Fragen von Patient:innen (3)

    Darf man bei Vorhofflimmern Alkohol trinken? Und wie sieht es bei Herzrhytmusstörungen ohne Vorhofflimmern aus?

    ANTWORT DES BEHANDLERS / DER BEHANDLERIN:

    Dr. med. Alexander Krapivsky

    Alkohol kann Herzrhythmusstörungen begünstigen und ist insbesondere bei Vorhofflimmern ein bekannter Auslöser. Bereits kleine Mengen Alkohol können bei empfindlichen Personen Vorhofflimmern auslösen oder bestehende Episoden verlängern. Studien zeigen zudem, dass ein geringerer Alkoholkonsum mit einer geringeren Häufigkeit von Vorhofflimmern verbunden ist.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Patient mit Vorhofflimmern vollständig auf Alkohol verzichten muss. Wer nach einem gelegentlichen Glas Wein oder Bier keine Beschwerden bemerkt, verträgt dies häufig problemlos. Größere Mengen Alkohol oder sogenannte „Trinkexzesse“ sollten jedoch vermieden werden.


    Wenn ich Tabletten gegen Bluthochdruck einnehme, kann ich dann auch Potenzmittel einnehmen?

    ANTWORT DES BEHANDLERS / DER BEHANDLERIN:

    Dr. med. Alexander Krapivsky

    Grundsätzlich können die meisten Patienten mit Bluthochdruck Potenzmittel wie Sildenafil (Viagra®), Tadalafil (Cialis®) oder Vardenafil einnehmen. Allerdings kommt es auf die genaue Herz-Kreislauf-Erkrankung und die übrigen Medikamente an.

    Besondere Vorsicht ist geboten, wenn gleichzeitig Nitrate (z. B. Nitrospray, Nitrolingual®, Isoket® oder andere Nitratpräparate) eingenommen werden. Die Kombination mit Potenzmitteln kann zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen und ist deshalb strikt verboten.

    Auch bei mehreren blutdrucksenkenden Medikamenten kann es nach Einnahme eines Potenzmittels gelegentlich zu Schwindel oder Kreislaufbeschwerden kommen. Daher sollte die erste Einnahme möglichst vorsichtig erfolgen.

    Für Patienten mit gut eingestelltem Bluthochdruck und stabiler Herz-Kreislauf-Situation sind Potenzmittel in der Regel gut verträglich und können die Lebensqualität deutlich verbessern.

    Mein Rat: Besprechen Sie die Einnahme vorab mit Ihrem behandelnden Arzt und nennen Sie ihm alle Medikamente, die Sie aktuell einnehmen. Besonders wichtig ist die Information, ob Sie Nitrospray oder andere Nitrate verwenden.

    Alles Gute für Sie!


    Ich bin 73 Jahre alt, weiblich und hatte vor 4 Jahren einen Herzinfarkt und danach kamen die Herzrythmusstörungen dazu. Inzwischen habe ich mehrere Stants und vor einigen Wochen wurde bei mir eine Ablation durchgeführt.
    Erfolgreich.
    Nun meine Frage:
    Ich bekomme unter Anderem das Medikament Entresto. Morgens und abends.
    Ich merke, dass ich nach diesem Medikament Nachts oft 2-7 Mal zur Toilette RENNEN muss. (Rennen deswegen, weil es immer sehr dringend wird.)
    Ich habe den Arzt (sowohl den Kardiologen, wie auch die Hausärztin) gefragt und der/die meinte, es wäre nicht möglich. Aber wenn ich bei Google "Entresto diuretikum" eingebe, bekomme ich eine andere Antwort. Das Medikament ist doch haarntreibend, in manchen Artikeln steht sogar, dass man nach dem Medikament sogar sehr laufen muss um es bis zur Toilette zu schaffen.
    Außerdem verschlechtern sich auch meine Lipödeme, meine Beine und Arme werden im Bereich der Knöchel und der Unterarme immer dicker.
    Ich bin schon ziemlich verzweifelt.
    Kann man das Medikament - Entresto - durch ein anderes Mediament evtl. ersetzen?
    Oder gibt es da eine andere Lösung. Denn ich bekomme außerdem nicht genug Schlaf, wenn ich 2-7 Mal Nachts raus muss. Und wenn ich das Letzte mal um 3 Uhr raus muss, kann ich nicht mehr weiter schlafen.

    ANTWORT DES BEHANDLERS / DER BEHANDLERIN:

    Dr. med. Alexander Krapivsky

    Die geschilderten Beschwerden sind nachvollziehbar und sollten ernst genommen werden.

    Entresto (Sacubitril/Valsartan) ist streng genommen kein klassisches Diuretikum („Wassertablette“) wie Torasemid oder Furosemid. Allerdings kann insbesondere der Wirkstoff Sacubitril die Ausscheidung von Natrium und Wasser über die Nieren fördern. Dadurch berichten manche Patienten tatsächlich über häufigeres Wasserlassen.

    Wenn die Beschwerden erst nach Beginn von Entresto aufgetreten sind und vor allem nachts auftreten, sollte dies nicht einfach als „unmöglich“ abgetan werden. Dennoch gibt es auch andere mögliche Ursachen:

    * Herzschwäche mit nächtlicher Mobilisierung von Flüssigkeit aus den Beinen
    * zusätzliche entwässernde Medikamente
    * Blasenfunktionsstörungen
    * Harnwegsinfekte
    * Diabetes mellitus
    * nächtliche Flüssigkeitsaufnahme
    * Schlafstörungen

    Besonders wichtig erscheint mir Ihre Schilderung, dass Beine und Arme zunehmend anschwellen. Ein Lipödem verschlechtert sich durch Entresto normalerweise nicht. Zunehmende Schwellungen können vielmehr auf Flüssigkeitseinlagerungen hinweisen und sollten kardiologisch abgeklärt werden.

    Ob Entresto ersetzt werden kann, hängt von der zugrunde liegenden Herzerkrankung ab. Nach Herzinfarkt und bei Herzschwäche gehört Entresto heute zu den wichtigsten Medikamenten, da es Krankenhausaufnahmen und Sterblichkeit senken kann. Deshalb sollte es nicht eigenständig abgesetzt werden.

    Sinnvolle nächste Schritte wären:

    * Kontrolle von Nierenfunktion und Elektrolyten
    * Überprüfung aller Medikamente einschließlich möglicher Entwässerungstabletten
    * Gewichtskontrolle und Untersuchung auf Wassereinlagerungen
    * gegebenenfalls Anpassung des Einnahmezeitpunkts
    * erneute kardiologische Beurteilung, ob Entresto weiterhin erforderlich ist oder eine alternative Therapie infrage kommt

    Mein Rat wäre daher, die Beschwerden nochmals gezielt bei Ihrem Kardiologen anzusprechen und dabei insbesondere die nächtlichen Toilettengänge sowie die zunehmenden Schwellungen zu erwähnen. Diese Kombination sollte genauer untersucht werden.

    Alles Gute für Sie.


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