DVT: 3D-Röntgendiagnostik, ein Fortschritt für den Patienten?
70 Prozent aller in Deutschland gemachten Röntgenbilder stammen aus der Zahnarztpraxis. Gleichzeitig sorgt diese große Anzahl von Aufnahmen nur für 0,3 Prozent der jährlichen Röntgenbelastung. Der Rückschluß: Die Dosis der Apparaturen ist demnach sehr niedrig.Durch die Einführung des Digitalen Volumen Tomographen (DVT), man könnte dies auch als das "CT des Zahnarztes" bezeichnen, eröffnen sich ganz neue Horizonte in der Diagnostik.
Die Strahlenbelastung entspricht hierbei einem Flug von Frankfurt nach Los Angeles oder etwa zehn kleinen Röntgenaufnahmen im Mund.
Bei der bisherigen 2D-Technik konnte man im Kiefer immer nur eine Schicht klar sehen. Dadurch blieben viele krankhafte Befunde unentdeckt. Durch diese Technik hat sich hinsichtlich der Diagnosesicherheit ein großes Tor geöffnet und wir tasten nicht mehr in einem unsicheren Raum. Den größten Vorteil sehen wir aber in der genauen Vorausplanbarkeit der chirurgischen und implantologischen Eingriffe. Selbst die Knochendichte kann man mit einiger Übung erkennen.
Dies hat auch einen weiteren großen Vorteil für den Patienten: Die Kostenvoranschläge sind exakt und enthalten nicht mehr Unsicherheitsfaktoren wie mögliche zusätzliche Knochenaufbaumaßnahmen und ähnliches.
Sagen wir es doch offen: Für viele Patienten sind diese Kosten ein wichtiger Faktor für ihre Entscheidung. Wenn aber von Beginn an das Damoklesschwert einer unkontrollierten Kostensteigerung hängt, ist man eher abgeschreckt, in seine Gesundheit zu investieren.
Bei der Teilnahme an mehreren Symposien über den Einsatz des DVT wird immer offensichtlicher: Um dem Patienten eine vollständige Diagnose stellen zu können, müsste bei jedem eine solche Aufnahme gemacht werden. Dieser Trend ist in den USA bereits offensichtlich und wird sich mit Sicherheit auch in Deutschland durchsetzen.
Die amerikanischen Zahnärzte und Oralchirurgen fürchten Prozesse von Patienten, weil sie einen krankhaften Befund übersehen haben. Der Richter wird immer zuerst die Frage stellen, warum diese Technik nicht eingesetzt wurde, obwohl sie zur Verfügung steht.
Auch vor deutschen Gerichten haben Zahnärzte bereits deshalb Prozesse verloren, weil sie diese Frage nicht beantworten konnten.
Leider wird diese Technik von den gesetzlichen Krankenkassen (noch) nicht bezahlt. Aus der Erfahrung heraus kann man aber sagen, dass für weniges das Geld so gut eingesetzt ist wie für diese hochwertige Diagnostik.
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Kommentare zum Artikel (1)
17.07.2012 - 16:04 Uhr
Welche Verfahren gibt es - z.B. Gallileo - und wie...
von p. Klemann
... werden sie bewertet/unterschieden ? Es wird doch wohl auch hier entscheidend von der Software,Hardware und Bediennung/Betrachter abhängen. Gibt es einen Marktführer ? MfG
Antwort vom Autor am 18.07.2012
Dr. med. dent. Thomas Veigel
Der Goldstandard wurde durch Morita aus Japan gesetzt. Nach bisherigen Kenntnissen hat keine Firma diesen übertroffen. Von der Strahlenbelastung scheinen die Geräte von dieser Firma ebenfalls unschlagbarf. Sehr hohe Qualität ist auch von Planmeca zu erwarten aus Finnland, dem \"Erfinder\" des Panoramaröntgengeräts. Geräte aus Südkorea, die von der Fa. Orange vertrieben werden, haben gewaltig aufgeholt und sind preisgünstig. Man diskutiert gewisse Fertigungsmängel in der Branche. Außerdem gefällt der ständige Modellwechsel nicht allen. Kodak ist mit Geräten aus Frankreich auf dem Markt, die ursprünglich von Trophy entwickelt wurden. Sie liefern das preislich günstigste Gerät am Markt. Sirona hat mit dem Gallileo viel Glaubwürdigkeit verloren. Vor allem der seitliche Strahlenaustritt am Tubus wegen eines Fertigungsfehlers hat viel Prestige gekostet. Man versucht zu punkten mit dem neuen Gerät mit Integration des Cerec-Systems. Sehr schön ist die befundorientierte Betrachtersoftware. Nachdem Morita sich über einen Rahmenvertrag mit der DGI preislich den anderen nach unten genähert hat, ziehen wir dieses Produkt vor.
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