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\"Das diabetische Fußsyndrom\" - was Sie als ...

"Das diabetische Fußsyndrom" - was Sie als Diabetiker selbst dagegen tun können

Petra Müller

von
verfasst am 24.08.2009

Eine kleine Verletzung am Fuß, ein drückender Schuh oder ein wenig Hornhaut ist doch nicht so schlimm, sollte man meinen. Doch bei Menschen mit Diabetes, vor allem in fortgeschrittenem Stadium, wenn der Diabetes bereits zu Durchblutungsstörungen oder Nervenschäden geführt hat, kann aus diesen Dingen ein ernsthaftes Problem entstehen.

Fußkomplikationen kommen bei Menschen mit Diabetes leider recht häufig vor und führen dann in schweren Fällen bis zur Amputation. Allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 28.000 Amputationen an Füßen von Menschen mit Diabetes durchgeführt. Der „diabetische Fuß" ist eine gefürchtete, durch regelmäßige Vorsorge aber vermeidbare, Komplikation des Diabetes!

Wie entsteht der „diabetische Fuß"?

Aufgrund langfristig erhöhter Blutzuckerwerte werden die Nerven geschädigt. Diese signalisieren normalerweise mit Schmerzen, dass etwas nicht stimmt, z. B. bei Druckstellen, Verletzungen, Blasen, veränderten Temperaturen etc.. Fehlt diese Warnung durch bereits geschädigte Nerven, so spüren Sie kleinere Verletzungen oder Druckstellen nicht mehr. Sehr schnell kann es dann zu Fußgeschwüren oder Entzündungen kommen.

Nervenschädigungen an den Füßen führen außerdem zu einer verminderten Fußschweißbildung. Der Fußschweiß sorgt aber dafür, dass die Haut elastisch und die Hautoberfläche gesund bleibt. Infolge verminderten oder fehlenden Fußschweißes wird die Haut trocken, spröde und rissig - ideale Voraussetzungen für Bakterien oder Pilze, sich dort einzunisten. Entzündungen, hartnäckiger Fußpilz etc. können die Folge sein.

Auch Durchblutungsstörungen können ihren Teil zu einem Fußproblem beitragen. Sind die Arterien aufgrund langfristig hoher Blutzuckerwerte schon verengt, werden die Unterschenkel und Füße nicht ausreichend mit Blut versorgt. Das erschwert die Heilung von Wunden. Entzündungen können sich leichter ausbreiten.

Insgesamt ist sind also die Füße eines Diabetikers sehr gefährdet:
Durch den Verlust des Gefühls für Kälte, Wärme, Schmerz und Druck werden kleine Verletzungen häufig nicht wahrgenommen. Folglich haben Infektionserreger „freie Bahn". Aufgrund der schlechten Durchblutung kann die Wunde zudem nur sehr schwer abheilen. Fußschäden bei Diabetikern lassen sich nur schwierig behandeln und führen deshalb nicht selten zu schweren Komplikationen.

Lassen Sie es nicht zu einem „diabetischen Fuß" kommen - untersuchen Sie täglich Ihre Füße!


Tipps zur Vorbeugung des „diabetischen Fußes":

  • Gute Blutzuckerwerte, nicht rauchen
  • Füße immer trocken und sauber halten
  • Füße regelmäßig eincremen, am besten mit einer harnstoffhaltigen Creme
  • Richtige Fußpflege (keine spitzen oder scharfen Instrumente benutzen)
  • Geeignete Schuhe/ Strümpfe ohne drückenden Nähte
  • Barfußlaufen vermeiden
  • Regelmäßige Fußgymnastik
  • Keine Heizkissen oder Wärmflaschen bei kalten Füßen (Gefahr der Verbrennung)
  • Tägliche Fußkontrolle, evtl. mit Handspiegel, auf Verletzungen der Haut: Druckstellen, Hornhaut, Blasen, Rötungen, Hühneraugen...
  • Bei Verletzungen (auch kleinen!) den Arzt aufsuchen
  • Regelmäßige Fußuntersuchung durch einen Arzt (in der Regel 1 Mal im Jahr)

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