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Prinzipien der Traditionellen Westlichen Medizin (Teil 2)

Prof. Dr. Schulte-Uebbing

von
verfasst am 03.06.2012

© michaeljung - Fotolia.com
Die Patient(inn)enbefragung (Anamnese) 

Die Differentialdiagnose bei der TWM ist ähnlich wie in der Traditionellen Östlichen Medizin. Um herauszufinden, ob ein(e) Patient(in) an einer Schwäche-, Leere- oder Fülle-Krankheit leidet, werden bestimmte Befindlichkeitsstörungen unter die Lupe genommen. Zum Beispiel: Ist die Krankheit eher chronisch oder akut? Leidet der Patient unter Müdigkeit oder Leistungsverminderung? Sind seine Bewegungen eher kräftig oder schwächlich? Lassen Schmerzen bei Druck nach oder werden sie stärker? Bei Kälteerkrankungen oder -syndromen unterscheidet man zwischen dem Fülletyp (klimatische Kälteschädigung) und dem Leeretyp. 
Also: Sind die Extremitäten des Betroffenen kalt, hat er eine Abneigung gegenüber Kälte? Bessern sich seine Beschwerden durch Wärme? Sind die Exkrete eher wässrig und hell? Eine Hitze-Krankheit fällt entweder in den Bereich Hitze-Trockenheit (= mangelnde Feuchtigkeit) und / oder Hitze-Leere. Hinweise darauf können sein: ein gerötetes Gesicht, viel Durst, allgemeines Hitzegefühl, hohes Fieber, Nervosität, innere Unruhe oder übel riechende und konzentrierte Exkrete.

Heilpflanzen

Jede Heilpflanze hat ihre speziellen Merkmale. So werden Kräuter, Gräser, Früchte und Blätter nach der Traditionellen Westlichen Medizin eingeteilt in:

  • (leicht bis stark) wärmend, heiß
  • (leicht bis stark) kühl bzw. kalt 
  • zugleich kalt und warm = neutral
  • (leicht bis stark) trocknend bzw. trocken 
  • (leicht bis stark) befeuchtend, feucht
  • (leicht bis stark) Energie zuführend bzw. stärkend 
  • nicht nährend = Energie entziehend, schwächend, schleimfördernd etc.

Bei der Behandlung und der Zusammenstellung von Komposita werden daher folgende Kriterien berücksichtigt:

  • Krankheiten, die mit Hitze verbunden sind (z. B. das Klimakterische Syndrom, Infektionskrankheiten mit Fieber) werden eher mit kühlenden Komposita behandelt. 
  • Krankheiten, die mit zu viel Kälte einhergehen (z. B. Wind-Kälte: Erkältung, Grippe, Bronchitis im Anfangsstadium) verlangen nach wärmenden Komposita. 
  • Bei Fülle-Krankheiten (z. B. Adipositas, Diabetes mellitus, Metabolisches Syndrom), benötigt man mehr ableitende, Energie entziehende Komposita. 
  • Bei Leere/Schwäche (z. B. Anorexie, Kachexie) werden eher stärkende, nährende, Komposita eingesetzt. 
  • Krankheiten, die mit zu viel Feuchtigkeit einhergehen (z. B. Diarrhoe in Verbindung mit Feuchtigkeit und Hitze im Darm) werden mit trockenen Komposita behandelt und umgekehrt.

Ernährungsempfehlungen 

Was für Heilpflanzen gilt, kann ebenso auf die Ernährungsempfehlungen der Traditionellen Westlichen Medizin übertragen werden. Demnach gibt es neben kalten und warmen, trockenen und feuchten Speisen auch Energie zuführende oder Energie entziehende. Manche Gerichte und Zutaten sind allgemein gesundheitsfördernd und gut, andere sind zwar für Gesunde geeignet, nicht aber für Kranke. Und natürlich gibt es auch Speisen, die sowohl gesunden als auch kranken Menschen schaden. Nahrungsmittel, die nach der Traditionellen Westlichen Medizin gemieden werden sollten, werden als Küchengifte bezeichnet. Absolute Küchengifte sollten möglichst gar nicht gegessen werden, relative Küchengifte eher selten und in Maßen. Beispiele für Küchengifte sind:

  • Birne  („... bereitet schlechte Säfte …")
  • Erdbeere („... bereitet Schleim im Menschen ...“)
  • Blumenkohl, Weißkohl („... vermehrt üble Säfte ...“)
  • Malve („... bereitet dicke und giftige Säfte …")
  • Pfeffer („... bereitet üble Säfte ...“)
  • Zwetschge („...bereitet dem Kranken üble Säfte, schadet dem Gesunden eher als sie ihm nützt ...“)

Die Ernährung sollte auch der individuellen körperlichen Verfassung angepasst werden. Wie bereits beschrieben, liegt sowohl bei jedem gesunden als auch bei jedem kranken Menschen eine individuell sehr verschiedene Mischform des energetischen Zustands vor. Um die Gesundheit zu erhalten oder Krankheiten zu begegnen, braucht jede(r) eine speziell auf ihn zugeschnittene, ausgewogene Ernährung. Es ist deshalb wichtig, die unterschiedlichen speziellen Eigenschaften der Nahrungsmittel zu kennen. Ob Getreide, Gemüse und Obst, Fisch oder Fleisch – mit dem Wissen über die besondere Wirkung der einzelnen Ernährungsbestandteile kann viel zur Gesunderhaltung beziehungsweise Heilung von Krankheiten beigetragen werden.

Beipielsweise ist Weizen warm, ideal für Menschen mit Kälte und ein relatives Küchengift für Menschen mit Hitze. Dinkel hingegen ist zwar warm, aber fett und kräftig und somit geeignet für Menschen mit Kälte, Schwäche, Leere. Der Fenchel sowie Äpfel sind warm und feucht. Beides ist ein Küchengift für Menschen mit Hitze und Feuchtigkeit, aber umso besser geeignet für alle mit Kälte und Trockenheit. Kranke Menschen sollten Birnen generell meiden; sie sind sehr kalt und deshalb nur förderlich für Gesunde mit Hitze.

Mit den Prinzipien der Traditionellen Westlichen Medizin kann jeder etwas zur Gesunderhaltung von Körper und Geist, aber vor allem auch zur Heilung oder Linderung von Beschwerden im Krankheitsfall beitragen. Ein bewusster Umgang mit sich selbst ist der erste wichtige Schritt zu Gesundheit und Wohlbefinden.

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