Venentherapie ohne Arbeitsausfall und ohne Narben: wirklich sinnvoll?
Wer in den letzten fünf Jahren aufmerksam alle relevanten wissenschaftlichen Kongresse in Europa und Übersee zum Thema Venenchirurgie verfolgt hat, wird eine interessante Entwicklung feststellen können:Während anfangs die neuen Kathetermethoden (wie eben VNUS CLOSURE oder CELON) von einer konservativen Fraktion von Gefäßchirurgen vehement abgelehnt wurde, kam es dann zu einem Bröckeln dieser Front aufgrund der positiven wissenschaftlichen Studienergebnisse, und mittlerweile gelten die anfangs so verfemten Verfahren als "good medical practice" und werden von den Fachgesellschaften sogar mit einem hohen Empfehlungsgrad versehen.
Nach den Erfahrungen mit mehreren Tausend Katheterbehandlungen, auch in den kompliziertesten Fällen (z.B. mehrfach voroperierte Patienten oder solche mit extremen Krampfadern) bei uns, haben wir nun die konventionelle "Schnitt-Therapie" praktisch vollständig durch die modernen Katheterverfahren abgelöst.
Dies ist aber nur deshalb möglich, weil wir uns eben nicht nur auf ein einziges Verfahren beschränken, sondern ganz individuell und auf die Situation des einzelnen Patienten bezogen, eine Therapiekombination zusammenstellen, welche aus verschiedenen Verfahren besteht, wie z.B.:
- Radiowellenkatheter mit 120°C oder 85°C (oder beide)
- Heiß-Dampf-Injektionsverfahren mit 120°C über verschiedene flexible Katheterschläuche mit Durchmessern bis zu nur einem Millimeter
- Neodym-YAG-Laser-Anwendung von außen (also durch die Haut)
- endoskopischer Stammvenenentnahme
Damit sind wir heute sogar in der Lage sehr komplizierte "Rezidive" (also erneut aufgetretene Krampfadern) sogar der operativ sonst sehr komplizierten Venenkreuzungen ("Crossen") in der Leiste oder den Kniekehlen ohne Schnitt und ambulant zu behandeln.
Auf diese Art und Weise werden nicht nur die sonst gelegentlich zu beobachtenden, teilweise auch heftigen, Blutungen aus diesen "Crossen" bei der OP vermieden, sondern auch die sensiblen Lymphgefäße geschont, die hier besonders zahlreich zu Knotenpunkten zusammenlaufen und die Patienten so schonend therapiert, dass sie sofort wieder mobil und arbeitsfähig sind.
Tatsächlich sind unsere Patienten auch nach ausgedehnten Behandlungen in der Regel am Abend schon wieder so "fit", dass sie ausgehen können.
Unter Berücksichtigung der Behandlungsergebnisse der letzten Jahre an unserem Institut können wir also feststellen, dass die modernen Katheterverfahren, gerade auch in Kombination mit Laser und evtl. Endoskopie, sehr gut wissenschaftlich fundierte Therapien darstellen, die allerdings ein deutlich höheres Maß an Erfahrung, ein deutlich besser eingespieltes konstantes Op-Team und leider auch eine extrem umfangreiche technische Ausstattung in der Tagesklinik oder Klinik erfordern, als die herkömmlichen Operationen.
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