Rechtliche Grundlagen

Rechtliche Grundlagen für Arztbewertungen

Unser Prozess zum Veröffentlichen und Prüfen von Bewertungen basiert auf verschiedenen rechtlichen Vorgaben. Regelmäßig setzen wir uns dafür ein, durch Urteile rechtliche Sicherheit für den Umgang mit Online-Bewertungen zu schaffen. So konnten wir schon zahlreiche Urteile, insbesondere für mehr Spielraum zum Erhalt kritischer Bewertungen, herbeiführen.

Zusätzlich setzen wir uns zusammen mit anderen Bewertungsportalen und dem Deutschen Institut für Normung (DIN e. V.) für verbindliche Leitlinien im Umgang mit Online-Bewertungen ein, damit diese über alle Portale hinweg eine verlässliche Quelle für Verbraucher darstellen.

Unser aktuelles Vorgehen im Umgang mit Arztbewertungen wurde bereits mehrfach von Gerichten bestätigt. Es beruht auf folgenden Vorgaben der Rechtsprechung:


Ärzte listen

Patienten in Deutschland haben das Recht auf freie Arztwahl (§ 76 SGB V). Das bedeutet, dass sie sich ihren Arzt selbst aussuchen dürfen und nicht von zentraler Stelle an einen bestimmten Arzt verwiesen werden. Um von diesem Recht in vollem Umfang Gebrauch machen zu können, sind Patienten auf vollständige Arztlisten angewiesen. Aus diesem Grund werden bei jameda alle niedergelassenen Ärzte automatisch gelistet. Ärzte können sich nicht aus jameda austragen lassen. Wichtig dabei ist, dass nur berufsbezogene Daten von Ärzten erfasst werden (vgl. BGH-Urteil vom 23.09.2014, Spiegel Online, Sueddeutsche.de).


Ärzte bewerten

Erfahrungen, die Patienten mit Ärzten gemacht haben, helfen anderen Patienten, die auf der Suche nach einem passenden Arzt sind. Auf jameda steht eine Vielzahl an Erfahrungsberichten zur Verfügung, auf deren Grundlage Patienten entscheiden können, welcher Arzt am besten zu ihnen passt. Das Interesse der Öffentlichkeit an Informationen über ärztliche Leistungen hat auch der Bundesgerichtshof vor dem Hintergrund der freien Arztwahl betont und damit über das Geheimhaltungsinteresse von Ärzten gestellt. Das bedeutet, dass das oberste Gericht in Deutschland entschieden hat, dass Ärzte im Internet bewertet werden dürfen (vgl. BGH-Urteil vom 23.09.2014).


Anonym bewerten

Die Inhalte von Arztbewertungen sind oft sehr intim. Niemand möchte, dass der Vorgesetzte von der eigenen Psychotherapie erfährt, die Kollegen von der Pilzinfektion oder die Familie vom ersten Besuch beim Gynäkologen. Würde man solche Erfahrungsberichte unter seinem Klarnamen veröffentlichen, würde dies zu wenig differenzierten und damit kaum aussagekräftigen Bewertungen führen. Dies bestätigte auch der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 01.07.2014. Die Anonymität kann nur in Ausnahmefällen durch ein Gericht oder die Staatsanwaltschaft aufgehoben werden. Dies wäre z. B. der Fall, wenn eine Bewertung mit einer Straftat, bspw. mit Vandalismus, in Verbindung gebracht würde.


Prüfung von Bewertungen durch den Arzt

Gerichte haben festgelegt, dass Bewertungsportale den Bewerteten die Möglichkeit einräumen müssen, ihre Bewertungen prüfen zu lassen. Der jameda-Prüfprozess für Bewertungen wurde bereits in mehreren Gerichtsverfahren bestätigt.

Der jameda Prüfprozess
Mehr zum jameda Prüfprozess erfahren Sie in diesem Video.

Die rechtliche Einordnung einer Bewertung in so einem Prüfprozess bewegt sich immer im Spannungsfeld zwischen der freien Meinungsäußerung und dem Persönlichkeitsrecht des Arztes, das zum Beispiel durch Beleidigungen oder falsche Tatsachenbehauptungen verletzt würde. Meinungen sind rechtlich geschützt (§ 5 GG), auch kritische, solange sie nicht z. B. durch Beleidigungen das Persönlichkeitsrecht (§ 1 und 2 GG) des Arztes verletzen. Tatsachenbehauptungen dagegen müssen im Zweifel beweisbar sein. Das bedeutet aber nicht, dass Tatsachenbehauptungen per se untersagt sind. Im Streitfall sind sie im Unterscheid zu Meinungsäußerungen jedoch angreifbar. In den meisten Fällen ist es Patienten nicht möglich, Tatsachenbehauptungen ausreichend zu belegen, so dass einzelne Sätze, die eine strittige Tatsache beschreiben, oder aber ganze Bewertungen in Folge eines Prüfprozesses manchmal gelöscht werden müssen. Daher ist es empfehlenswert, in Bewertungen deutlich eine subjektive Meinung zu formulieren.
Tipps dazu finden Sie hier


Da für Patienten auf Arztsuche auch differenzierte kritische Bewertungen essentiell sind, setzen wir uns für deren Erhalt regelmäßig vor Gericht ein, zum Beispiel in folgenden Fällen:

Urteil des LG München I vom 03.03.2017 (Das Urteil ist nicht rechtskräftig und durch Erledigterklärung später obsolet geworden.)
Urteil des BGH vom 01.03.2016
Urteil des OLG Frankfurt vom 22.12.2015
Urteil des LG Stuttgart vom 01.10.2015
Urteil des BGH vom 23.09.2014
Urteil des LG Stuttgart vom 17.04.2014
Urteil des LG München I vom 15.01.2014
Urteil des LG Kiel vom 06.12.2013
Urteil des LG München I vom 03.07.2013
Urteil des LG München I vom 28.05.2013
Urteil des LG Düsseldorf vom 09.04.2013
Urteil des OLG Frankfurt vom 08.03.2012



  • Wir behandeln alle Ärzte gleich. Bewertungen sind nicht käuflich.

  • Wir akzeptieren keine Bewertungen von Agenturen oder Selbstbewertungen durch Ärzte.

  • Wir veröffentlichen und prüfen Bewertungen auf Basis rechtlicher Vorgaben.


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