Was kann emotionale Überempfindlichkeit verursachen? Die meisten Situationen bringen mich zum Weine
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Was kann emotionale Überempfindlichkeit verursachen? Die meisten Situationen bringen mich zum Weinen, sei es der Weihnachtsabend, an dem ich meine Tränen nicht kontrollieren kann und emotional werde, das Weinen eines Babys, unangenehme Worte oder sogar Wut bringen mich zum Weinen. Könnten es Hormone sein?
Es könnte verschiedene Ursachen haben, somatische oder psychische, deshalb empfehle ich Ihnen einen Erstgesprächstermin über die Terminservicestelle der KV mit einem Psychotherapeuten zu vereinbaren, als erstes die Hormonwerte durch den Hausarzt bestimmen zu lassen.
Warum muss ich so oft und schnell weinen – könnten es die Hormone sein?
Zunächst einmal: Es ist absolut verständlich, dass du dich wunderst oder sogar verunsichert bist, wenn du in vielen Situationen stark emotional reagierst – ob an Weihnachten, bei unangenehmen Worten, dem Weinen eines Babys oder wenn du wütend bist. Das Weinen scheint in deinem Fall nicht nur durch Traurigkeit ausgelöst zu werden, sondern tritt auch in Momenten der Überforderung, Rührung oder inneren Anspannung auf.
Was kann dahinterstecken?
1. Emotionale Sensibilität
Manche Menschen haben ein sehr feines emotionales System – sie nehmen Reize intensiver wahr, empfinden tiefer und reagieren entsprechend auch körperlich stärker. Das ist keine Schwäche, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal, das sowohl bereichernd als auch herausfordernd sein kann.
2. Psychischer oder körperlicher Stress
Wenn das Nervensystem über längere Zeit unter Anspannung steht – etwa durch Stress, ungelöste Konflikte oder emotionale Belastungen – sinkt die Schwelle für Tränen. Weinen wird dann zu einer Art „Entlastung“ für das System. Auch unausgesprochene Gefühle wie Hilflosigkeit oder Wut können sich in Tränen entladen.
3. Hormonelle Faktoren
Ja – Hormone können eine Rolle spielen. Besonders in bestimmten Phasen des Zyklus, nach Geburten, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren kann es zu hormonell bedingten Stimmungsschwankungen kommen. Auch Schilddrüsenhormone (z. B. bei Unterfunktion oder Überfunktion) oder ein Vitamin-D-Mangel können die emotionale Stabilität beeinflussen. Eine ärztliche Abklärung kann hier sinnvoll sein.
4. Unerkannte emotionale Belastung
Wenn das Weinen sehr häufig auftritt oder dich im Alltag stark einschränkt, kann es hilfreich sein, gemeinsam mit einer psychologischen Fachperson zu schauen, ob es unverarbeitete Erfahrungen oder emotionale Spannungen gibt, die sich auf diesem Weg Ausdruck verschaffen.
Was kannst du tun?
Beobachte den Zusammenhang: Tritt das Weinen zyklusabhängig auf? Eher in Stressphasen oder bei Müdigkeit? Das kann dir Hinweise geben.
Sprich mit deiner Hausärztin/deinem Hausarzt über mögliche körperliche Ursachen (z. B. Schilddrüse, Hormonstatus).
Psychotherapeutische Gespräche können helfen, emotionale Muster zu verstehen und zu regulieren.
Und vor allem: Versuche, dein Weinen nicht als Schwäche zu sehen, sondern als Zeichen dafür, dass dein System etwas ausdrücken möchte.
Fazit: Ja, Hormone können beteiligt sein – aber häufig ist es ein Zusammenspiel aus Sensibilität, psychischer Belastung und körperlichen Faktoren. Du musst da nicht alleine durch. Es ist mutig und klug, dass du dir diese Frage stellst – der erste Schritt zur Entlastung ist gemacht.
Zunächst einmal: Es ist absolut verständlich, dass du dich wunderst oder sogar verunsichert bist, wenn du in vielen Situationen stark emotional reagierst – ob an Weihnachten, bei unangenehmen Worten, dem Weinen eines Babys oder wenn du wütend bist. Das Weinen scheint in deinem Fall nicht nur durch Traurigkeit ausgelöst zu werden, sondern tritt auch in Momenten der Überforderung, Rührung oder inneren Anspannung auf.
Was kann dahinterstecken?
1. Emotionale Sensibilität
Manche Menschen haben ein sehr feines emotionales System – sie nehmen Reize intensiver wahr, empfinden tiefer und reagieren entsprechend auch körperlich stärker. Das ist keine Schwäche, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal, das sowohl bereichernd als auch herausfordernd sein kann.
2. Psychischer oder körperlicher Stress
Wenn das Nervensystem über längere Zeit unter Anspannung steht – etwa durch Stress, ungelöste Konflikte oder emotionale Belastungen – sinkt die Schwelle für Tränen. Weinen wird dann zu einer Art „Entlastung“ für das System. Auch unausgesprochene Gefühle wie Hilflosigkeit oder Wut können sich in Tränen entladen.
3. Hormonelle Faktoren
Ja – Hormone können eine Rolle spielen. Besonders in bestimmten Phasen des Zyklus, nach Geburten, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren kann es zu hormonell bedingten Stimmungsschwankungen kommen. Auch Schilddrüsenhormone (z. B. bei Unterfunktion oder Überfunktion) oder ein Vitamin-D-Mangel können die emotionale Stabilität beeinflussen. Eine ärztliche Abklärung kann hier sinnvoll sein.
4. Unerkannte emotionale Belastung
Wenn das Weinen sehr häufig auftritt oder dich im Alltag stark einschränkt, kann es hilfreich sein, gemeinsam mit einer psychologischen Fachperson zu schauen, ob es unverarbeitete Erfahrungen oder emotionale Spannungen gibt, die sich auf diesem Weg Ausdruck verschaffen.
Was kannst du tun?
Beobachte den Zusammenhang: Tritt das Weinen zyklusabhängig auf? Eher in Stressphasen oder bei Müdigkeit? Das kann dir Hinweise geben.
Sprich mit deiner Hausärztin/deinem Hausarzt über mögliche körperliche Ursachen (z. B. Schilddrüse, Hormonstatus).
Psychotherapeutische Gespräche können helfen, emotionale Muster zu verstehen und zu regulieren.
Und vor allem: Versuche, dein Weinen nicht als Schwäche zu sehen, sondern als Zeichen dafür, dass dein System etwas ausdrücken möchte.
Fazit: Ja, Hormone können beteiligt sein – aber häufig ist es ein Zusammenspiel aus Sensibilität, psychischer Belastung und körperlichen Faktoren. Du musst da nicht alleine durch. Es ist mutig und klug, dass du dir diese Frage stellst – der erste Schritt zur Entlastung ist gemacht.
Hormonelle Schwankungen können tatsächlich auch zu verstärkter Emotionalität führen, wie wir es z.B. häufig bei Frauen während einer Schwangerschaft beobachten. Oft gibt es auch verschiedene Zeiten im Zyklus (gerade zum Ende hin), in denen Frauen stärker emotional ansprechbar sind, leichter zu weinen gebracht werden können oder reizbarer sind. Gleiches gilt für die Wechseljahre. Da diese Schwankungen aber zyklisch auftreten, sollten Sie das recht leicht feststellen können, ob die Emotionalität immer im Zusammenhang mit Ihrem Zyklus verstärkt auftritt.
Erleben Sie diese leichte Ansprechbarkeit auf emotionale Reize aber dauerhaft, ist es eher wahrscheinlich, dass es sich um unterdrückte Gefühle handelt, die nun durch aktuelle Auslöser wieder hervorgerufen werden. Wir leben in einer Kultur, in der Kinder (zumindest früher, aktuell wandelt sich das etwas) nicht ermuntert werden, ihre Gefühle auszudrücken. Viel mehr werden Gefühle beschwichtigt ("sch, sch, nicht weinen"), bagatellisiert ("Ach, du brauchst doch keine Angst haben." oder "Ein Indianer kennt keinen Schmerz") ignoriert oder gar sanktioniert ("Ab auf dein Zimmer."). Ein Kind lernt also nur, die Gefühle "wegzudrücken" also zu verdrängen. Dadurch finden diese Gefühle aber keine Auflösung und bleiben gespeichert. Wenn dann Jahre später etwas passiert, dass so ähnlich ist, wie die Situation, als das Gefühl ursprünglich verursacht wurde, wird das alte Gefühl wieder hervorgeholt und man fühlt sich so, wie damals als... (teils fühlt man sich auch direkt wieder sehr kindlich und hilflos und kann z.B. auch gar nicht mehr angemessen reagieren). Dieses alte Gefühl wirkt dann natürlich für die aktuelle Situation sehr unpassend und daher entsteht auch ihr Eindruck "emotional überempfindlich" zu sein. Wenn Sie sich aber vor Augen führen, dass Sie als das Gefühl entstanden ist, vielleicht aber selbst noch sehr sehr klein waren, relativiert sich dieser Eindruck aber vermutlich.
Eine Lösung ist an der Stelle tatsächlich recht simpel: Lassen Sie alten Gefühle zu, damit sie sich auflösen, dann werden sie nicht mehr so emotional in diesen Situationen reagieren, weil nichts Altes mehr da ist, das "angepiekt" wird.
Da Gefühle im Körper stattfinden und gespeichert werden, ist es für das Zulassen der Gefühle am besten, wenn Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit bewusst in den Körper hineinspüren (z.B. in dem Sie sich bewusst auf den Atem konzentrieren und diesem nach innen folgen) und alles, was dort an Empfindungen auftaucht (z.B. ein Kloß im Hals, Druck auf der Brust, weinen müssen usw.) erlauben und "da sein lassen", bis es sich von selbst aufgelöst hat. (Je nach dem wie viel alte Gefühle gespeichert sind, kann das eine Weile dauern.) Wenn Sie sich dafür Begleitung wünschen, können Sie dieses Gefühle auflösen auch gemeinsam mit einem Therapeuten angehen.
Erleben Sie diese leichte Ansprechbarkeit auf emotionale Reize aber dauerhaft, ist es eher wahrscheinlich, dass es sich um unterdrückte Gefühle handelt, die nun durch aktuelle Auslöser wieder hervorgerufen werden. Wir leben in einer Kultur, in der Kinder (zumindest früher, aktuell wandelt sich das etwas) nicht ermuntert werden, ihre Gefühle auszudrücken. Viel mehr werden Gefühle beschwichtigt ("sch, sch, nicht weinen"), bagatellisiert ("Ach, du brauchst doch keine Angst haben." oder "Ein Indianer kennt keinen Schmerz") ignoriert oder gar sanktioniert ("Ab auf dein Zimmer."). Ein Kind lernt also nur, die Gefühle "wegzudrücken" also zu verdrängen. Dadurch finden diese Gefühle aber keine Auflösung und bleiben gespeichert. Wenn dann Jahre später etwas passiert, dass so ähnlich ist, wie die Situation, als das Gefühl ursprünglich verursacht wurde, wird das alte Gefühl wieder hervorgeholt und man fühlt sich so, wie damals als... (teils fühlt man sich auch direkt wieder sehr kindlich und hilflos und kann z.B. auch gar nicht mehr angemessen reagieren). Dieses alte Gefühl wirkt dann natürlich für die aktuelle Situation sehr unpassend und daher entsteht auch ihr Eindruck "emotional überempfindlich" zu sein. Wenn Sie sich aber vor Augen führen, dass Sie als das Gefühl entstanden ist, vielleicht aber selbst noch sehr sehr klein waren, relativiert sich dieser Eindruck aber vermutlich.
Eine Lösung ist an der Stelle tatsächlich recht simpel: Lassen Sie alten Gefühle zu, damit sie sich auflösen, dann werden sie nicht mehr so emotional in diesen Situationen reagieren, weil nichts Altes mehr da ist, das "angepiekt" wird.
Da Gefühle im Körper stattfinden und gespeichert werden, ist es für das Zulassen der Gefühle am besten, wenn Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit bewusst in den Körper hineinspüren (z.B. in dem Sie sich bewusst auf den Atem konzentrieren und diesem nach innen folgen) und alles, was dort an Empfindungen auftaucht (z.B. ein Kloß im Hals, Druck auf der Brust, weinen müssen usw.) erlauben und "da sein lassen", bis es sich von selbst aufgelöst hat. (Je nach dem wie viel alte Gefühle gespeichert sind, kann das eine Weile dauern.) Wenn Sie sich dafür Begleitung wünschen, können Sie dieses Gefühle auflösen auch gemeinsam mit einem Therapeuten angehen.
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