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Haben Sie bemerkt, ob Ihr Arzt auch ...

Haben Sie bemerkt, ob Ihr Arzt auch ordnungsgemäß fortgebildet ist?

Dr. Fürstenau

von
verfasst am 07.11.2010

Nein? Macht nichts..., denn die staatlich verordnete regelmäßige Fortbildung unterläuft sich gerade selbst.

Die jetzt aktuell laufende, zweite 5-Jahres-Staffel, in der deutsche Mediziner und Zahnmediziner Punkte sammeln und nachweisen müssen, artet schon jetzt zu einer sinnlosen Wiederholungsorgie aus.

Der ambitionierte (Zahn-)Mediziner ging ohnehin schon regelmäßig zu Fortbildungen. Stets aber immer zu solchen Fortbildungen, die sachdienlich, interessant und passend zum Fachgebiet waren. Nun sollte man meinen, dass gerade diese Kollegen kein Problem damit haben sollten, ihr Punktekonto zu füllen.

Erfahrungsgemäß ist aber der Fortbildungsdrang der Kollegen zyklisch. So gibt es Jahre, in denen viele sinnvolle Veranstaltungen angeboten wurden, auf denen wirklich neue Dinge berichtet wurden. Manchmal zeigt sich am Fortbildungshorizont jedoch längere Zeit nicht "Neues".

Da der Wissenszuwachs im jeweiligen Fachgebiet nun mal nicht so immens ist (jedenfalls nicht 250 Punkte in 5 Jahren ausmachend), wird der ein oder andere Kollege möglicherweise aus der reinen Not, Punkte vorweisen zu müssen, zur "Auslese" von Veranstaltungen neigen, auf denen man für angemessenen Aufwand (Fahrt, Übernachtung etc.) Punkte erhält. Das jeweilige Thema wird dann vermutlich bei vielen, insbesondere zum Ende des 5-jährigen Sammelzeitraums, eher von sekundärer Bedeutung sein.

Eine teure Sinnlosigkeit schlechthin. Aber politisch gewollt.

Unterstrichen wird der schale Beigeschmack durch die Tatsache, das man mancherorts auch Punkte "auf Vorrat" verdienen kann, in den meisten Kammerbezirken jedoch nicht. So könnte ein "gutes Jahr" mit einer gewaltigen Punktemenge (da interessante Fortbildungen) sinnvoller Weise als Startkapital in einen nächsten 5-Jahres-Zyklus mitgenommen werden.
Falls nicht, führt das dann zu staatlich "verordneten" Zwangspausen, wenn es denn doch vorzeitig gelungen sein sollte, die beruhigende Zahl von 250 zu erreichen. Denn überzählige Punkte verfallen.

Leider begreifen diese Gestaltungsmöglichkeiten anscheinend noch nicht alle Ärztekammern.

Ein weiterer Leckerbissen ist die Tatsache, dass Zahnmediziner 125 Punkte pro 5 Jahre sammeln müssen, Mediziner hingegen 250 Punkte. Die Wertigkeit der Punkte ist dabei identisch (durchschnittlich nur 1 Punkt pro 1 Stunde – meist also 6 Punkte für eine Ganztagesveranstaltung). Medizinische Fortbildungen werden nicht höher bewertet als zahnmedizinische Fortbildungen.

Die weitsichtigen Politiker, die auch diese äußerst nutzbringende Verordnung voran getrieben haben, müssen sich übrigens nicht pflichtmäßig weiter- oder fortbilden.
Ernsthaft betrachtet wäre das auch nur begrenzt zweckmäßig, denn so würde ja Sachkompetenz auf einem bestimmten Gebiet geschaffen. Das behindert vermutlich beim anschließenden Amtswechsel.

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