Artikel 02/08/2018

Alkalische Phosphatase (AP) im Blut: Das können Sie bei erhöhten Werten tun

Team jameda
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Die Alkalische Phosphatase ist ein Enzym, das in Leber, Knochen, Mutterkuchen (= sog. Plazenta) und Dünndarm vorkommt. Es wird u. a. im Energiestoffwechsel der Körperzellen gebraucht.

Welche Bedeutung hat die Alkalische Phosphatase für Ihre Gesundheit?

Die Alkalische Phosphatase kann als Leber- und Knochenenzym viele Erkrankungen anzeigen, die den normalen Stoffwechsel der Leber oder des Knochens verändern.

Diese Werte für Alkalische Phosphatase sind in Ordnung

Nach der Deutschen Gesellschaft für klinische Chemie liegen bei Erwachsenen die Werte von 38 bis 126 Units pro Liter (Units ist englisch steht für das deutsche Wort Einheiten) bzw. von 0,64 bis 2,1 µkat pro Liter (µ steht für mikro und kat ist die international gebräuchliche Einheit) im Normalbereich. Dieser hängt jedoch stark vom verwendeten Analysegerät ab. So gelten zum Beispiel für das in Apotheken und Arztpraxen häufig verwendete Reflotron-Gerät Werte unter 240 U/l (< 4 µkat/l) für Frauen und Werte unter 270 U/l (< 4,5 µkat/l) für Männer als normal.

Es ist deshalb ratsam stets dort nachzufragen, wo Ihre Werte ermittelt wurden, welche Normalwerte berücksichtigt wurden und wie Ihre persönlichen Ergebnisse zu interpretieren sind.

Wenn der Wert für Alkalische Phosphatase erhöht ist?

dann können dafür viele verschiedene Faktoren verantwortlich sein, beispielsweise

  • Ernährung (der Wert für Alkalische Phosphatase ist nach dem Essen erhöht)
  • chronischer Alkoholkonsum
  • Erkrankungen von Leber und Gallenwegen
  • akute Bauchspeicheldrüsen-Entzündung
  • Colitis ulzerosa und
  • Vitamin D-Mangel

Außerdem weisen Schwangere und Kinder in der Wachstumsphase vorübergehend höhere Werte auf. Auch kann ein erhöhter Wert ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche Leber- oder Knochenerkrankung sein. So ist die Alkalische Phosphatase z.B. bei Leberentzündung, bei Knochenbrüchen, aber auch bei manchen Krebsformen erhöht. Weiterhin können ein Mangel an Vitamin D, eine Überfunktion der Schilddrüse, eine Nierenschwäche, andere Erkrankungen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Östrogene, Methyltestosteron, Phenothiazine, Antiepileptika und manche Blutdruckmittel) zu einem erhöhten Wert führen. Auf jeden Fall sollte ein erhöhter Wert Anlass sein, eine weitere Abklärung der möglichen Ursachen zu starten.

Wenn der Wert an Alkalischer Phosphatase erniedrigt ist…

dann kann das angeboren sein, auf einer Unterfunktion der Schilddrüse beruhen oder auf einer schweren Anämie (Blutarmut), Zinkmangel, Unterernährung, Strahlenkrankheit oder der Einnahme von Medikamenten (Clofibrate, Östrogen-Androgen-Kombinationen) beruhen. Auf jeden Fall kommt es nur höchst selten vor, dass erniedrigte Werte an Alkalischer Phosphatase gefunden werden.

Beachten Sie bitte Folgendes für ein korrektes Testergebnis

Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, weisen Sie bitte bei der Blutabnahme darauf hin, denn eine Reihe von Arzneimitteln (s.o.) kann zu einer Veränderung der Alkalischen Phosphatase führen, was Ihr Testergebnis verfälschen würde.

Literaturquellen

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