
Herr Dr. Schmidt, was war Ihr Beweggrund, Arzt zu werden?
Schon in der Schulzeit habe ich mich für den Beruf des Arztes interessiert. Ich fand die Vielseitigkeit des Berufes interessant, die Tatsache einerseits Menschen helfen und andererseits einen sowohl auf natur- als auch auf sozialwissenschaftlicher Ebene herausfordernden Beruf ausüben zu können. Bestätigt wurde ich in meinem Interesse durch meinen Zivildienst, den ich als Pflegehelfer auf einer internistischen Station der Uniklinik Gießen geleistet habe.
Wann und warum haben Sie sich dazu entschlossen, sich auf Allgemeinmedizin zu spezialisieren?
Nach dem Medizinstudium habe ich fast zwei Jahre als Arzt in Weiterbildung für Innere Medizin an der Charité in Berlin gearbeitet. Die Tätigkeit war hochinteressant, doch es hat mich gestört, mich nur auf die Organe meiner Patienten von der Schilddrüse bis zum Enddarm konzentrieren zu müssen. Patienten, bei denen zum Beispiel orthopädische Krankheiten die Ursache für Brustschmerzen waren, musste ich damals immer in andere Abteilungen weiterschicken. Daher habe ich mich entschieden, den Rest meiner Facharztweiterbildung in Praxen für Chirurgie, Orthopädie, Kinderheilkunde und Allgemeinmedizin zu arbeiten. Mir ist ein ganzheitlicher Ansatz wichtig, mit dem ich meine Patienten zu jedem Problem beraten und dann entweder selbst behandeln oder zu einem geeigneten Spezialisten überweisen kann. Zudem geht das allgemeinmedizinische Denken Hand in Hand mit meinem zweiten Steckenpferd, der Osteopathie: auch für diese sind Kenntnisse der Funktionen und Erkrankungen sämtlicher Körperstrukturen wichtig.
Wo sehen Sie die größte Herausforderung in Ihrer Arbeit?
Die moderne Medizin wird immer schneller, komplexer und technisierter – so wie unser gesamtes Leben. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit meinen Patienten einen Moment inne zu halten, seine Beschwerden von allen Seiten zu beleuchten und dann die geeignete Behandlung zu finden. Mein zweites Ziel ist, bei meiner Arbeit stets selbst gesund und gut gelaunt zu bleiben.
Womit dürfen Ihre Patienten bei Ihnen rechnen?
Meine Patienten dürfen mit einer ganzheitlichen und absolut unvoreingenommen Wahrnehmung ihrer Beschwerden rechnen. Gemeinsam mit ihnen lege ich die notwendigen nächsten Untersuchungs- und Behandlungsschritte fest. Soweit möglich, biete ich immer verschiedene Behandlungsoptionen an. Dabei hilft mir, dass ich nicht nur eine schulmedizinische, sondern auch eine osteopathische Ausbildung und Erfahrungen im Bereich der Akupunktur habe. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit sind die Vorsorgemedizin und Check-ups. Dabei lege ich neben zahlreichen technischen Untersuchungen (Labor, Ultraschall, EKG, Lungenfunktion) besonderen Wert auf eine individuelle Beratung hinsichtlich Früherkennung, Ernährung und Bewegung.
Was würden Sie sich von Ihren Patienten wünschen?
Ich halte es hier umgekehrt: Die Patienten sollen mir ihre Wünsche und Erwartungen offen legen. Wichtig ist auch, mir zu sagen, welche Vorstellungen, Ängste und Befürchtungen Sie mit Ihren Beschwerden verbinden und welche Therapieversuche Sie bisher unternommen haben.
Was zeichnet Sie als Arzt aus?
Freundlichkeit, Kompetenz, Erfahrung, Kommunikation und Motivationsfähigkeit. Dazu der unbedingte Wille, jedem meiner Patienten die bestmögliche Therapie anzubieten.
Was ist Ihnen persönlich bei Ärzten wichtig?
Ich möchte von meinen Kollegen als Individuum wahrgenommen werden und einen ausreichenden Zeitrahmen für die Behandlung meiner Beschwerden angeboten bekommen. Die Kollegen sollten sich nicht nur hinter apparativer Diagnostik verstecken und auch die Grenzen ihrer eigenen Kenntnisse kennen.
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