Ich leide seit 2 Jahren an einer verzögerten Immunreaktion (Fremdkörperreaktion) auf resorbierbaren

Ich leide seit 2 Jahren an einer verzögerten Immunreaktion (Fremdkörperreaktion) auf resorbierbaren Pdo Fäden. Habe mir vor 2 Jahren welche im Wangenbereich einsetzen lassen und seitdem Schwellungen. Welche Behandlung gibt es ?

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Vielen Dank für Ihre wichtige und sehr persönliche Frage. Was Sie beschreiben – eine anhaltende, entzündlich-reaktive Veränderung nach PDO-Fäden – ist ein seltenes, aber relevantes Thema, das in meiner Sprechstunde immer häufiger thematisiert wird. Was ist eine verzögerte Immunreaktion auf PDO-Fäden? PDO-Fäden (Polydioxanon) sind resorbierbare Fäden, die meist innerhalb von 6–9 Monaten vom Körper abgebaut werden. In Einzelfällen kann es jedoch zu einer persistierenden Fremdkörperreaktion kommen. Diese äußert sich z. B. durch: • Wiederkehrende oder chronische Schwellungen • Verhärtungen oder Knoten im Unterhautgewebe • Reaktive Entzündungen ohne bakterielle Infektion • Manchmal auch neu auftretende Asymmetrien Die Ursache kann eine überschießende Immunantwort auf Abbauprodukte, Mikrogranulome oder eine Gewebsfibrose sein – begünstigt durch individuelle genetische oder immunologische Faktoren. Welche Behandlungsoptionen gibt es? 1. Bildgebende Diagnostik (Ultraschall, ggf. MRT) Zunächst sollte per hochauflösendem Ultraschall (in Einzelfällen auch MRT) geprüft werden: • Sind noch Fadenreste vorhanden? • Gibt es Kapselbildungen, Granulome oder fibrotische Areale? 2. Kortikosteroidinjektionen (z. B. Lipotalon) Bei lokalen Immunreaktionen ohne bakterielle Ursache kann eine feindosierte Kortisoninfiltration (z. B. mit Lipotalon) helfen: • Reduktion der Gewebsreaktion • Hemmung der Entzündung • Abflachung von Fibrosen Diese Option ist besonders sinnvoll, wenn keine aktiven Fadenreste mehr vorhanden sind und eine operative Entfernung nicht angezeigt ist. 3. Operative Entfernung / Kapsulektomie Wenn bildgebend oder klinisch noch Fadenanteile oder Knotenstrukturen erkennbar sind, kann eine gezielte chirurgische Entfernung helfen – oft minimal-invasiv unter lokaler Betäubung. 4. Hautberuhigung durch medikamentöse Behandlung • Antihistaminika oder entzündungshemmende Enzympräparate • Topische Corticoide zur Symptomlinderung • Lasertherapie zur Gewebsmodulation (z. B. fraktionierter CO₂ oder IPL in Fibrosefällen) Was ich Ihnen empfehle: Ein ausführliches Beratungsgespräch inkl. Ultraschallkontrolle ist in Ihrem Fall absolut sinnvoll. Denn: Je besser wir das zugrunde liegende Gewebsverhalten verstehen, desto gezielter kann eine Therapie erfolgen – sei sie konservativ, medikamentös oder chirurgisch. Ziel ist nicht nur die Symptomkontrolle, sondern die nachhaltige Wiederherstellung Ihres Gewebsgleichgewichts – sowohl funktionell als auch ästhetisch. Mit besten Grüßen, Dr. med. Mehmet Akbas Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie Arteo Praxis & Klinik Düsseldorf

Dr. med. Mehmet Akbas

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Plastischer & Ästhetischer Chirurg

Düsseldorf

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