Team jameda
Das liegt an den Säuren, die beim Erbrechen regelmäßig in den Mund gelangen. Dort haben sie viel Zeit zu wirken. Denn die Speichelproduktion normalisiert sich nach dem Erbrechen langsamer als für gewöhnlich. Zur Neutralisierung der Mundflora, für die eigentlich der Speichel zuständig ist, müsste man deshalb entsprechende Mundspülungen, Wasser oder Milch verwenden. Häufig jedoch putzt man sich wegen des unangenehmen Geschmacks nach dem Erbrechen die Zähne. Da Säuren den Zahnschmelz aber erweichen, besteht die Gefahr, diese erweichten Schmelzbestandteile beim Putzen ebenfalls zu entfernen. Sichtbare Defekte besonders an Frontzähnen sind das Ergebnis. Ein Teufelskreislauf. Will man die Zähne schützen, muss er durchbrochen werden.
Menschen, die an der Essstörung Bulimie erkrankt sind, sollten regelmäßig und in kurzen Intervallen ihren Zahnarzt aufsuchen. Er kann beginnende Schäden rechtzeitig erkennen und mit verschiedenen Therapien gegensteuern. Beispielsweise mit Empfehlungen für eine auf die Essstörung ausgerichtete Mundhygiene und mit begleitenden Prophylaxebehandlungen. Um bereits entstandene Schäden an den Frontzähnen zu beheben, bietet sich die Versorgung mit Veneers an. Das sind hauchdünne Verblendschalen aus Keramik, die auf die Zähne geklebt werden und so eine Art Schutzwall gegen Säureattacken bilden.
Wer noch keine sichtbaren Schäden erkennt, aber unter empfindlichen Zahnhälsen beim Genuss von Heißem oder Kaltem bzw. Süßem oder Saurem leidet - diese Tatsache kann auf eine beginnende Zahnhalskaries hinweisen. Auch hier ist dringend Hilfe erforderlich, weil Karies bei Bulimiekranken aufgrund der permanenten Säurebelastung schneller voranschreitet als im Normalfall. Säurebelastete Zähne fühlen sich übrigens rau an.
Beginnende Karies, gelegentlich auch sichtbar als so genannte White Spots auf den Frontzähnen, kann mit Hilfe der Kariesinfiltration gestoppt werden. Das ist eine schmerz- und bohrerlose Methode, bei der die geschädigten Stellen nach der Kariesentfernung durch ein Gel mit einem Kunststoff-Infiltrat aufgefüllt werden. Eine Methode, die jedoch nur im Anfangsstadium einer Karies angewandt werden kann.
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