Zehen und in geringerem Maß auch die Nasen- und Ohrenspitzen.Bei der primären Form tritt die Krankheit nur episodenweise auf und meist, wenn Körper oder Hände Kältereizen ausgesetzt sind. Unabhängig von den Auslösern erscheinen die Symptome in typischer Weise, immer in der gleichen Reihenfolge.

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Therapie

Raynaud-Phänomen

Konventionelle Medizin

Die Behandlung der Raynaud-Krankheit besteht in erster Linie in der Ausschaltung aller Faktoren, die die Durchblutung beeinträchtigen könnten. Dazu gehören die Vermeidung von Kältereizen und Schutz vor Nässe. Das Rauchen sollte konsequent aufgegeben werden. Der Patient sollte keine stark vibrierenden Maschinen oder Werkzeuge mehr bedienen. Warme Bäder und Heißluft können zur Behandlung eingesetzt werden. Auch sportliche Aktivität, die zur Steigerung des Blutdrucks führt, kann hilfreich sein.

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Ursachen

Die drei Phasen der Weißfingerkrankheit

Bei der Weißfingerkrankheit unterscheidet man je nach Ursache eine primäre und eine sekundäre Form.

Primäre Form
Bei der primären Raynaud-Krankheit ist die genaue Ursache nicht bekannt. Sie ist funktionell bedingt und es liegen keine organischen Defekte vor. Vermutlich sind die Arterien der betroffenen Patienten extrem empfindlich gegenüber Kältereizen aus der Umgebung, was eine vorübergehende Erhöhung der Muskelspannung der Gefäßwände nach sich zieht. Es folgt ein Krampf in den winzigen Fingerarterien, durch den die Blutzirkulation stark behindert wird. Da hauptsächlich Frauen betroffen sind und sich die Beschwerden während der Menstruation und Menopause verschlechtern und in der Schwangerschaft verbessern, werden auch hormonelle Ursachen vermutet.

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Verlauf

Die Krankheit verläuft gewöhnlich gutartig und tritt häufig nur in den kalten Jahreszeiten auf. In den meisten Fällen erfolgt bei wärmeren Temperaturen eine vollständige Rückbildung der Symptome.Nur selten nimmt sie einen ungünstigen Verlauf. In diesen wenigen Fällen werden die Symptome von Mal zu Mal stärker, halten länger an und bilden sich nicht mehr vollständig zurück. Dies führt zu einer Reihe von zusätzlichen Schäden an Haut, Nägeln und Fingerkuppen. Aufgrund der mangelnden Durchblutung und der dadurch bedingten Ernährungsstörung der Haut, kommt es manchmal auch zu punktförmigen Gewebsuntergängen (Nekrosen) an den Fingerkuppen.


Links

Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen
Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin


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© 2017, Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh / München

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